Strategie-Update

Merck will Performance Materials aufpäppeln

04.07.2018 Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck hat ein „Konzept zur Sicherung der Zukunftsperspektiven“ seiner Spezialchemie-Sparte vorgestellt. Der Geschäftsbereich Performance Materials soll damit ab 2020 wieder durchschnittlich zwischen zwei und drei Prozent wachsen.

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UV-Licht auf Phosphor-Pulver für LEDs in einem Forschungslabor in Darmstadt. (Bild: Merck)

UV-Licht auf Phosphor-Pulver für LEDs in einem Forschungslabor in Darmstadt. (Bild: Merck)

Im Bereich Performance Materials fasst Merck Lösungen für Displays, Computerchips und Oberflächen aller Art zusammen. Insbesondere das Flüssigkristall-Geschäft hatte zuletzt auf einem umkämpften Markt schwache Ergebnisse eingefahren.

„Wir haben mit ‚Bright Future‘ ein Transformations-Programm auf den Weg gebracht, das Performance Materials wieder auf Wachstum ausrichten soll“, erklärt Kai Beckmann, CEO von Performance Materials und Mitglied der Geschäftsleitung von Merck. „Wir wollen unsere Position als führender Lösungsanbieter für die Elektronikindustrie weiter ausbauen. Um dies zu erreichen, werden wir uns noch stärker an den Bedarfen dieses wichtigen Zukunftsmarktes ausrichten und marktorientierte Innovationen vorantreiben.“

Massive Marktveränderungen

„Wir wollen unsere Position als führender Lösungsanbieter für die Elektronikindustrie weiter ausbauen“, erklärt Kai Beckmann, CEO von Merck Performance Materials. (Bild: Merck)

Performance Materials hat 2017 mit 2,4 Mrd. € rund 16 % des Konzernumsatzes beigesteuert. Der Unternehmensbereich sieht sich bei Flüssigkristallen für Display-Anwendungen mit massiven Marktveränderungen konfrontiert. Für dieses Geschäft erwartet Merck in den nächsten Jahren einen anhaltenden Marktrückgang, der sich auch auf die Umsätze auswirken wird. Diese Entwicklung soll aber bereits nach 2019 durch ein Wachstum bei OLED-Materialien und Fotolacken sowie in den Geschäftseinheiten Semiconductor Solutions und Surface Solutions mehr als ausgeglichen werden. Insbesondere Semiconductor Solutions, also das Geschäft mit Halbleitermaterialien, soll ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums sein. So geht Merck nach 2019 wieder von einem durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum für Performance Materials in der Größenordnung von 2 % bis 3 % aus. Dauerhaft soll die EBITDA-pre-Marge ca. 30 % betragen und somit auch weiterhin eine für die Spezialchemie-Branche überdurchschnittliche Profitabilität erzielen.

Performance Materials bedient attraktive Wachstumsmärkte in den Bereichen Elektronik, Automobil und Kosmetik. Insbesondere die Elektronikbranche profitiert von verschiedenen Megatrends wie Digitalisierung, Mobilität und Urbanisierung, bedient verschiedenste Endkundenmärkte und ist damit nachhaltiger und weniger anfällig für Zyklen einzelner Märkte. Merck verfolgt das Ziel, die führende Rolle von Performance Materials als Lösungsanbieter für die Elektronikindustrie weiter auszubauen. Merck arbeitet außerdem daran, den positiven Trend der vergangenen Monate im Wachstumsmarkt China in langfristigen Erfolg zu überführen. Erst im Juni hat Merck ein OLED-Technologie-Zentrum in Schanghai eröffnet.

Wachstum mit neuem Führungsteam

Im vergangenen Jahr hat Performance Materials fast das komplette Führungsteam ausgewechselt und sein Geschäft in den drei Einheiten Display Solutions, Semiconductor Solutions und Surface Solutions neu aufgestellt. Eine integrierte Forschungs- und Entwicklungs-Einheit steuert den gesamten Innovationsprozess und stellt somit einen effizienten Einsatz der Ressourcen sicher. Auch weiterhin wird Performance Materials stark in Innovationen investieren, um seine Technologieführerschaft in den verschiedenen Märkten zu stärken und zukünftiges Wachstum zu sichern. Neue Geschäftsfelder und Innovationen wie Flüssigkristallfenster bieten zusätzliches Wachstumspotenzial. (ak)

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