Druckt wie geschmiert

Schmierstoffe abriebfest kennzeichnen

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01.06.2018 Schmierstoffe werden in allen Industriebranchen gebraucht – nicht nur in der Fahrzeugindustrie. Trotzdem gehört die Automobilindustrie zum größten Kundenkreis des Schmiermittelwerks Swd Lubricants in Duisburg. Die Produkt- und Verpackungskennzeichnungen des Herstellers sollen jedoch nicht verschmieren. Ein Drucksystem, das abrieb- und wischfeste Beschriftungen aufbringt, ist daher die Lösung.

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Entscheider-Facts für Betreiber

  • Bei der Kennzeichnung von Schmiermitteln ist es wichtig, dass die Beschriftungen abrieb- und wischfest aufgebracht sind und zudem Qualitätsstandards hinsichtlich der Produktrückverfolgbarkeit erfüllen.
  • Das vorgestellte Drucksystem lässt sich direkt in die Abfüll- und Verpackungsanlage integrieren. Es ist bedienerfreundlich sowie einfach zu reinigen und zu warten und stellt sicher, dass Produkte lückenlos zurückverfolgt werden können.

Druck auf Flasche

Für haltbare Drucke auf glatten Oberflächen eignen sich Linx-Tintenstrahldrucker.

Wo Reibung oder Verschleiß verringert werden sollen, zum Dämpfen oder Kühlen: In vielen Prozessen werden Schmiermittel benötigt. Sie bestehen hauptsächlich aus einer Basisflüssigkeit, meistens Öl, und sogenannten Additiven. Bei der Zusammensetzung der Schmierstoffe geht die Swd Lubricants bewusst auf Kundenwünsche ein. Mit Produktionskapazitäten bis 80.000 Tonnen pro Jahr erfüllt der Schmiermittelhersteller aus Duisburg individuelle Anfertigungen für Motorenöl oder Kühlschmiermittel für die Metall verarbeitende Industrie sowie für sogenanntes Schalöl in der Bauindustrie. Alle Produkte des Unternehmens erfüllen die strengen internationalen ISO/TS 16969 Qualitätsstandards.

Wichtiger Bestandteil dieser Standards ist die Produktrückverfolgbarkeit. Daher setzt das Team von Folkert Gäbler, Produktions- und Einkaufsleiter sowie Prokurist beim größten Schmierstoffhersteller in Nordrhein-Westfalen, den Continuous-Inkjet-Drucker von Bluhm Systeme zur Kennzeichnung seiner Produkte mit Chargeninformationen, Produktionsauftragsnummern und Abfülldaten ein. Die individuelle Beschriftung kann entweder in verschlüsselter Form oder in Klarschrift aufgebracht werden. Der Drucker wurde dazu direkt in die Abfüll- und Verpackungsanlage integriert. Er besteht aus einer Steuerungseinheit und einem direkt am Band sitzenden Druckkopf.

Bedienerfreundliche Drucksteuerung

Bluhm Systeme - SWD Lubricants - Duisburg

Für Großschriftdrucke auf Kartons werden Markoprint-Tintenstrahldrucker mit Trident-Druckköpfen eingesetzt. Ein Drucksystem mit acht angeschlossenen Druckköpfen kann Drucke bis 80 cm Höhe erzeugen.

Das Steuerungsgerät verfügt über ein großes Touchdisplay, das den Bediener mittels einfacher Symbole durch das Menü führt. Texte können so leicht angelegt und abgespeichert werden. Im Textmodus zeigt der Drucker dem Anwender ausschließlich diejenigen Schriften und Schriftgrößen an, die in der aktuellen Systemkonfiguration sinnvoll sind. Es lassen sich die Setup-Parameter für vier unterschiedliche Produktionslinien abspeichern. Soll der Drucker an einem anderen Standort eingesetzt werden, reicht ein Tastendruck, um die entsprechenden Parameter auszuwählen. Bei Swd werden die Druckinformationen manuell eingegeben. Sie können aber auch vollautomatisch beispielsweise vom ERP-System per Datenschnittstelle eingespielt werden.

Am Druckkopf selbst kann und muss hingegen nichts eingestellt werden: Alle für den Druck wichtigen Parameter wie Leitfähigkeit, Temperatur und Viskosität der Tinte werden vollautomatisch im Druckkopf gemessen und automatisch reguliert. Die Drucker arbeiten mit einem Gemisch aus Tinte und Solvent, einem Lösungsmittel. Um Stillstandzeiten zu vermeiden, warnen die Drucker frühzeitig, sobald die Verbrauchsmaterialien einen bestimmten Füllstand unterschritten haben. Zum Nachfüllen muss die richtige Flasche auf den richtigen Einfüllstutzen gesetzt werden. Um Verwechslungen von Tinte und Solvent zu vermeiden, haben die Flaschenhälse, ebenso wie die Stutzen, unterschiedliche Durchmesser.

Spül- und Reinigungsvorgänge laufen automatisch ab

Bluhm Systeme - SWD Lubricants - Duisburg

Im vergossenen Druckkopf werden alle für den Druck wichtigen Parameter wie Leitfähigkeit, Temperatur und Viskosität vollautomatisch gemessen und reguliert. Bilder: Bluhm Systeme

Mit nur einem Tastendruck kann der Linx-Drucker am Feierabend abgeschaltet werden. Alle nötigen Spül- und Reinigungsroutinen des Druckkopfs und der Schläuche laufen daraufhin automatisch ab. Auch die Druckkopfdüse wird mit Solvent durchspült. Nach dem Ausschalten verbleibt eine Restmenge des Lösungsmittels in den Schläuchen sodass die Drucker auch nach längerem Stillstand wieder einwandfrei drucken.

Einmal im Jahr muss der Drucker gewartet werden. Der Wartungshinweis erfolgt frühzeitig drei Monate im Voraus. Über den Wartungszeitpunkt hinaus druckt das Gerät noch bis zu vier Wochen weiter. Der für die Wartung notwendige Filterwechsel geht schnell, der Drucker führt den Anwender bedienerfreundlich durch das Menü. Ein sogenanntes „Easi-Change-Modul“, an der Vorderseite der Steuerungseinheit, in der die Filter sitzen, muss herausgezogen werden. Die Filter werden ausgetauscht, das Modul wird geschlossen und die Wartung ist damit abgeschlossen. „Unsere Mitarbeiter kommen mit den Druckern sehr gut zurecht: Textwechsel erfolgen schnell, Fehlbedienungen sind so gut wie ausgeschlossen und Servicearbeiten können wir kurzerhand selber erledigen“, freut sich Folkert Gäbler.

Individuelle Kartonbedruckung

Neben der Verpackungskennzeichnung arbeitet Swd Lubricants auch bei der Kartonbeschriftung mit Drucksystemen des Anbieters. Hier kommt ein Piezo-Inkjet-Verfahren zum Einsatz. Trident-MX-Druckköpfe, die bis 10 cm groß in hoher Qualität schreiben, bedrucken die Kartons mit Produktnamen, Chargen- und Herstellinformationen, EAN-13-Barcodes und einer individuellen Seriennummer. Folkert Gäbler erläutert: „So müssen wir ausschließlich neutrale Kartons bevorraten und können unsere Produkte bis zu den sieben Flaschen eines einzelnen Kartongebindes zurückverfolgen.“

Achema Halle 3.1 – D47

Inkjet-Drucker in staubiger Prozessumgebung

Heftausgabe: Juni/2018
Antoinette  Aufdermauer,  Marketing-Referentin bei Bluhm Systeme

Über den Autor

Antoinette Aufdermauer, Marketing-Referentin bei Bluhm Systeme
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