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CT-Umfrage Energieeffizienzmaßnahmen und Entwicklungen bei Flüssigkeitspumpen (Teil 2)

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03.08.2011 Im ersten Teil unseres Berichts zur aktuellen CT-Umfrage „Flüssigkeitspumpen“ hatten wir in CT 7 die aktuellen und künftigen Entscheidungskriterien für Flüssigkeitspumpen beleuchtet. Der zweite Teil beantwortet die Fragen, welche Maßnahmen zur Effizienssteigerung besonders wichtig sind und welche Entwicklungen die Pumpenhersteller derzeit forcieren.

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Entscheider-Facts


Für Hersteller und Anwender

  • Die Kriterien bei der Auswahl von Flüssigkeitspumpen ändern sich. An erster Stelle steht heute aus Sicht der Hersteller die Beratungskompetenz - noch vor dem Dauerbrenner „Zuverlässigkeit".
  • Für die Zukunft rechnen die Anbieter damit, dass Energieeffizienz zum Kriterium Nr. 1 werden wird.
  • Energieeinsparungen spielen demnach auch bei Pumpen kleiner Leistungen
  • eine wichtige Rolle.
  • Auch Antriebsregelungen werden
  • zukünftig bereits für kleine Leistungen eingesetzt.

Die Bedeutung der Energieeffizienz von Flüssigkeiten ist heute bereits hoch und wird weiter steigen – so das Fazit des ersten Teils unserer Analyse zur CT-Umfrage Flüssigkeitspumpen, die wir Ende Mai bis Anfang Juni 2011 unter 181 Pumpenanbietern durchgeführt hatten (Rücklauf: 44 Antworten). Aber welche konkreten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz sind sinnvoll? Um es vorweg zu nehmen: Die Antworten der befragten Pumpenanbieter lassen sich auf einen gemeinsamen Nenner zusammenfassen: Nutzt den ingenieurmäßigen Sachverstand! Denn ganz vorne wird die exakte Auslegung auf den Arbeitspunkt gesehen – mehr als 88 Prozent der Befragten votierten für diese Maßnahme.
Getoppt wird dieses Schlaglicht lediglich vom Einsatz der Drehzahlregelung, die mehr als 96 Prozent der Befragten für besonders sinnvoll erachten. Im Mittelfeld halten sich Maßnahmen zur hydraulischen Optimierung. Ebenfalls eine Frage korrekter Anlagenplanung ist die richtige Dimensionierung von Saug- und Druckleitung. In der Praxis leider häufig keine Selbstverständlichkeit – insbesondere dann, wenn Anlagen „historisch wachsen“, d.h. Durchsätze bei gleicher Infrastruktur gesteigert werden. Immerhin auch 81 Prozent der Befragten sehen die korrekte Dimensionierung der Saugleitung und 77 Prozent die Auslegung der Druckleitung als wichtige Maßnahmen an, um die Energieeffizienz einer Pumpe zu erhöhen.

Effizienz ganzer Pumpsysteme prägt die Entwicklungsarbeit
Besonders deutlich wurde das Effizienzthema zusätzlich bei der Frage nach der aktuellen und der zukünftigen Entwicklungsarbeit der Pumpenhersteller. 60 Prozent der Befragten urteilten, dass die Bedeutung der Energieeffizienz für ihre Entwicklungsarbeit in Zukunft steigen wird. Und: Es ist längst nicht mehr nur die einzelne Pumpe, die hier in das Blickfeld der Hersteller gerät. 57 Prozent gaben an, dass die Energieeffizienz ganzer Pumpsysteme ebenfalls ein wichtiger Entwicklungsschwerpunkt ist und auch künftig sein wird. Auf Platz drei der gegenwärtigen Situation folgen Werkstoffentwicklungen.
Interessanterweise rücken 40 Prozent der Befragten den Aspekt „Montagefreundlichkeit“ in der Entwicklungsarbeit in Zukunft weiter nach vorne, während diese gegenwärtig von nur 26 Prozent für wichtig erachtet werden. Es ist eine logische Konsequenz des Effizienzthemas, dass die Motorenentwicklung in der Rangfolge der Entwicklungsschwerpunkte zwischen 2008 und 2011 drei Plätze weiter nach vorne gerückt ist. Die Schlusslichter bei der Frage nach Entwicklungsschwerpunkten bilden auch in diesem Jahr die Aspekte Verdrängergeometrie sowie Multiphasenförderung. Geteilter Meinung sind die Befragten beim Aspekt „Förderbereichserweiterung“. Diesen halten 54 Prozent für eher wichtig, aber 46 Prozent für eher unwichtig.
Fazit 2: Drehzahlregelung und exakte Auslegung auf den Arbeitspunkt gehören aus Sicht der Befragten zu den wichtigsten Maßnahmen, mit denen die Energieeffizienz eines Pumpsystems gesteigert werden kann. Effizienzssteigerungen prägen auch die derzeitige Entwicklungsarbeit – neben Klassikern wie Werkstoffe und Verlängerung der Lebensdauer.n

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Heftausgabe: August 2011

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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