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Team-Management in Krisenzeiten

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15.07.2016 In Krisenzeiten eines Unternehmens ist es den Mitarbeitern wichtig, von ihren Vorgesetzten Informationen, Orientierung und Halt zu bekommen. Acht Tipps, die Sie als Führungskraft bei dieser Aufgabe unterstützen, finden Sie in diesem Beitrag.

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Entscheider-Facts für Manager

  • Die Stärken der Führungsmannschaft zeigen sich erst in Krisenzeiten, wenn das Boot zu kentern droht.
  • Um währenddessen nicht die Unterstützung der Mitarbeiter zu verlieren, sollten sich Führungskräfte an gewisse Regeln halten.
  • Sie müssen dabei offen und ehrlich mit Ihren Mitarbeiten umgehen, aber auch eine starke Hand beweisen, wenn es darauf ankommt. Dabei sollen Sie immer fair bleiben und erreichte Erfolge feiern.

Juli 2016

„We are all sitting in one boat“ – Beweisen Sie Ihre Führungsqualitäten in schwierigen Zeiten. Bild: schnippschnapp – Fotolia

Sind die Auftragsbücher eines Unternehmens prall gefüllt, dann herrscht meist eitel Sonnenschein. Anders stellt sich die Lage dar, wenn plötzlich beispielsweise Umsätze und Erträge wegbrechen. Dann trübt sich die Stimmung und Sie als Teil der Führungsmannschaft werden auf eine harte Probe gestellt.
Immer wieder geraten Unternehmen in die Situation, dass sie auf die Kostenbremse treten, ihre Organisation umbauen, sich verschlanken oder Mitarbeiter entlassen müssen. Erst dann zeigt sich, aus welchem Holz die Führungsmannschaft geschnitzt ist. Zu diesen Gelegenheiten treten nicht nur Versäumnisse der Vergangenheit zu Tage, sondern die Mitarbeiter erwarten von ihren Vorgesetzten, dass Sie ihnen Orientierung und Halt bieten.
Welche Maximen Führungskräfte in diesen Zeiten beherzigen sollten:

1. Offen kommunizieren
Ihre Mitarbeiter sind nicht dumm. Sie spüren schnell, wenn es im Gebälk eines Unternehmens anfängt zu knistern und zu lodern. Sei es, weil das Arbeitsvolumen sinkt oder die Chefs zusehends nervöser reagieren und bisher selbstverständliche Privilegien in Frage stellen. Informieren Sie Ihre Mitarbeiter deshalb früh, wenn das Unternehmen in der Krise steckt. Nur dann können Sie diese als Mitstreiter beim Krisenmanagement gewinnen.

2. Ehrlich sein
Informieren Sie die Mitarbeiter offen über mögliche Auswirkungen der Krise – ohne Horrorzenarien zu entwerfen. Denn nichts verunsichert die Mitarbeiter so sehr, wie wenn sie nicht einschätzen können: Ist das Feuer ein Strohfeuer? Ist es auf den Dachstuhl begrenzt oder wird es auch andere Teile des Hauses erfassen? Hat es auch Auswirkungen auf meine Arbeitssituation? Dann brodelt die Gerüchteküche, und das Feuer wird – in den Köpfen der Mitarbeiter – immer größer. Informieren Sie die Mitarbeiter auch darüber: Welche Maßnahmen werden beziehungsweise wurden von Ihnen oder seitens der Unternehmensleitung ergriffen, um das Feuer zu löschen?

3. Rückgrat zeigen
Stehen Sie zu Ihren Entscheidungen – selbst wenn diese für einige Mitarbeiter negative Auswirkungen haben. Verstecken Sie sich beispielsweise nicht hinter dem Vorstand im fernen New York. Und tun Sie nicht so, als hätten Banken Ihre Entscheidungen getroffen. Dies mindert Ihre Glaubwürdigkeit und so zeigen Sie keine Führungs-„Kraft“.

4. Fair bleiben
Appellieren Sie, wenn es um das Bewältigen der Krise geht, möglichst selten an das kollektive „Wir-Gefühl“, um mehr Leistung aus den Mitarbeitern herauszupressen. Denn dann fühlen sich die Mitarbeiter – zum Beispiel, wenn Entlassungen erfolgen – zu Recht genarrt. Wecken Sie nicht die Illusion bei den Mitarbeitern, als gingen aus der nötigen Veränderung alle Beteiligten als Sieger hervor. Denn bei jedem Veränderungsprozess gibt es neben Gewinnern auch immer Verlierer.

5. Orientierung geben
Stimmen Sie, wenn Sie mit Ihren Mitarbeitern zusammensitzen, nicht in das allgemeine Krisen- oder Konjunkturgejammer ein. Zeigen Sie ihnen vielmehr Wege auf, wie sie die Krise meistern können. Schildern Sie ihnen anhand konkreter Beispiele, wie Ihr Unternehmen (oder andere Unternehmen) bereits ähnliche Krisen gemeistert haben, damit Ihre Mitarbeiter deutlich spüren: Erfolg ist machbar.

6. Halt bieten
Vereinbaren Sie mit Ihren Mitarbeiter klare Ziele und konkrete Maßnahmen, was zu tun ist, um ihren Beitrag zum Meistern der Krise zu leisten. Definieren Sie mit ihnen zudem Meilensteine, die es auf dem Weg aus der Krise zu erreichen gilt. Zudem sollten Sie ihnen konkrete Aktivitäten vorlegen, damit sie diese Meilensteine auch erreichen können.

7. Konsequent sein
Kontrollieren Sie in regelmäßigen Abständen, ob die Mitarbeiter auf dem richtigen Weg sind, um die Meilensteine zu erreichen. Schreiten Sie sofort ein, wenn Sie registrieren, dass einzelne Mitarbeiter Kollegen mit ihrem Krisengerede infizieren. Bitten Sie den Mitarbeiter dann zu einem Vier-Augen-Gespräch und fragen Sie ihn: „Wie beurteilen Sie unsere Erfolgsaussichten?“ Wenn er dann jammert, stellen Sie ihn vor die Wahl: „In dieser Situation haben wir zwei Möglichkeiten: Entweder uns ins Schicksal zu ergeben und zuzuschauen, wie alles noch schlechter wird, oder dafür zu sorgen, dass alles besser wird. Welchen Weg bevorzugen Sie?“ Mit Sicherheit bevorzugt der Mitarbeiter den zweiten Weg. Dann vereinbaren Sie mit ihm, was er tun kann, um seinen Beitrag zu leisten um die Situation zu verbessern. Tut er dies nicht, ziehen Sie die nötigen Konsequenzen.

8. Erfolge feiern
Informieren Sie Ihre Mitarbeiter über (Teil-)Erfolge, die sie beim Bewältigen der Krise erzielt haben. Das spornt sie an und vermittelt ihnen das Gefühl: Wir befinden uns auf dem richtigen Weg.

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Heftausgabe: Juli 2016
Dr. Georg Kraus, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmens­beratung Dr. Kraus & Partner

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