Der Maschinen- und Anlagenbau ist auf Rekordkurs bei der Ingenieurbeschäftigung, aber Fachkräftemangel bleibt ein großes Problem. (Bild: goodluz / Adobe Stock)

Der Maschinen- und Anlagenbau ist auf Rekordkurs bei der Ingenieurbeschäftigung, aber Fachkräftemangel bleibt ein großes Problem. (Bild: goodluz / Adobe Stock)

| von Ansgar Kretschmer

Im Vergleich zur vorangegangenen Erhebung im Jahr 2016 beträgt der Zuwachs 9.200 Ingenieurstellen. Auch der Ingenieuranteil, gemessen an der Zahl der Beschäftigten, hat erneut zugenommen und beträgt jetzt 17,1 %. Dies ist der höchste absolute und anteilige Wert seit Beginn der Erhebung. Jeder zweite Ingenieur ist im Bereich der Forschung, Entwicklung und Konstruktion beschäftigt. „Wir sind die Nummer eins als wichtigster Ingenieurarbeitgeber und damit die ‚Innovationsmaschine‘ in Deutschland“, kommentiert VDMA-Präsident Carl Martin Welcker die Ergebnisse.

Jede dritte Stelle zeitverzögert besetzt

Trotz der derzeitigen konjunkturellen Eintrübung ist der Bedarf der Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus an qualifizierten Fachkräften und Ingenieurinnen und Ingenieuren weiterhin hoch. „Junge Menschen haben im Maschinenbau exzellente Karriereperspektiven“, betont Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer. Die Ingenieurerhebung zeigt, dass 54 % der befragten Unternehmen bis 2024 von einer weiteren Zunahme an Ingenieurinnen und Ingenieuren in ihrem Unternehmen ausgehen. Dieser Bedarf ist nicht nur auf den altersbedingten Ersatz von Stellen (45 %), sondern auch auf Neueinstellungen (40 %) zurückzuführen.

„Aber zugleich hat sich auch der Bewerbermangel weiter verschärft, was sich zu einer deutlichen Innovationsbremse auswachsen kann“, warnt Rauen. Im Durchschnitt über alle Tätigkeitsbereiche erwarten 64 % der Unternehmen einen künftigen Mangel an qualifizierten Bewerberinnen und Bewerbern, 2016 waren es erst 51 %. Die VDMA-Erhebung zeigt zudem, dass die Unternehmen schon heute Schwierigkeiten haben, offene Stellen adäquat und zeitnah zu besetzen. Jede dritte Stelle wurde nur zeitverzögert besetzt, und dies teilweise mit Vakanzzeiten von mehr als einem Jahr.

Industrie 4.0 sucht Zusatzqualifikationen

Die Zahl der Unternehmen, die geeignete Fachkräfte zum Thema Industrie 4.0 suchen, hat sich seit 2016 auf 30 % verdoppelt. „Mehr denn je brauchen wir Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus virtuellen reale Welten machen“, erläutert Rauen. Dieser Trend wird sich nach Erkenntnissen des VDMA fortsetzen. In Zukunft werden verstärkt Ingenieurinnen und Ingenieure mit Zusatzqualifikationen aus angrenzenden Fachgebieten gesucht, wie etwa Maschinenbau- und Elektroingenieure mit IT-Zusatzqualifikationen. 66 % der Unternehmen suchen in Zusammenhang mit Industrie 4.0 vor allem Informatiker.

Jedes zweite befragte Unternehmen hatte offene Stellen auch für Facharbeiter und Techniker. Das waren deutlich mehr als bei der vorangegangenen Ingenieurerhebung. „Die Stärke des Maschinenbaus beruht auf dem einzigartigen Miteinander von Ingenieuren und Facharbeitern“, erläutert VDMA-Präsident Welcker. „Wir brauchen Master und Meister – und vor allem junge Menschen, die sich für unsere faszinierende Welt der Technik im Maschinenbau begeistern“. Der VDMA leistet hier seinen Beitrag: Mit der Nachwuchsstiftung Maschinenbau im Bereich der beruflichen Bildung und der Maschinenhaus-Initiative des VDMA, die sich auf die Weiterentwicklung der Lehre in den Ingenieurwissenschaften und eine Verminderung des Studienabbruchs fokussiert. (ak)

Anlagenprojekte vom Oktober und November 2019

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