Verwertung von Kunststoff-Abfällen

Lyondellbasell startet Pilotanlage für molekulares Recycling

11.09.2020  Der Chemiekonzern Lyondellbasell hat am Standort Ferrara, Italien, seine Moretec-Anlage für molekulares Recycling in Betrieb genommen. Damit will das Unternehmen Plastik aus Haushaltsabfällen in seine molekulare Form überführen und so als Ausgangsmaterial für neue Kunststoffe nutzen.

„Das Ende von Kunststoffabfällen in der Umwelt und die Förderung der Kreislaufwirtschaft sind zentrale Nachhaltigkeitsschwerpunkte für unser Unternehmen“, sagte Jim Seward, Lyondellbasell Senior Vice President of Research & Development (R&D), Technology and Sustainability. „Mit unserer Kunststoff-Recyclingtechnologie führen wir größere Mengen an Kunststoffabfällen wieder in die Wertschöpfungskette zurück und produzieren neue Materialien für hochwertige Anwendungen, die ihren Wert so lange wie möglich behalten.“ Die Kunststoffmaterialien, die sich mit der Moretec-Technologie herstellen lassen, sind auch für Lebensmittelverpackungen und Artikel für die Gesundheitspflege geeignet, die strenge gesetzliche Anforderungen erfüllen müssen.

Die Pilotanlage von Lyondellbasell für molekulares Kunststoff-Recycling hat am Standort Ferrara, Italien, den Betrieb aufgenommen. (Bild: Lyondellbasell)

Die Pilotanlage von Lyondellbasell für molekulares Kunststoff-Recycling hat am Standort Ferrara, Italien, den Betrieb aufgenommen. (Bild: Lyondellbasell)

Der Chemiekonzern betreibt Grundlagenforschung, um die Polymerindustrie zu einem fortschrittlichen Kunststoffrecycling zu führen. Im Juli 2018 hat Lyondellbasell eine Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) begonnen, um seine Bemühungen im Bereich des molekularen Recyclings voranzutreiben. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit stellten die Partner die Effizienz der Technologie im Labormaßstab unter Beweis. Im Oktober 2019 kündigte das Unternehmen den Bau der Pilotanlage in Ferrara an. Heute arbeiten die Forschungs- und Entwicklungsteams des Unternehmens in Deutschland, Italien und den Vereinigten Staaten aktiv an der Erforschung potenzieller Anwendungen im kommerziellen Maßstab.

Die Pilotanlage verarbeitet 5 bis 10 kg Kunststoffabfälle aus Haushalten pro Stunde und baut auf unseren bisherigen Forschungsarbeiten auf. Ziel der Pilotanlage ist es, die Wechselwirkung verschiedener Abfallarten im molekularen Recyclingprozess zu verstehen, die verschiedenen Katalysatoren zu testen und die Prozesstemperatur und -zeit zu bestätigen, die zur Zersetzung des Kunststoffabfalls in Moleküle benötigt werden. Diese Forschung soll in den nächsten Jahren abgeschlossen sein und zur Planung einer Anlage im industriellen Maßstab führen. (ak)

Situation der deutschen Kunststoff-Industrie

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