Ist das noch Norm?

Überarbeitetes Angebot von Normpumpen

10.03.2016 Die Leistung bleibt gleich, die Baugröße schrumpft. Als KSB die Überarbeitung ihrer CPK-Normpumpen-Reihe veröffentlichte, kam die Branchenreaktion fast einem kleinen Donnerhall gleich.

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Entscheider-Facts Für Betreiber

 

  • Normpumpen ermöglichen es Betreibern, Pumpen problemlos auszuwechseln - und das unabhängig vom Hersteller. Denn konstruktive Sonderlösungen gibt es nicht.
  • Der Hersteller hat nun seine Normpumpen-Baureihe überarbeitet. Am Ende standen Pumpen, deren Baugröße im Vergleich zu den bisherigen Modellen schrumpften.
  • Dies ist aber keine Abkehr von der Norm-Strategie dar, sondern vielmehr eine Erweiterung an Optionen für den Anwender.

Nicht, dass das Unternehmen aus Frankenthal der erste Pumpen-Hersteller gewesen wäre, der hier vom gewohnten Verhältnis von Leistung und Baugröße abwich. Vielmehr lag es daran, dass es ja gerade eben diese Baureihe war, die vor rund 50 Jahren Pate stand, als Industriepumpen erstmals das Korsett einer Norm übergezogen bekamen. Entsprechend nun die Reaktionen. Die große Frage die nun im Raum stand lautet: Sind das überhaupt noch richtige Normpumpen, oder versuchen die Hersteller sich da etwa durch die Hintertür vor der Austauschbarkeit gegen ihren jeweiligen Marktbegleiter zu entziehen? Um dies zu beantworten, muss man ein wenig ausholen.

Eine Frage der Perspektive?
Grundsätzlich kommt es darauf an, wie Betreiber und Hersteller die ISO 2858 auslegen. Diese beinhaltet die verwendeten Baugrößen – also die Abmessungen zwecks Austauschbarkeit – und eine bestimmte Leistung. Was damit genau gemeint ist, wird in der Praxis manchmal unterschiedlich interpretiert. Eine Sichtweise ist, dass eine bestimmte Baugröße eine bestimmte Leistung abdecken muss. In diesem Sinne sind die Pumpen der Mega-CPK-Reihe durchaus Chemienormpumpen, denn sie decken die vorgeschriebene Leistung ab. Die andere Sichtweise ist, dass die von der ISO 2858 definierte Leistung auch dem Wirkungsgrad-Optimum entspricht. Was ist jetzt also konkret anders? Die Idee hinter der Neuauslegung entsprang der Tatsache, dass es seitens der Anwender, wenn es um die Anschaffung einer Normpumpe geht, im Grunde immer zwei Fälle gibt: Der eine ist die Neuanlage, bei denen der Betreiber auf die neueste Technologie zurückgreift und bei denen er bei der Abmessung der Pumpen mehr oder minder jede Freiheit genießt. Im Gegensatz dazu gibt es in der Investstau-Nation Deutschland aber natürlich auch viele Bestandsanlagen, bei denen Betreiber eine ausgefallene Pumpe austauschen bzw. ersetzen müssen. Hier spielt die Austauschbarkeit der Normpumpe ihre Vorteile für den Anwender aus, da er in diesem Moment aus einer Liste qualifizierter Hersteller das für ihn beste Angebot heraussuchen kann.

Das Wohl der Wahl
Diese beiden Ausgangssituationen im Hinterkopf, fiel der Pumpenbauer die Entscheidung, für bestimmte Baugrößen zusätzliche Hydrauliken auf den Markt zu bringen. Am Ende standen dann 13 neue Hydrauliken, die sich innerhalb des geforderten ISO-Rasters bewegen. Damit rücken die einzelnen Pumpen sogar näher an den jeweils geforderten Leistungspunkt der ISO 2858, da sie hydraulisch auf der Leistung der Norm ausgelegt sind. Auch wenn die Erweiterung der Baureihe aufgrund des aktuellen Missverhältnisses zwischen Brownfield- und Greenfield-Projekten gedanklich eher zukunftsorientiert ist: Die direkte Folge für den Betreiber ist, dass er sich ab jetzt entscheiden kann: Legt er seinen Fokus auf die Energieeffizienz und wählt ein wirkungsgradoptimiertes Modell? Oder legt er einen erhöhten Wert auf Austauschbarkeit? Die Baureihe bietet für beide Fälle eine Lösung. SpecialPumpen0316

Hier gelangen Sie zur Homepage der Baureihe.

Auf unserem Portal finden Sie weitere Beiträge rund um das Thema Normpumpen.

Auf der nächsten Seite spricht Pascal Dommanget, Leiter Produktmanagement Normpumpen, KSB, mit CT über Normen, Motoren und die Forderungen der Betreiber

Heftausgabe: März 2016
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Über den Autor

Philip Bittermann, Redaktion
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