CT-Produktfokus Siebtechnik

Von Atex bis Zusatzeffekt

13.07.2007 In Anlagen der verfahrenstechnischen Industrie gehören Siebmaschinen längst zum Standard. Mit neu entwickelten oder verbesserten Siebmaschinen lassen sich neue Einsatzgebiete erschließen und die steigenden Ansprüche an die Produkte erfüllen.

Entladung mit Elektroden Zu seinen Luftstrahlsieben 200 LS-N bietet Hosokawa Alpine jetzt auch eine antistatische Spezialausführung. Damit sich elektrostatisch aufgeladene Partikel nicht mehr am Acrylglasdeckel ansetzen, wird dieser standardmäßig in antistatischer Ausführung mit einem Oberflächenwiderstand £106W geliefert. Die Spezialausführung ist zusätzlich mit einem aktiven Hochspannungsionisator ausgestattet. Dieser besteht aus zwei Komponenten, einem Hochspannungsnetzteil und dem eigentlichen Ionisator. Bei der Anordnung der Stab-Elektroden unmittelbar im Produktraum des Luftstrahlsiebes wird die Entladung an der nächstmöglichen Stelle vorgenommen. Dies erspart umständliches Zugeben von Siebhilfsmittel.

Kombination für feine Körner Taumelsiebmaschinen eignen sich besonders gut für die Siebung fein- und feinstkörniger Produkte. Schwierige Produkte werden dabei mit Unterstützung von Ultraschall- oder Luftreinigungs-Maschinen abgesiebt, um das Zusetzen des Siebgewebes zu mindern. Mit dieser Kombination optimiert Allgaier die Leistung von Taumelsiebmaschinen entscheidend. Besonders ist die Überlagerung von Ultraschall- und Luftreinigung im Randbereich des Siebeinsatzes. In dieser Zone wird das Grenzkorn gesiebt. Die Luft lockert das Siebgut auf, durch den Ultraschall erzeugte Mikroschwingungen überwinden die Haftkräfte zwischen den Partikeln und sorgen zusätzlich für Trennschärfe.

Groß und rund GKM Siebtechnik hat ihre bestehende Serie von Vibrations-Kontrollsiebmaschinen in kompakter Bauweise jetzt um die bislang größte mit fast 2m Durchmesser und 2,6m² Siebfläche erweitert. In der KTS-V2-Serie stehen damit acht Maschinengrößen mit 450 bis 2000mm Durchmesser zur Wahl. Die runden Siebe haben einen zentralen Einlauf und Feingutauslauf. Grobgut oder Verunreinigungen können durch einen seitlichen Grobgutauslauf ausgetragen werden. Die Siebmaschinen werden in erster Linie für die Kontrollsiebung vor Absackanlagen und LKW Silobeladung eingesetzt. Silikondichtungen und Siebkleber sind von der FDA zugelassen. Bei größeren Durchmessern sind die Maschinen mit einem manuellen Deckheber ausgestattet, um die Siebe leichter wechseln zu können.

Gewebe mit Zusatzeffekten Mit modifizierten Siebgeweben will Spörl das Sieben verbessern. Durch eine Behandlung erhalten die Gewebe neue Eigenschaften wie einen Anti-Haft-Effekt, Verschleißschutz und eine antibakterielle Wirkung. Durch den Anti-Haft-Effekt reduziert sich die Reibung beim Sieben, der Durchsatz wird größer und das Sieb lässt sich leichter reinigen. Der Verschleißschutz bewirkt, dass die Siebe länger halten. Trennschärfe und Maschengenauigkeit bleiben gleich. Von den neuen Geweben sollen vor allem die Nahrungs- und Lebensmittelindustrie sowie Verarbeiter abrasiver Stoffe profitieren.

Kein Funke im Pulverfass Der Einsatz der Ultraschalltechnik hat sich in vielen Siebprozessen bewährt. Um das Einsatzgebiet zu erweitern, werden immer mehr Siebmaschinen auch für den explosionsgeschützten Bereich angepasst. So kann die neu entwickelte CSS-Technologie von Telsonic in der Variante CSS 100 EX nun auch in den Ex-Zonen 20 und 21 eingesetzt werden. Zugelassen ist das System für die Kategorie 1/2. Der Generator ist ein Gerät der Kategorie 3D für Zone 22. Mit der Sonoscreen genannten Technologie können Siebrahmen bis 2600mm ausgerüstet werden. Das System ist vor allem für Pulversystem- und Anlagenhersteller gedacht. Feine Minisiebsysteme für den Laborbereich sind bis 500mm Siebdurchmesser und mit Maschenweiten bis 200µm erhältlich.

Heftausgabe: Juli 2007

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Papst
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