Austausch von Big Data

EU will europäischen Raum für Industriedaten schaffen

20.02.2020 Durch datengestützte Optimierung der Industrieproduktion lassen sich weltweit schätzungsweise 90 Mrd. Euro einsparen. Die EU will daher jetzt das verfügbare Reservoir an Industriedaten in einem „europäischen Datenraum“ für Unternehmen nutzbar machen.

Entstehen soll ein Binnenmarkt für Daten, um zum Nutzen von Unternehmen – aber auch von Forschern und öffentlichen Verwaltungen – ungenutzte Daten freizugeben und einen freien Datenverkehr innerhalb der Europäischen Union und über Sektoren hinweg zu ermöglichen. Bereits jetzt erzeuge die europäische Gesellschaft massenweise industrielle und öffentliche Daten. „Ich möchte, dass europäische Unternehmen und unsere vielen KMU auf diese Daten zugreifen und daraus einen Mehrwert für die Europäer schaffen können – auch durch die Entwicklung von Anwendungen der künstlichen Intelligenz“, erklärte der für den Binnenmarkt zuständige EU-Kommissar Thierry Breton.

Video: Kommissionspräsidentin von der Leyen zur EU-Datenstrategie

Rennen um ‚Big Data‘ nicht verpassen

Während die vorherigen Innovationswellen – wie Smartphones, soziale Medien oder Internethandel – weitgehend an europäischen Playern vorbeigegangen ist, verfüge der Kontinent „über alles, was es braucht, um beim Rennen um ‚Big Data‘ die Nase vorn zu haben“ sowie „seine führende Rolle in der Industrie“ zu erhalten. Die europäische Datenstrategie solle Europa in die Lage versetzen, modernste digitale Technik einzuführen und seine Cybersicherheitskapazitäten zu stärken.

Rechtsrahmen und Anreize für Datenaustausch

Um dies zu erreichen, will die EU-Kommission zunächst vorschlagen, den richtigen Rechtsrahmen für die Daten-Governance, den Zugang zu Daten und deren Weiterverwendung zwischen Unternehmen, zwischen Unternehmen und Behörden sowie innerhalb der Verwaltungen zu schaffen. Dies beinhaltet die Schaffung von Anreizen für die gemeinsame Datennutzung und die Festlegung praktischer, fairer und klarer Regeln für den Datenzugang und die Datennutzung, die den europäischen Werten und Rechten wie dem Schutz personenbezogener Daten, dem Verbraucherschutz und dem Wettbewerbsrecht entsprechen. Außerdem bedeute dies, dass die Daten des öffentlichen Sektors in größerem Umfang zugänglich gemacht werden sollen, indem „hochwertige Datensätze“ EU-weit geöffnet würden.

Technische Systeme und Cloud-Infrastrukturen

Außerdem will die EU-Kommission die Entwicklung technischer Systeme und Infrastrukturen der nächsten Generation unterstützen, die die EU und alle Akteure in die Lage versetzen sollen, die Chancen der Datenwirtschaft zu ergreifen. Sie will so zu Investitionen in europäische High-Impact-Projekte für europäische Datenräume und vertrauenswürdige und energieeffiziente Cloud-Infrastrukturen beitragen. Schließlich will die Kommission sektorspezifische Maßnahmen einleiten, um Datenräume – unter anderem in Industrie und Mobilität – zu schaffen. In das Projekt für solche europäische Datenräume sollen rund 2 Mrd. Euro investiert werden. (jg)

Digitalisierung und die Chemiefabrik der Zukunft:

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