Bayer und Thyssenkrupp vermarkten SVK-Technik für Chlor-Produktion

17.06.2013 Das Elektrolyse-Verfahren von Kochsalz-Lösungen mit Sauerstoff-Verzehr-Kathoden (SVK) von Bayer und ThyssenKrupp senkt den hohen Stromverbrauch zur Gewinnung von Chlor und Natronlauge gegenüber Standardprozessen um bis zu 30 %. Die beiden Unternehmen vermarkten diese energiesparende Technik jetzt weltweit.

Bayer und Thyssenkrupp vermarkten SVK-Technik für Chlor-Produktion

Benötigt bis zu 30 % Strom als das Standard-Elektrolyseverfahren zur Chlorherstellung: Elektrolyse-Zelle mit SVK-Technik von Bayer Materialscience und Thyssenkrupp Uhde/Uhdenora (Bild: Bayer Materialscience)

Die SVK-Technik wurde 2 Jahre in einer Demonstrationsanlage am Bayer-Standort Krefeld-Uerdingen im industriellen Maßstab erprobt. Die Entwicklungspartner Bayer Materialscience und Thyssenkrupp Uhde / Uhdenora haben sich darauf verständigt, die Technik weltweit anzubieten. In der Chlorindustrie besteht bereits deutliches Interesse.

„Das neue Verfahren kann einen wichtigen Beitrag zur Energieeffizienz und damit zum nachhaltigen Umbau der Energiesysteme leisten“, sagt Dr. Tony Van Osselaer, Vorstandsmitglied von Bayer Materialscience. Alleine in Deutschland ließe sich 1 % des gesamten Strombedarfs einsparen, wenn die Technik flächendeckend eingesetzt würde. „Das entspricht dem Verbrauch einer Großstadt wie Köln“, erläutert Van Osselaer. Hinzu kommt ein positiver Klimaeffekt, denn indirekt wird auch der Ausstoß von Kohlendioxid, das bei der Energieerzeugung anfällt, um ein Drittel gesenkt.

„Das neue Verfahren kann einen großen ökologischen und ökonomischen Nutzen bieten“, betont auch Alfred Hoffmann, Mitglied der Geschäftsführung von Thyssenkrupp Uhde. „Allerdings kommt es dabei auch auf die Gegebenheiten an den Produktionsstandorten an.“

ThyssenKrupp Uhde / Uhdenora übernehmen die globale Vermarktung, während Bayer Materialscience im Rahmen der nicht exklusiven Zusammenarbeit die Sauerstoffverzehr-Kathoden liefert. Das Chemieunternehmen hat diese spezielle Elektrodenart entwickelt, während das Design der Elektrolysezelle von Thyssenkrupp Uhde / Uhdenora stammt.

Die neue Technik setzt auf dem sogenannten Membranverfahren in der Chlor-Alkali-Elektrolyse auf, das inzwischen Standard bei der Chlorherstellung ist. Hier werden aus Kochsalz und Wasser normalerweise Chlor, Natronlauge und Wasserstoff gebildet. Bei der SVK-Technik wird nun die beim Membranverfahren übliche wasserstofferzeugende Elektrode durch eine Sauerstoffverzehr-Kathode ersetzt. Durch die Zufuhr von Sauerstoff wird die Wasserstoffbildung an der Kathode, dem „Minuspol“, unterdrückt. Es entstehen nur noch Chlor und Natronlauge. Dadurch wird der Stromverbrauch wird um bis zu 30 % gesenkt.

(dw)

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