Im Südteil des Industrieparks Höchst wird eine Anlage errichtet, um Produktionsabwässer vorzureinigen, bevor sie in der eigentlichen Abwasserreinigungsanlage weiterbehandelt werden können.


Der Anlagenbetreiber Infraserv investiert mehr als 10 Mio. € in dieses innovative Projekt. Die Planung der Anlage vergab Infraserv an Siemens Axiva, das im Industriepark Höchst tätige Spezialunternehmen für Planung und Engineering in der Prozessindustrie. Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Anlage ist für Ende 2003 geplant.


Die Anlage ist energieautark und leistet darüber hinaus einen Beitrag zur umweltfreundlichen Energiegewinnung aus erneuerbaren Ressourcen. Die Entsorgungsfachleute bei Infraserv nahmen das Projekt in Angriff, als erkennbar wurde, dass sich verändernde Pharma-Abwässer am Standort ein neues Abwasserreinigungskonzept erforderlich machen können.


Produktion von Hunmaninsulin macht Vorbehandlung nötig


Im Sommer 2001 wurde im Industriepark Höchst die weltweit größte Produktionsanlage zur Herstellung von inhalierbarem Humaninsulin der Firma Diabel, ein Gemeinschaftsunternehmen der Pharmafirmen Pfizer und Aventis, in Betrieb genommen. Eine weitere, vergleichbar große Insulinanlage von Aventis wird demnächst den Produktionsbetrieb aufnehmen. Die zu erwartenden Abwässer aus den beiden Produktionsanlagen sind biologisch sehr gut abbaubar, können aber aufgrund ihrer Zusammensetzung nicht direkt in der von Infraserv betriebenen zentralen Abwasserreinigungsanlage behandelt werden, ohne dort den empfindlichen Reinigungsprozess zu beeinträchtigen. In einer vorgeschalteten Reinigungsstufe sollen Insulinabwässer deshalb in einem anaeroben Prozess vorbehandelt werden.


Anlage liefert Ökostrom


Im anaeroben Verfahren reinigen spezielle Bakterien unter Sauerstoffausschluss das Abwasser. Die Schmutzfracht im Wasser wird dabei zu Biogas und einer geringen Menge an neuer Biomasse, dem Überschussschlamm, umgesetzt. Mit dem gereinigten Biogas, das zu 80 vol.% aus Methan besteht, werden Gasmotoren für drei zur Anlage gehörende Blockheizkraftwerke betrieben. Die nutzbare Abwärmeleistung wird im wesentlichen für die Vorwärmung der zu reinigenden Abwässer verwendet. Dies ist notwendig, um geeignete Temperaturbedingungen für die Bakterien in dem Anaerobreaktor zu schaffen.


Die elektrische Leistung von insgesamt bis zu 1,5 MW, die die drei BHKWs liefern, übersteigt den Eigenbedarf der Abwasservorbehandlungsanlage und wird ins Stromnetz eingespeist. Die Anlage liefert damit sogar Ökostrom.


Planung liegt komplett bei Siemens Axiva


Mit der Planung der Anlage hat Infraserv Höchst die am Standort tätige Siemens Axiva beauftragt. Bereits im Vorfeld haben Infraserv und Siemens Axiva bei Vorversuchen zur Auswahl des optimalen Verfahrens und bei der Konzeptionierung der Anlage zusammengearbeitet. Als Generalplaner für die Abwasservorbehandlungsanlage hat Siemens Axiva die Verantwortung über alle Planungsphasen, beginnend bei der Betreuung von Technikumsversuchen, dem Prebasic/ Basicengineering, über das Detailengineering bis hin zur Montage- und Inbetriebnahmeunterstützung.

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