Vertikalförderer

Bilder: Haro

  • Bei BASF Catalysts am Standort Nienburg/Weser müssen verschiedene Rohstoffe zwischen zwei Ebenen im Produktionsgebäude transportiert werden.
  • Anstelle eines herkömmlichen Lastenaufzugs entschied sich das Unternehmen dabei für einen Vertikalförderer.
  • Das neue System sorgt für einen geringeren Personaleinsatz und dadurch geringere Kosten.

Automatisiert, effizient und kostengünstig: Die Ansprüche an den innerbetrieblichen Materialfluss wachsen stetig und die Anforderungen an aktuelle Produktionsprozesse werden beinahe täglich länger. Paletten, Gitterboxen und andere Stückgüter werden im Sekundentakt von links nach rechts und von oben nach unten befördert. Das klingt im ersten Moment zwar nach einem üblichen Szenario, allerdings übersehen viele dabei ein entscheidendes Detail: Schließlich wird dabei in vielen Bereichen noch immer auf einen zumindest teilweise manuellen Einsatz durch Gabelstapler und Mitarbeiter gesetzt.

Aufgabe: Rohstoffe zwischen zwei Ebenen transportieren

Warenlift
Gesucht war ein Warenlift, mithilfe dessen verschiedene Rohstoffe zwischen zwei Ebenen im Produktionsgebäude transportiert werden können.

Lastenaufzüge, Hubwagen und Gabelstapler mögen zwar einen Teil des Prozesses rationalisieren, erfordern aber stets die Bedienung durch Mitarbeiter. Ähnlich erging es auch BASF Catalysts am Standort in Nienburg/Weser, als sich das Unternehmen mit seiner Anfrage an die Rüthener Haro-Gruppe wandte: Im Rahmen eines Investitionsprojektes war das Unternehmen auf der Suche nach einem Warenlift, mithilfe dessen verschiedene Rohstoffe zwischen zwei Ebenen im Produktionsgebäude transportiert werden sollten. Generell ist BASF stetig dabei, seine Prozess- und Energieeffizienz weiter zu verbessern. Selbiges gilt auch für den Standort in Nienburg, wo Abgaskatalysatoren und Rußpartikelfilter hergestellt werden. „Im Produktionsverfahren werden verschiedene Rohstoffe auf zwei Ebenen im Produktionsgebäude verwendet, sodass ein Warenlift benötigt wird“, hieß es in der Anfrage des Chemieunternehmens.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Lastenaufzügen zeichnet sich der Vertikalförderer durch ein hohes Maß an Automatisierung und Kostenersparnis aus: Dort, wo Lastenaufzüge an allen Türen einen Mitarbeiter erfordern, der die Ware ein- und auslädt, arbeitet der Vertikalförderer durch eine speziell für dieses System entwickelte Steuerungs- und Regelungsautomatik vollständig automatisiert.

Individuelles Konzept ermittelt

Senkrechtförderer
Der Senkrechtförderer bei BASF in Nienburg ist vollständig verkleidet. Bilder: Haro

In gemeinschaftlicher Zusammenarbeit mit dem künftigen Anwender entwarf der Hersteller ein Konzept, das die Anforderungen des Chemieunternehmens erfüllen konnte: Europaletten als Fördergut, eine maximale Belastung von 3.000 kg und eine Taktleistung von rund 20 zu befördernden Paletten/h im Dreischicht-Betrieb. Neben diesen nicht ungewöhnlichen Daten weist der neue Förderer aber eine Besonderheit auf: So ist der Senkrechtförderer auf Wunsch des Anwenders vollständig verkleidet. Konstruktionsleiter Markus Löseke erklärt in diesem Kontext die Vorteile dieser Variante: „Ein verkleideter Vertikalförderer ersetzt die Schutzzäune, die ansonsten zu Sicherheitszwecken um die Anlage montiert werden. Das spart nicht nur Platz, sondern auch etwas Zeit bei der Montage. Darüber hinaus verhindert die Verkleidung einen Luftaustausch und damit strömende Zugluft im Vertikalförderer.“

Die Handhabung des Vertikalförderers erfolgt dabei noch einmal um ein Vielfaches simpler, als bei gewöhnlichen Lastenaufzügen: Eine gerade Ebene ermöglicht ein unkompliziertes Hineinfahren des Förderguts. Eine Betätigung des Tasters „Tür öffnen“ und die Auswahl der Zieletage genügen, um den Fahrkorb des Vertikalförderers in Gang zu setzen. Schwenkgittertüren, die mit Sicherheitsschaltern versehen sind, sorgen für den Schutz von beteiligten Mitarbeitern, denn die Türen lassen sich nur öffnen, wenn der Fahrkorb in der jeweiligen Etage steht und die Steuerung die Zuhaltung vom Türsteher freigibt. „Natürlich läuft die Anlage auch im Reversierbetrieb. Das bedeutet, dass sowohl vom Erd- ins Obergeschoss als auch umgekehrt transportiert werden kann“, ergänzt Markus Löseke.

Es geht auch ganz automatisiert

Der Vertikalförderer kombiniert damit die Vorteile eines Lastenaufzugs mit den Anforderungen an eine moderne Automatisierung nach Industrie 4.0. Zwar hat sich BASF bewusst für ein manuelles Hineinfahren des Förderguts entschieden, dies ist aber auch vollständig automatisiert umsetzbar: In Kombination mit weiteren Fördertechnik-Komponenten wie etwa Rollenbahnen, Ketten- oder Gliederbandförderern sowie Hub- und Richtungswechseleinheiten kann der gesamte Produktionsfluss bei Bedarf automatisiert werden, sodass lästige Laufwege für Mitarbeiter entfallen und eine deutlich spürbare Zeitersparnis erzielt wird. „Auf langfristige Sicht sorgen Investitionen in Vertikalförderer für erhebliche Kosteneinsparungen“, verspricht Haro-Geschäftsführer Christoph Hackländer mit Blick auf eine schnelle Amortisation. Ebenso entfallen etwaige Produktionsausfälle aufgrund von Montagezeiten, schließlich lässt sich der Vertikalförderer in der Regel ohne erhöhten Aufwand in bereits bestehende Produktionsprozesse einsetzen und kurzfristig integrieren. Beispielweise erfolgen vielfach Einbauten der Förderer kranunterstützt durch die Dachhaut in bereits vorhandene Schächte.

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