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Ein Chemiearbeiter trägt überdurchschnittlich viel zur Wirtschaftsleistung insgesamt bei. (Bild: seksan94 und electriceye – Fotolia)

| von goebelbecker

Wie der Spiegel berichtet, haben die beiden Wirtschaftswissenschaftler der Universität Mannheim Harald Fadinger und Jan Schymik die Wechselwirkungen der Corona-Pandemie und der Arbeitsorganisation untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass die Zahl der Corona-Infektionen bzw. damit verbundenen Todesfälle in denjenigen Regionen besonders gering ist, in denen sich viele Arbeitsplätze ins Homeoffice verlagern lassen. In Regionen mit relativ wenig „Homeoffice-fähigen“ Arbeitsplätzen – etwa den stark industriell geprägten und Maschinenbau geprägten Regionen im Süden Deutschlands – dagegen, seien die Fallzahlen tendenziell höher.

Chemie-Arbeitskraft leistet hohen wirtschaftlichen Beitrag

Die Forscher leiten daraus ein Plädoyer dafür ab, Lockerungen der Ausgangs- und Kontaktsperre regional unterschiedlich zu handhaben und zu staffeln. Außerdem könnten auch Wirtschaftsbranchen unterschiedlich behandelt werden. Demnach sollten diejenigen Bereiche Priorität, in denen eine frühzeitige Rückkehr überdurchschnittlich stark zur Wirtschaftsleistung insgesamt beiträgt. Zu den Branchen mit einem besonders hohen sogenannten BIP-Multiplikator gehört insbesondere die Petrochemie. Jeder Arbeitsplatz erhöht das Bruttoinlandsprodukt dort um etwa 6.000 Euro pro Woche. In der sonstigen Chemieindustrie sowie der Automotive-Branche sind die Werte mit rund 2.000 Euro zwar deutlich niedriger, aber immer noch überdurchschnittlich. „Industrien mit so großen Effekten sollten eine gewisse Priorität haben“, fordern daher die beiden Wirtschaftswissenschaftler laut Spiegel. (jg)

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