Täglich 60 Mio. Liter Abwasser

Infraserv feiert 50 Jahre Abwasserreinigung in Höchst

04.09.2017 Sie haben längst ikonischen Charakter: Die Biohochreaktoren, die ein wichtiger Teil der Abwasserreinigung des Industrieparks Höchst sind. Am Freitag hat der Industrieparkbetreiber Infraserv das 50. Jubiläum seiner Abwasserreinigungsanlage gefeiert.

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Abwasserreinigung im Industriepark Höchst

Infraserv-Geschäftsführer Dr. Joachim Kreysing und Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent/Stadtrat Frankfurt am Main, vor den Biohochreaktoren der Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst. Bild: Infraserv Höchst

60 Millionen Liter Abwasser verarbeitet die Abwasserreinigungsanlage (ARA) im Industriepark Höchst jeden Tag. Dabei baut sie 150 Tonnen CSB ab – so viel fällt im Vergleich bei einer Stadt mit etwa 1,25 Millionen Einwohnern an. CSB steht für ‚Chemischer Sauerstoffbedarf‘ und ist ein Maß für die Schmutzfracht im Wasser. Die ARA, die von der Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst betrieben wird, ist damit die größte industrielle Anlage in Hessen und eine der wichtigsten Anlagen im Industriepark.

In diesem Jahr wird die ARA 50 Jahre alt. Anlässlich dieses runden Geburtstags lud Infraserv Höchst zu einer Jubiläumsfeier der Anlage ein. Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer von Infraserv, begrüßte die anwesenden Gäste: „Seit einem halben Jahrhundert ist die Abwasserreinigungsanlage ein wichtiger Teil der Infrastruktur des Standortes“, so Dr. Kreysing. „Als Standortbetreiber sind wir stolz darauf, mit dieser Anlage höchsten Anforderungen in Bezug auf Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz gerecht zu werden. Auch die hoch effiziente Abwasserentsorgung trägt dazu bei, dass unsere Kunden hier am Standort optimale Rahmenbedingungen vorfinden.“ Mit einem Wirkungsgrad von 93 Prozent erfüllt die ARA die strengen Auflagen des Industrieparks zum Schutz der Umwelt und übertrifft auch die gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsleistung deutlich.

Die erste industrielle Kläranlage Hessens

Die Abwasseranlage im Industriepark Höchst

Verschiedene Bereiche der Abwasserreinigungsanlage im Industriepark Höchst (von links): Die abgedeckten Becken der Hochlaststufe, der Pufferbehälter, der Denitrifikationsbehälter und einer der Biohochreaktoren.

Im Jahr 1963 hat die Hoechst AG im sogenannten Technikum mit ersten Versuchen zur Abwasserreinigung begonnen. 1967 wurde die ARA dann als eigene Entwicklung in Betrieb genommen, damals war sie die einzige industrielle Kläranlage Hessens. Gebaut wurde sie ursprünglich für 50 Tonnen CSB, bereits 1977 aber aufgrund des zunehmenden Bedarfs auf mehr als die doppelte Kapazität erweitert. 1984 wurde die ARA mit Biohochreaktoren auf die heutige Größe ausgebaut. In dieser Anlage kommt das gesamte Abwasser des Industrieparks Höchst an.

Im Jahr 2004 wurde die ARA so umgebaut, dass das Abwasser in einem zweistufigen biologischen Verfahren – für leicht und schwer abbaubares Abwasser – umweltgerecht, effizient und nach dem neuesten technischen Stand gereinigt wird. So kann die Anlage eine große Bandbreite an verschiedenen Abwasserarten verarbeiten.

Fokus auf Geruchseliminierung

Im Industriepark Höchst ist die ARA Teil eines Entsorgungsverbundes. Der Klärschlamm, der am Ende der Abwasserreinigung übrig bleibt, wird nachhaltig verwertet und in der Co-Fermentationsanlage für die Produktion von Biogas genutzt, das nach einer Reinigung zum Teil als Bioerdgas in das Netz der Mainova eingespeist wird. Das restliche bei der Vergärung entstehende Biogas wird zur Erzeugung von Strom und Dampf verwendet. Anschließend wird der verbliebene Schlamm entwässert und in der Klärschlammverbrennungsanlage verbrannt.

Ursprünglich wurde die ARA als eine komplett offene Anlage nahe der Werksgrenze in Betrieb genommen. Um die Belastung für die Anwohner weitestgehend zu minimieren, hat Infraserv Höchst in den vergangenen Jahren Millionen investiert. So wurden die geruchsverursachenden Bereiche vollständig abgedeckt oder eingehaust und auch die Abluft der ARA wird verbrannt.

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