Industriearmaturen

Armaturen-Hersteller verlieren in Stammmärkten

08.03.2017 Das Geschäft der deutschen Hersteller von Industriearmaturen konnte sich im letzten Jahr nicht erholen: Die deutschen Industriearmaturenhersteller mussten laut VDMA ein nominales Umsatzminus von 2 % hinnehmen.

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VDMA_Industriearmaturen_2016

China bleibt der größte Kunde deutschen Industriearmaturen-Hersteller, war 2016 aber im Vergleich zu vergangenen Jahren zurückhaltend bei Investitionen. (Bild: VDMA)

Auf den ausländischen Märkten waren die Umsatzentwicklungen gemischt. Während die Umsätze außerhalb der Eurozone um 4 % zurückgingen, konnte die Branche ihre Umsätze auf den europäischen Märkten um 3 % steigern. Insgesamt schloss das Auslandsgeschäft 2016 damit mit einem Minus von 2 % ab. Die Umsätze auf dem Heimatmarkt Deutschland entwickelten sich ebenfalls schwach. Hier fielen die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 1 %. Mit Blick auf die Produktgruppen entwickelten sich die Umsätze bei den Absperrarmaturen (-4 %) und den Regelarmaturen (-2 %) rückläufig. Der Umsatz mit Sicherheits- und Überwachungsarmaturen stieg hingegen um 1 %.

Auftragslage

Die Aufträge aus dem Ausland entwickelten sich leicht positiv (1 %), dabei kamen aus den Nicht-Euro-Ländern 2 % mehr Bestellungen als noch ein Jahr zuvor. Auf dem heimischen Markt dagegen blieb die Branche um 2 % hinter dem Vorjahresergebnis zurück. 2016 erzielten die deutschen Industriearmaturenhersteller ein Exportvolumen von 3,6 Mrd. Euro, dies ist ein Plus von 2,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Erfreulich waren die Ausfuhren laut VDMA ins europäische Ausland. Besonders Tschechien (+23,7 %), Österreich (+9,5 %) und die Niederlande (+9,1 %) legten zu.

Die Nachfrage in Großbritannien bezüglich Industriearmaturen aus Deutschland war bis zur Jahreshälfte 2016 noch stark rückläufig. Dieser Trend hat sich zum Jahresende hin nicht fortgesetzt (+0,2 %). Auch wenn die Unsicherheit hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes groß ist, zeigen sich die Ökonomen auf der Insel optimistisch und hoben die Konjunkturprognosen für 2017 an.

Auf der Liste der Top-10 Absatzländer landete Frankreich auf Rang 3 mit 191,5 Mio. Euro (+5,1 %). Hier schlugen laut Verband das verbesserte Investitionsklima und die wachsende Chemiewirtschaft zu Buche.

Keine Impulse aus China und den USA

Der Export in das wichtigste Abnehmerland deutscher Industriearmaturen, China, ging erneut zurück (-11,1 %) auf 402,5 Mio. Euro. Die dortige Chemiebranche kämpft mit schwacher Nachfrage, ineffizienten Produktionsstrukturen und geringer Investitionsbereitschaft.

In der zweiten Jahreshälfte zog die gesamtwirtschaftliche Dynamik in den USA wieder an. Dies könnte US-Firmen dazu veranlassen, ihre Investitionsplanungen umzusetzen. Auch in der US-Öl- und Gaswirtschaft haben sich die Aussichten zuletzt aufgehellt. Die Lieferungen der deutschen Hersteller in die USA konnten dementsprechend im Vergleich zum Vorjahr einen schwachen Zuwachs verzeichnen (+ 0,2 %).

Das Geschäft mit Russland ist seit dem Frühjahr 2014 eingebrochen. Die Folgen der Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt waren und sind für die deutsche Industriearmaturenbranche deutlich spürbar. 2016 ging der Absatz nochmals um 17 % zurück auf 109,5 Mio. Euro.

Prognose 2017

Für 2017 rechnet der VDMA mit einem moderaten weltwirtschaftlichen Wachstum, das auch den deutschen Herstellern von Industriearmaturen zu Gute kommen sollte. Durch die Preiserholung bei den Rohstoffen sieht er eine Überwindung der Rezession in Russland und Brasilien als realistisch an. Es bleibe aber trotz dieser tendenziell positiven Nachrichten bei einem hohen Maß an Prognoseunsicherheit, da die Bandbreite an Aufwärts- und Abwärtsrisiken groß sei.

Deutschland steht aus Sicht des Verbandes vor vielfältigen globalen Unwägbarkeiten: Wichtige Handelspartner hegten protektionistische Pläne und Europa drohe durch nationalistische Tendenzen destabilisiert zu werden. Gerade die Auswirkungen der US-Wirtschaftspolitik, die Steuersenkungen und Infrastrukturprogramme anstrebt, blieben abzuwarten. Vor diesem Hintergrund geht der Fachverband Armaturen für 2017 von einem Umsatz auf Vorjahresniveau aus mit der Aussicht auf einen leichten Branchenzuwachs.

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