| von Fabian Liebl

Das von der Kommission durchgeführte eingehende Prüfverfahren hat ergeben, dass die Harburger Raffinerieanlagen sonst höchstwahrscheinlich außer Betrieb gesetzt würden. „Wäre diese Übernahme nicht zustande gekommen, hätte die Harburger Anlage stillgelegt werden müssen. Drastische Produktionskürzungen für spezifische Ölprodukte wären die Folge gewesen“, so der für Wettbewerbspolitik zuständige Kommissionsvizepräsident Joaquín Almunia. „Wir haben diese Übernahme genehmigt, weil wir unbedingt einen Preisanstieg für die Verbraucher vermeiden wollten.“

Nach der Übernahme bleibt das zusammengeschlossene Unternehmen der einzige Hersteller naphthenischer Grund- und Prozessöle und der größte Hersteller von Transformatorenölen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Der einzige nennenswerte Wettbewerber für Nynas wäre das US-amerikanische Unternehmen Ergon, das seit 2008 als Importeur auf dem EWR-Markt tätig ist. Aufgrund ihrer anfänglichen Bedenken, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb beeinträchtigen könnte, leitete die Kommission ein eingehendes Prüfverfahren ein. Shell hat allerdings während der eingehenden Prüfung nachgewiesen, dass das Unternehmen den Betrieb der Harburger Raffinerie nicht fortsetzen würde, da die Anlage in ihrer derzeitigen Struktur wirtschaftlich nicht tragfähig ist. Das neue Geschäftsmodell, mit dem Nynas die Harburger Anlage betreiben könnte, weicht von dem bisherigen Geschäftsmodell ab und setzt umfangreiche Investitionen voraus. Bei ihrer eingehenden Prüfung hat die Kommission außerdem festgestellt, dass es außer Nynas keine anderen Interessenten für den Erwerb der Harburger Raffinerieanlagen gibt.

Eine Stilllegung der Raffinerieanlagen würde im Europäischen Wirtschaftsraum auf dem Markt für naphthenische Grundöle und Prozessöle, die in der Herstellung zahlreicher Produkte zum Einsatz kommen (z. B. in der Industrie verwendeter Kautschuk, Klebstoffe, Düngemittel), und auf dem Markt für Transformatorenöle zu einem erheblichen Produktionsrückgang führen. Der EWR-Bedarf für diese Produkte müsste dann durch Einfuhren gedeckt werden, so dass die Verbraucherpreise aufgrund der Einfuhrkosten steigen würden.

Zur Pressemeldung der EU-Kommission gelangen Sie hier.

 

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