Mai 2015
| von Stefan Authier, Leiter Energie- und Prozessmanagement der Engineering-Sparte Infraserv Gendorf
  • Energiemanagementsysteme à la ISO50001 sind äußerst sinnvoll – sie liefern Unternehmen umfangreiche Energiedaten und damit Transparenz in ihrem Energiehaushalt. Ohne Zweifel braucht es Zeit und Know-how, um Energiefressern auf die Schliche zu kommen und passende Maßnahmen zur Energieeinsparung zu planen.
  • Doch die Erfolgsaussichten rechtfertigen diesen Aufwand allemal. Praktisch jedes Chemieunternehmen, das seinen Energiehaushalt systematisch durchleuchtet, stößt auf überraschende Energiesparpotenziale, die sich mit geeigneten Maßnahmen direkt in Wettbewerbsvorteile übersetzen lassen.

Energiesparer 3: Der heiße Kandidat –
Feed vorwärmen

Kaum eine chemische Anlage kommt ohne Destillationskolonnen aus. Um das Kopfprodukt nach der Destillation wieder zu verflüssigen, wird in der Regel Kühlwasser verwendet. Die ursprünglich für das Verdampfen eingesetzte Energie wird so komplett an die Umgebung abgegeben, anstatt sie für den Destillationsprozess weiter zu verwenden. Alles, was es dafür braucht, ist ein Wärmeübertrager am Ausgang der Destille, der Kopfproduktstrom und Feedstrom koppelt. Im Wärmeübertrager wird die im Kopfprodukt steckende Energie verwendet, um die Verdampfung zu unterstützen. 10 bis 20 % Energieeinsparung sind mit einem solchen System in jedem Fall möglich, vereinzelt sogar bis zu 50 %. Demgegenüber steht ein Investitionsaufschlag von rund 10 bis 15 % auf den Gesamtpreis der Kolonne. Bei Altanlagen lohnt sich ein kritischer Blick auf die Einsatzdauer und technische bzw. räumliche Beschränkungen.

Energiespürhunde im Wettbewerbsvorteil
Energiemanagementsysteme à la ISO50001 sind äußerst sinnvoll – nicht nur wegen der Aussicht auf Steuervergünstigungen: Sie liefern Unternehmen umfangreiche Energiedaten und damit Transparenz in ihrem Energiehaushalt. Doch von den Energiedaten zur Energieeinsparung ist es noch ein weiter Weg, den viele Unternehmen nicht konsequent genug gehen. Ohne Zweifel braucht es Zeit und Know-how, um Energiefressern auf die Schliche zu kommen und passende Maßnahmen zur Energieeinsparung zu planen. Doch die Erfolgsaussichten rechtfertigen diesen Aufwand allemal. Praktisch jedes Chemieunternehmen, das seinen Energiehaushalt systematisch durchleuchtet, stößt auf überraschende Energiesparpotenziale, die sich mit geeigneten Maßnahmen direkt in Wettbewerbsvorteile übersetzen lassen.

Achema 2015 Halle 9.1 – D49

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