Mitarbeiter helfen im Change-Prozess

Firmeninterne Change-Unterstützer ausbilden

06.09.2016 Welches Qualifikationsprofil benötigen Mitarbeiter, die ihre Kollegen beim Planen und Umsetzen von Veränderungen unterstützen? Im Betriebsalltag ist oft eine Mischung aus Fach- und Verhaltenstrainer sowie Change-Berater, -Coach und -Manager gefragt.

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Bild: Trueffelpix - Fotolia

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Firmeninterne Change-Unterstützer haben gegenüber externen Beratern und Coaches beim Change-Management einige Vorzüge: Sie kennen die Kultur, Historie und Arbeitsabläufe in der Organisation. Bei akuten Problemen sind sie stets erreichbar. Darüber hinaus sind sie Kollegen, zu denen Betroffene oft mehr Vertrauen als zu Externen haben. Außerdem können mit firmeninternen Unterstützern oft passgenauere und individuellere Qualifizierungskonzepte entwickelt werden – ohne dass die Kosten aus dem Ruder laufen.

Das Design der Weiterbildungen divergiert

Diese Vorzüge haben viele Unternehmen erkannt. Deshalb bildet eine wachsende Zahl von ihnen ausgewählte Mitarbeiter zu Trainern und Lernbegleitern sowie
Change-Beratern und -Coaches ihrer Kollegen aus, um mehr Kompetenz in Sachen Change-Management, Strategieumsetzung und Mitarbeiterqualifizierung im eigenen Haus zu haben.
Die Inhalte und Ziele dieser Weiterbildungen sind verschieden, weil die Change-Unterstützer in ihren Organisationen verschiedene Funktionen haben. Also benötigen sie auch unterschiedliche Kompetenzen. Vereinfacht lassen sich die Change-Unterstützer vier Qualifikationsprofilen zuordnen: Fachtrainer, Verhaltenstrainer, Change-Coach und Strategieberater.

Fachtrainer: qualifizierte Ausbilder

Fachtrainer sind in erster Linie Vermittler von Wissen, Erfahrung und praktischen Skills. Sie kommen zum Beispiel zum Einsatz, wenn Unternehmen neue Technologien oder Verfahren einführen und Mitarbeitergruppen das hierfür nötige Wissen und Können vermittelt werden soll. Diese Trainer müssen fachlich fit sein. Sie müssen zudem wissen: Wie lernen Erwachsene und wie kann man bei ihnen Lernprozesse stimulieren? Außerdem: Wie stelle ich sicher, dass das Gelernte im Betriebs­alltag umgesetzt wird?.

Verhaltenstrainer: kommunizierende Teamarbeiter

Verhaltenstrainer kommen beispielsweise zum Einsatz, wenn das Ziel einer Qualifizierungsmaßnahme lautet: Die Mitarbeiter sollen stärker als Team agieren oder eigenständiger oder kundenorientierter denken und handeln. Das heißt, bei Qualifizierungsmaßnahmen, die auch auf eine Einstellungs- und Verhaltensänderung der Teilnehmer abzielen.
Deshalb benötigen sie außer den Kompetenzen eines guten Fachtrainers weitere Fähigkeiten. Ihnen sollte zum Beispiel bewusst sein, dass Menschen ihre Einstellung und ihr Verhalten meist nur ändern, wenn sie die Notwendigkeit hierzu erkannt haben und die Einstellungs- und Verhaltensänderung auch als persönlichen Gewinn erfahren. Entsprechend groß muss ihr Einfühlungsvermögen sein, und entsprechend viel Energie müssen sie darauf verwenden, die Teilnehmer als Mitstreiter zu gewinnen. Verhaltenstrainern sollte zudem bewusst sein: Es dauert einige Zeit, bis Menschen neue Denk- und Verhaltensroutinen verinnerlicht haben. Eine entsprechend große Bedeutung sollten sie bei ihrer Arbeit dem Trainieren, also Einüben des gewünschten Verhaltens, beimessen.

Heftausgabe: September 2016
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