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OEB 6 mit Single-use erreichen

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31.07.2015 Nano ist das neue Mikro: Speziell in der Pharma-/Biopharmaindustrie, aber auch in der chemischen- und der Nahrungsmittelindustrie, steigen die Anforderungen an sicheres Handhaben von den verwendeten und herzustellenden pulverförmigen Stoffen. Zum einen müssen Betreiber ihre Mitarbeiter vor jedweden Einflüssen durch das Produkt schützen, zum anderen muss aber auch das Produkt vor etwaigen Einflüssen durch die Mitarbeiter geschützt werden.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

  • In faktisch allen Branchen, vor allem aber der pharmazeutischen Industrie, steigen seit einigen Jahren die Anforderungen im Bereich Containment. Grund sind zum einen die immer häufigeren Produktwechsel innerhalb einer Anlage, aber auch die immer hochaktiveren Stoffe der Pharmazie machen einen verbesserten Schutz von Mitarbeiter unumgänglich.
  • Mit der nun auf der Achema 2015 vorgestellten Single-use-Lösung können Betreiber Gebinde völlig kontaminationsfrei entleeren und damit selbst ältere Bestandsanlagen mit einem Containment-Level von OEB 6 betreiben.

Seit der Mitte der 90er Jahre kam hierfür verstärkt für den kritischen Anlageteil, nämlich die Andockstelle von mobilen, aus Edelstahl hergestellten Gebinden an die ebenfalls aus Edelstahl bestehenden Prozesseinheiten, die Halbklappentechnologie zum Einsatz. Diese ermöglichte ein nahezu vollständig kontaminationsfreies Andocken der Gebinde an die Prozesseinheit, anschließendes sicheres Umfüllen des Produktes und ebenfalls kontaminationsfreies Abdocken des Gebindes von der Prozesseinheit.

Ökobilanz verbessern
Nun ist jedoch seit einigen Jahren ein stark zunehmender Bedarf am Einsatz von Einweggebinden festzustellen. Grund hierfür ist der Ansatz der Industrie, Anlagen nicht nur zur Herstellung von einem Produkt zu verwenden, sondern aus Kostengründen gleich mehrere Produkte im Wechsel auf der gleichen Anlage herzustellen. Dadurch tritt hier nun verstärkt der Aspekt der Kreuzkontamination auf. Solch eine Kontamination kann dazu führen, dass ein kompletter Batch, der schnell mehrere hunderttausend Euro im Wert bedeuten kann, nicht zu verwenden ist und der Hersteller ihn vernichten muss. Durch den Einsatz von Einweggebinden – und optimalerweise zusätzlich von Einweg-Inlinern in den Prozesseinheiten – können Anwender dieses potenzielle Problem umgehen. Gleichzeitig verbessert der Einsatz derartiger Einwegkomponenten die Ökobilanz der Anlagen, da der Betreiber bei der konventionellen Reinigung die verwendeten Reinigungsmedien vollständig durch Verbrennung entsorgen muss, was einen hohen Energieverbrauch bedeutet. Einwegkomponenten muss der Betreiber zwar ebenso thermisch entsorgen, dies ist jedoch aufgrund der geringen zu entsorgenden Masse weitaus energieeffizienter.

An- und Abdocken mit Slider
Diese Vorteile macht sich auch Flecotec Technologie (Flexible Containment Technologies) zunutze: Die auf der Achema 2015 vorgestellte Technologie stellt ein Andocksystem dar, das ein breites Anwendungsspektrum in der Pharma-, Biopharma-, Chemie-, Lebensmittelindustrie, aber auch in weiteren Industrien eröffnet. Haupteinsatzbereich des Andocksystems ist der kontaminationsfreie Andock-Umfüll und Abdockprozess von flexiblen Gebinden beim Handling von toxischen oder auch sensiblen Schüttgütern. Die Basiskomponente des Systems ist der patentierte, zweiteilig und komplementär ausgebildete Zip-Verschluss, wobei jeweils ein Teil dieses Verschlusses das Gebinde beziehungsweise den Andock­adapter an der Prozesseinheit staubdicht verschließt. Das Andocken und Öffnen geschieht über einen Slider, ein separates Bauteil, das die anzudockenden Halbverschlüsse miteinander verbindet, bevor der Anwender diese nun gemeinsam für den Umfüllprozess öffnen kann. Der nach dem Umfüllprozess erfolgende Schließ- und simultan verlaufende Abdockvorgang geschieht wiederum über diesen Slider. Neu bei diesem Andocksystem sind die in beliebigen Längen verfügbaren Flecozip-Halbverschlüsse. Diese sind nicht nur vorkonfektioniert an eigenentwickelten Gebinden oder Adaptern erhältlich, sondern können als eigenständiges Bauteil durch einfache Konfektionierung an nahezu alle handelsüblichen LDPE-Gebinde wie Säcke, Inliner, Big-bags etc. durch den Hersteller von Foliengebinden oder den Endverbraucher selbst angebracht werden.

Heftausgabe: August 2015
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Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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