Eintrittskarte für die Industrie 4.0

Neues System bringt Pumpen in das Internet der Dinge

24.05.2018 Erfordert die Industrie 4.0 neue Anlagenkomponenten? Nicht zwingend: Zumindest Pumpen lassen sich per Nachrüstsatz auch kostengünstig in das Industrie-Internet der Dinge einbinden, zeigt der Pumpenhersteller KSB auf der Achema.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Das neue Pumpenüberwachungssystem KSB Guard kann an vorhandenen Pumpen nachgerüstet werden.
  • Der Zustand und die Verfügbarkeit der Pumpe wird mit vernetzten Schwingungs- und Temperatursensoren überwacht.
  • Die Zustandsdaten werden verschlüsselt in die Cloud übertragen und dort ausgewertet. Das Betriebspersonal wird per Mail oder App alarmiert.

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Mit dem neuen System zur Pumpenüberwachung lassen sich Bestandspumpen in wenigen Minuten mit dem „Internet der Dinge“ verbinden. Bilder: KSB

Das neue System zur Pumpenüberwachung heißt „KSB Guard“ und nutzt vernetzte Schwingungs- und Temperatursensoren. Das Ziel: Die Verfügbarkeit der Pumpe soll erstmals auch auf Anlagenebene transparent gemacht werden. Das System sorgt dafür, dass Veränderungen des Betriebsverhaltens der Maschine frühzeitig erkannt und Instandhaltungseinsätze besser geplant werden können, ohne hierbei bei der Pumpe vor Ort sein zu müssen.

Nachrüstung mit Magnet und Klebstoff

Anders als bei bisherigen Systemen ist das Überwachungssystem besonders für die Nachrüstung geeignet. Die Sensoreinheit wird am Lagerträger oder an der Antriebslaterne der Pumpe mit Magnet und Kleber befestigt und kann im laufenden Betrieb ohne Eingriff in die Maschine montiert werden. Eine ebenfalls mitgelieferte Batterieeinheit sorgt für eine autarke Stromversorgung.

Die einmal pro Stunde aufgenommenen Daten werden mittels Funksignal über ein Gateway zur Datenverarbeitung unmittelbar und verschlüsselt in die KSB-Cloud übertragen. Der Anwender kann jederzeit und überall über eine App mit seinem Handy, einem Tablet oder auf einem PC die Zustandsdaten aller überwachten Pumpen abfragen, ohne vor Ort sein zu müssen. Für höchste Reichweite im Feld baut das Überwachungssystem ein Maschen-Netzwerk innerhalb der überwachten Pumpen auf, sodass die Anzahl an notwendigen Gateways im Feld minimiert wird.

Neben aktuellen Zustandsdaten und aufgezeichneten Trends sind auch weitere Informationen zur Pumpe mit wenigen Klicks abrufbar – sei es die Betriebsanleitung oder eine Explosionszeichnung. Damit gewinnt der Anwender schnell und einfach einen Überblick über den technischen Zustand seiner Pumpenpopulation. Auch im Fall einer Wartung hat der Anwender so alle notwendigen Daten schnell und einfach zur Hand.

Alarmmeldungen per Mail oder Push-Nachricht

Wenn die mittlere Schwinggeschwindigkeit oder die Temperatur voreingestellte oder selbstgesetzte Grenzwerte überschreitet, erstellt das System Warn- oder Alarmmeldungen. Diese können den Anwender auf Wunsch per E-Mail oder Push-Nachrichten erreichen, damit im Fall der Fälle schnell reagiert werden kann. Ausgelegt ist das neue Gerät für Kreiselpumpen aus dem Fertigungsprogramm des Herstellers und entsprechende Wettbewerbspumpen.

Über die zugehörige App oder das Web-Portal kann der Anwender bei seinen ungeregelten Pumpen auch jederzeit den aktuellen Lastzustand und das Lastprofil abrufen. Das neue System baut auf den Technologien auf, die bereits in früheren Überwachungs- und Analyse-Einheiten zum Einsatz kamen.

Achema 2018 Halle 8.0 – H14

Homepage KSB

 

Heftausgabe: Juni/2018

Über den Autor

Armin Scheuermann, Chefredakteur CHEMIE TECHNIK
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