Stagnation in Sicht

CT exklusiv: Baupreisindex für Chemieanlagen

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10.09.2015 Die Preisentwicklung für Chemieanlagen hat weiter an Fahrt verloren. Zwischen Februar und Mai 2015 legten die Preise für Chemieanlagen um gerade noch 0,2 Prozent zu. Im Quartal zuvor hatten sich Chemieprojekte noch um 0,5 Prozent verteuert.

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September 2015

Entwicklung des Baupreisindex für Chemieanlagen sowie für Einzelgewerke. Grafik: CHEMIE TECHNIK

Auch in diesem Quartal zeigt der gleitende Quartalsvergleich zum Vorjahresdurchschnitt, dass die Dynamik der Preissteigerungen an Fahrt verliert. Deutlich wird dies insbesondere an den Gewerken Apparate und Maschinen sowie Rohrleitungen und Armaturen.

Bei Apparaten und Maschinen mussten die Hersteller im vergangenen Vergleichsquartal erneut Preisrückgänge verbuchen: Im Durchschnitt sanken die Preise um 0,2 Prozent. Anders dagegen bei den Rohrleitungen und Armaturen. Diese legten gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zu und gegenüber dem Vorjahr sogar um 2,0 Prozent. Dennoch hat sich auch hier die Dynamik abgeschwächt. Für die anderen im Chemieanlagen-Baupreis berücksichtigten Gewerke waren im vergangenen Betrachtungsquartal Zuwächse zwischen 0,28 Prozent (MSR-Einrichtungen und Bauteilkosten) und 0,75 Prozent (elektrotechnische Ausrüstung) zu beobachten.

Obwohl in der Chemie – gemessen an den Projekten, die wir in der CHEMIE TECHNIK über unseren Projektticker recherchieren – derzeit nach wie vor eine große Investitionstätigkeit zu beobachten ist, schlagen inzwischen andere Investitionsstopps auf den Zuliefermarkt durch. Die großen Öl- und Gaskonzerne haben beispielsweise zwischen Juni 2014 und Juni 2015 Großprojekte im Wert von 200 Mrd. US-Dollar gestoppt. Auch im Bergwerkssektor, der einen deutlich höheren Anteil an den globalen Capex-Projekten der Welt als die Chemie hat, üben sich die Konzerne angesichts sinkender Erlöse in Investitionszurückhaltung.

Der CT-Preisindex für Chemieanlagen wird vierteljährlich aktualisiert. In ihm werden nach einer von H. Kölbel und J. Schulze entwickelten Methode die Gewerke Apparate und Maschinen, Rohrleitungen und Armaturen, MSR-Einrichtungen, Isolierung und Anstrich, elektrotechnische Ausrüstung sowie Bauteilkosten zu einem Index berechnet, dessen Basis das Jahr 2010 (=100) bildet. Aus der Gewichtung der Einzelgewerke resultiert ein Index für die Preisentwicklung von Chemieanlagen.

Die detaillierten Daten senden wir Ihnen per E-Mail gegen Rechnung gerne zu. Zahlende Abonnenten der CHEMIE TECHNIK erhalten den Preisindex kostenlos. Anfragen an: susanne.berger@huethig.de

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Heftausgabe: September 2015

Über den Autor

Armin Scheuermann, Redaktion
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