Keine Frage der Größe...

Emissionsmessung: das Stiefkind der Prozessanalysentechnik

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02.06.2015 Emissionsmessungen haben es nicht einfach: Steht in anderen Bereichen der Analysentechnik eine verbesserte Anlagenausbeute im Vordergrund, sind es oftmals gesetzliche Vorgaben, die die Betreiber von emittierenden Anlagen zum Einsatz von Rauchgasüberwachungen zwingt. Daraus ergeben sich an die Komponenten oftmals mehrere Anforderungen: die Messungen müssen stabil und ausfallsicher sein, eine hohe Verfügbarkeit ist gesetzlich vorgeschrieben, aber insbesondere die sogenannten Total Cost of Ownership spielen eine ganz besondere Rolle.

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Entscheider-Facts Für Betreiber


  • Emissionsmessungen müssen stabil und ausfallsicher sein, eine hohe Verfügbarkeit ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben. Und auch wirtschaftliche Aspekte spielen eine entscheidende Rolle.
  • Darum müssen die einzelnen Komponenten zur Rauchgasmessung nicht nur verlässlich arbeiten, sondern auch Anschaffungs- und Betriebskosten in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen.
  • Unter Berücksichtigung dieser Aspekte entwickelte der Hersteller eine Rauchgassonde, die einfach in der Handhabung ist und die aufgrund einer großen Filteroberfläche nur geringen Wartungsaufwand verursacht.

Investitionskosten vs. Betriebskosten
Wer billig kauft, kauft zweimal – so sagt der Volksmund. Leider ist diese Formel jedoch nicht ganz so einfach aufzulösen. Bei allen Komponenten einer Rauchgasmessung ist darauf zu achten, dass Anschaffungskosten und Betriebskosten in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen – dies lenkt den Fokus der Betrachtung insbesondere auf diejenigen Komponenten, die direkt an der Entnahmestelle Kontakt mit der maximalen Verunreinigung des Rauchgases haben: der Rauchgassonde. Mit über 25 Jahren Erfahrung in der Konzeption und Produktion von Rauchgassonden hat PSG eine Vielzahl von Varianten und Sonderlösungen gefertigt und die gesammelten Erfahrungen in die Entwicklung der PSG Basic Sonde einfließen lassen. Die Zielsetzung der Neuentwicklung stellte die Ingenieure vor eine spannende Herausforderung: es galt, die inneren Werte der Sonde unberührt zu lassen, da sich der Filter insbesondere mit seiner großen Oberfläche als ideal etabliert hat. Dennoch sollten die Entwickler den Aufbau der Sonde kompakter gestalten und über Re-design eine deutliche Kosteneinsparung bei der Produktion erreichen. Ein weiteres „Must Have“ war die Vorgabe, sämtliche Wartungs- und Serviceschritte ohne Zuhilfenahme von Werkzeug durchführen zu können.

Doppelt Clever: die Flanschklammer
Bei der Konzeption des Verschlussmechanismus wurde relativ schnell klar, dass es sich um eine sehr kompakte Form handeln muss, die dennoch Dichtigkeit ermöglicht und gleichzeitig ohne Werkzeug und mit Handschuhen (als Schutz vor einer hohen Betriebstemperatur) intuitiv zu bedienen sein muss. Hierbei fiel die Auswahl schnell auf einen Standard, der in der Industrie insbesondere bei modularen Bauweisen und regelmäßigen Wartungen zum Einsatz kommt: eine Flanschklammer. Der Vorteil der Bauform liegt dabei auf der Hand: Anders als die oftmals verwendeten Korkenzieher-Mechanismen ist der Verschluss deutlich kompakter zu erreichen. Zudem hilft ein Trick, auch bei großen Verschmutzungen oder signifikanten Temperaturunterschieden die Filterkerze ohne Werkzeug aus der Sonde zu ziehen: eine Doppelnut. Lässt sich der Filter nach dem Lösen der Flanschklammer über den Ring nicht ziehen, kann der Anwender die Flanschklammer im Gehäuse einfach eine „Etage“ höher einhängen und anziehen. Die Kraft der Schraube hebt den Filterdeckel um die entscheidende Höhe an, und der Filter lässt sich problemlos ziehen – einfach und unkompliziert.

Nicht die Größe zählt – aber die Oberfläche
Trotz des Ziels, den Aufbau der Sonde so kompakt wie möglich zu gestalten, wurde ein Parameter als konstant definiert: die Filteroberfläche. Wird auf der einen Seite eine Reduzierung von Totzeiten angestrebt, stellt die Häufigkeit und Intensität der Filterreinigung oder des Filteraustauschs einen wesentlichen Aspekt der Betriebskosten dar. Viele Wettbewerbsprodukte verwenden kleine Filter mit geringer Oberfläche, die die Betreiber selbst bei geringen Verunreinigungen nach kurzer Zeit wechseln oder spülen müssen – der Filter der nun vorgestellten Sonde hingegen ermöglicht maximale Verfügbarkeit. Sollte die zu messende Applikation per se einen höheren Verunreinigungsgrad aufweisen, ist es möglich die Sonde zusätzlich mit einer Rückspülung auszustatten. Dadurch lassen sich die manuellen Wartungsarbeiten auf ein Minimum reduzieren.

Heftausgabe: Juni 2015
Seite:
Herbert Beck, Bereichsleiter Analysenleitungen und Sonden

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Herbert Beck, Bereichsleiter Analysenleitungen und Sonden

Herbert Beck, Bereichsleiter Analysenleitungen und Sonden, PSG Petro Service

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