Mann mit Mundschutz

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| von Redaktion

Karl-Heinz Rummenigge sollte sich den Spruch „Reden ist Silber, Schweigen ist Gold“ mehr zu Herzen nehmen. Damit Sie den Namen nicht so wie ich googeln müssen: Rummenigge ist Vorstandschef des FC Bayern und ehemaliger (wir kommen darauf zurück) Profifußballer.

Herr Rummenigge hat den Vorschlag unterbreitet, Profifußballer aufgrund ihrer „Vorbildfunktion“ zuerst gegen Corona zu impfen. Quasi als Impfluencer. Der Geistesblitz, einfach mal ein paar Euro aus den ach so spärlichen Einnahmen des ärmlichen FC Bayerns in Impf-Werbespots mit der vorbildlichen Mannschaft zu stecken, der ist ihm nicht gekommen. Für einen gewissen Gedächtnisschwund spricht auch die Tatsache, dass Rummenigge bereits vergessen hat, wie toll die Allgemeinbevölkerung bereits die Idee aufgenommen hatte, große Corona-Testkapazitäten für die Bundesliga aufzuwenden. Wen interessiert der Besuch bei Oma im Pflegeheim, wenn man 22 mehr oder weniger erwachsenen Männern dabei zuschauen kann, wie sie einem Ball nachjagen?


Und natürlich „wollen wir uns überhaupt nicht vordrängeln“, so der FC-Bayern-Chef. „überhaupt nicht vordrängeln.“ Merken Sie was? Der schlaue Fuchs hat sich da direkt mal miteingeschlossen und seinen Ehemaligen-Status getrost unter den Teppich gekehrt. Er hat das Prinzip der Lobbyarbeit offensichtlich nicht verstanden. Sich selbst in vorteilhafte Positionen zu erheben, ist weder für die Monarchie noch für Rummenigge und den FC Bayern gut ausgegangen. Stattdessen hätte er die ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzen und einem Politiker die Idee der Impfluencer zur Steigerung der Impfbereitschaft in Deutschland unterbreiten können. So hat es nämlich Indonesien gemacht.

Influencer in erster Impfgruppe

Geld geflossen ist in Indonesien nicht, aber die Absicht war, das Geld wieder fließen zu lassen. Oder auf gut deutsch gesagt: die Wirtschaft anzukurbeln. Und wer ist dafür zuständig? Genau. Sicher nicht Oma Gitte in ihrem Zimmer im Heim. Die Impfbereitschaft der indonesischen Bevölkerung ist so gering, dass Impfluencer notwendig sind, um gerade die junge Bevölkerung von der Impfung zu überzeugen. Neben dem medizinischen Personal sind Influencer und Celebrities Teil der ersten Impfgruppe, um zu zeigen wie cool und hip es ist, die Ausbreitung eines Virus zu verhindern. Ob der Plan aufgeht? Es sieht so aus. Könnte aber auch an der Geld- und Gefängnisstrafe liegen, die man erhält, wenn man einen Impftermin in Indonesien ablehnt – der übrigens per SMS hereinschneit. Eine futuristische Idee, die sich die deutsche Digitalisierung in ihren kühnsten Träumen nicht ausmalen kann.

Aber zurück zum Bayern-Vorstand: Hätte dieser seine finanziellen Möglichkeiten besser genutzt, wer weiß, dann würden wir heute auf Instagram vielleicht nicht nur geimpfte indonesische Influencer sehen – sondern Manuel Neuer.

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