Strategie 2020

Bilfinger setzt auf Engineering und Maintenance

14.02.2017 Bilfinger hat seine Strategie 2020 und den dazugehörigen Umsetzungsplan vorgestellt. Künftig sollen die Industrien Chemie & Petrochemie, Energie & Versorgung, Öl & Gas, Pharma & Biopharma, Metallurgie und Zement im Zentrum stehen.

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Raffinierie // Refinery industrial plant

Chemie und Petrochemie zählen zu den Industrien, auf die sich Bilfinger künftig konzentrieren will. (Bild: industrieblick – Fotolia)

Zunächst soll der Konzern stabilisiert werden, dann folgen Auf- und Ausgebau – organisch und über gezielte Akquisitionen. Die Ebitda-Marge soll bis 2020 auf rund 5 % steigen. CEO Tom Blades erklärt: „In unseren Zielindustrien steigt die Anzahl an Anlagen und weltweit werden Anlagen älter und wartungsintensiver. Wir bündeln unsere eigenen Stärken sehr viel effektiver, um von dieser Entwicklung zu profitieren. Wir machen Anlagen fitter, stärken ihr Immunsystem und senken die Kosten. Wir richten uns dabei an den Anforderungen unserer Kunden aus und verbinden internationales Engineering mit regionaler Instandhaltung. Mit dieser Strategie werden wir profitabel wachsen, und das stärker als der Markt.“

Fokus auf Engineering & Technologies (E&T) und Maintenance, Modifications & Operations (MMO)

Bilfinger bündelt seine Leistungen in den Segmenten E&T und MMO. Zum Geschäftsfeld E&T gehören unter anderem folgende Dienstleistungen an: Entwicklung und Erweiterung von Industrieanlagen, Steigerung der Effizienz von Anlagen sowie Umwelttechnologien, die Emissionen reduzieren. Das Geschäftsfeld MMO zielt darauf ab, Instandhaltungs-, Modifikations- und Betriebsprozesse im Auftrag der Kunden zu übernehmen. Ziel ist es, Anlagen effizienter zu machen, hohe Verfügbarkeiten zu sichern und Instandhaltungskosten zu senken. Dabei ist E&T international aufgestellt, während MMO hingegen regional aufgestellt ist.

Die Zahlen des Marktmodells des Unternehmens zeigen, dass die Kernregionen und Industrien attraktiv sind und Potenzial für profitables Wachstum bieten: Die Anzahl neu gebauter Anlagen steigt jedes Jahr um 5 %. Und der Anteil der Anlagen, die mehr als zehn Jahre alt sind und damit einen hohen Modernisierungsbedarf haben, beträgt 75 %. Die Komplexität der Anlagen steigt zudem kontinuierlich, deshalb wächst der Bedarf an anspruchsvollen Wartungskonzepten. Zusätzlich erhöhen strengere Umweltstandards die Nachfrage nach besserer Effizienz und geringeren Emissionen. Der gesamte für Bilfinger relevante Contracted-Out-Markt soll bis 2020 bei 3,4 % CAGR (Compound Annual Growth Rate) auf 143 Mrd. US-Dollar anwachsen.

Vier Kernregionen

Bilfinger konzentriert sich mit seinem Leistungsspektrum auf die Regionen Kontinentaleuropa, Nordwesteuropa, Nordamerika und Naher Osten. Der Contracted-Out-Markt in Kontinentaleuropa hat einen hohen Reifegrad und wächst nach Einschätzung von Bilfinger pro Jahr moderat mit ca. 2,1 %. Höhere Wachstumsraten versprechen die Märkte in Nordwesteuropa und Nordamerika sowie insbesondere im Nahen Osten. In Europa ist das Unternehmen laut eigenen Angaben unter den Industriedienstleistern der Prozessindustrie bereits seit vielen Jahren die Nummer 1.

Leistung rückläufig, Ergebnis verbessert

Wie erwartet, war die Leistung im Geschäftsfeld Industrial mit 3.197 (Vorjahr: 3.650) Mio. Euro und im Geschäftsfeld Power mit 967 (Vorjahr: 1.284) Mio. Euro stark rückläufig. Im Zuge dessen verminderte sich auch die Konzernleistung auf 4.219 (Vorjahr: 5.003) Mio. Euro. Der Auftragseingang ging auf 4.056 (Vorjahr: 4.301) Mio. Euro zurück, der Auftragsbestand lag zum Jahresende bei 2.618 (Vorjahr: 2.902) Mio. Euro. Trotz des Leistungsrückgangs hat sich das bereinigte Ebita auf 15 (Vorjahr: -23) Mio. Euro verbessert. Im Geschäftsfeld Industrial lag das bereinigte Ebita bei 120 Mio. Euro.

Das Konzernergebnis verbesserte sich auf 271 (Vorjahr: -510) Mio. Euro. Dazu hat wesentlich der Veräußerungsgewinn aus dem Verkauf der Divisionen Building, Facility Services und Real Estate in Höhe von 538 Mio. Euro beigetragen. Dem standen Belastungen vor allem durch Restrukturierungsaufwendungen und Verluste im Zuge von Portfoliobereinigungen, Restrukturierungsprogrammen und die Weiterentwicklung des Compliance-Systems gegenüber. Im Vorjahr waren zusätzlich eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 330 Mio. Euro und höhere operative Verlusten im Segment Power angefallen.

Ausblick

Im Geschäftsjahr 2017 rechnet Bilfinger auf Konzernebene mit einem organischen Wachstum des Auftragseingangs, erwartet jedoch einen Rückgang der organischen Leistung im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Der Konzern geht davon aus, dass sich die bereinigte Ebita-Marge um rund 100 Basispunkte verbessern wird.

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