Erstmals für DAX-Konzern

Bayer: Aktionäre verweigern Vorstand die Entlastung

29.04.2019 Es ist ein symbolischer Akt, der für den Vorstand eines Aktienkonzerns allerdings an Peinlichkeit kaum zu überbieten ist: Bayer-Anteilseigner die 55,5 % der Aktien halten, haben der Führungsmannschaft am Freitag die Entlastung verweigert.

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Bayer-Vorstand April 2019

Auf der Hauptversammlung am 27.04.2019 haben die Aktionäre dem Vorstand der Bayer AG die Entlastung verweigert. Bilder: Bayer

Das Abstimmungsergebnis auf der Bayer-Hauptversammlung ist das erste seiner Art in der Geschichte der deutschen DAX-Konzerne. Der Hintergrund des Aufstands der Basis ist die bislang beispiellose Wertvernichtung für die Aktionäre im Zuge der Monsanto-Übernahme: Innerhalb eines Jahres hat die Bayer-Aktie rund 40 % an Wert verloren. Der Vorwurf der Aktionäre und Aktionärsvertreter: Das Management habe die Risiken des Deals falsch eingeschätzt. Der Bayer-Aufsichtsrat, der mit einer Mehrheit von 66,4 % entlastet wurde, musste sich demonstrativ hinter das operative Management und vor allem Vorstandschef Werner Baumann stellen, damit der Konzern seine aktuelle Chefetage behalten kann. Aktuelle Konsequenzen entstehen dem Vorstand aus der Nichtentlastung keine, dazu hätte die Hauptversammlung dem Vorstand in einer gesonderten Abstimmung das Vertrauen entziehen müssen. Für die Manager selbst bedeutet die Nichtentlastung allerdings eine Belastung: Sie empfiehlt die so gescholtenen nicht für weitere Aufgaben und spätere Aufsichtsratsmandate.

(as)

 

Die Bayer-Malaise in Bildern:

 

 

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