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Bild: Adobe Stock – aryfahmed / askaja

| von Ansgar Kretschmer, Redaktion

Was du heut‘ nicht kannst entsorgen, das versiebenfache bis morgen. Diese eherne – bzw. mit Hochleistungsfolie laminierte – Weisheit gilt einer Studie der Internationalen Energie-Agentur (IEA) beim Plastikmüll. Diese rechnet zwar nicht bis morgen, aber immerhin bis 2050 damit, dass sich bei gegenwärtiger Entwicklung der Plastikmüll in den Ozeanen um das Siebenfache vermehrt haben wird. Dahinter steckt weniger das Plastikbesteck der industrialisierten Welt, sondern vielmehr der Nachholbedarf der noch zu industrialisierenden Welt. Dieser soll sogar ausreichen, um den in der Energie- und Treibstoffbranche sinkenden Ölverbrauch auszugleichen.

Rezyklit hat Zukunft

Der Meeresspiegel steigt also nicht nur, er spült auch immer mehr Plastik an. Derartige Untergangsmeldungen verkennen aber die Möglichkeiten, die sich aus den Plastikfluten erheben. Die steigenden Pegel modernster Hochleistungskunststoffe könnten zum Beispiel die zähen Brexitverhandlungen beenden, wenn eine Plastik-Landverbindung durch den Kanal Europa auch geografisch eint und die Briten doch noch zum Bleiben bewegt. Freude schöner Götterfunken, Tochter des Petroleum.

Und wenn das ganze Plastik nicht biologisch abbaubar ist, muss man eben nachhelfen. Das einzige, was nämlich ab 2050 dem großflächigen Plastik-Tagebau auf dem Gebiet der ehemaligen Nordsee entgegensteht, sind die in den Ablagerungen vorhandenen Verunreinigungen durch verbliebenes Meerwasser. Da diese aber nur im einstelligen Prozentbereich liegen dürften, ließe sich das mit einfachen Trockenanlagen beheben, betrieben mit Ökostrom aus den reichlich vorhandenen Offshore-Windparks. Dann stünden die traditionellen Kunststoffhersteller allerdings vor ähnlichen Problemen, wie sie derzeit die Energie- und Autoindustrie plagen. Sie müssten sich auf schwere Konkurrenz gefasst machen oder ihre Produktionsweise überdenken.

2050 ist ein guter Jahrgang für solche Vorhaben. Optimistisch geschätzt, könnte bis dahin – unter guten Voraussetzungen – tatsächlich der Kohleausstieg in Deutschland (der bisher ja nur in RWEgung gezogen wird) in Ansätzen beginnen. Die Braunkohlebagger ließen sich nahtlos zum Abbau des anthropogenen Minerals Rezyklit weiternutzen. Arbeitsplätze gerettet.

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