Filterelemente

(Bild: Vectorman2017 – Adobe Stock)

  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2021 die Richtwerte zur Luftqualität angepasst und für mehrere Schadstoffe, darunter auch Feinstaub, verschärft. Damit sind auch die Anforderungen an Filtersysteme in Belüftungsanlagen gestiegen.
  • Der Branchenverband Eurovent hat seine Richtline 4/23 zur Auswahl von Luftfilterklassen entsprechend aktualisiert.
  • Die Richtlinie gibt Empfehlungen zur Filtereffizienz basierend auf der Feinstaub-Belastung der Umgebungsluft und der je nach Anwendung erforderlichen Luftqualität.

Die von der Eurovent-Produktgruppe „Luftfilter“ erarbeitete Aktualisierung soll die Richtlinie 4/23 „Auswahl von Luftfilterklassen nach EN ISO 16890 für allgemeine Lüftungsanwendungen“ auf die vor Kurzem überarbeiteten Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Luftqualität abstimmen. Im Industrieverband Eurovent sind mehr als tausend vorwiegend kleine und mittelständische Unternehmen aus dem Bereich Klima- und Kältetechnik organisiert.

WHO verschärft Grenzwerte für Luftqualität

Die Richtwerte für Luftschadstoffe wie Stickoxide, Ozon und Feinstaub hatte die WHO im Jahr 2021 im Vergleich zur letzten Aktualisierung der Werte im Jahr 2005 deutlich gesenkt und damit verschärft. Darunter fallen auch empfohlene Grenzwerte für die Konzentrationen der in der Filtertechnik relevanten Partikelfraktionen PM2,5 und PM10. Die Empfehlung enthält darum eine Reihe von Leitlinien für die Auswahl von Luftfiltern für allgemeine Lüftungsanwendungen, die der 2016 in Kraft getretenen Filternorm EN ISO 16890 in Bezug auf die Luftqualität in Innenräumen Rechnung tragen und deren Bandbreite an Filtereffizienzklassen ausnutzen.

WHO-Empfehlung zur Feinstaubbelastung
WHO-Empfehlung zur Feinstaubbelastung (Bild: WHO)

Das Dokument basiert, so betont der Verband Eurovent, auf einem tiefgreifenden technischen Verständnis der Filtration und auf der Erfahrung der weltweiten Luftfilterhersteller. Es richtet sich mit praktischen Handlungsempfehlungen an alle Fachleute, die sich mit Lüftungsanlagen befassen, insbesondere an Planer, Gebäudemanager und Hersteller von Geräten, die Luftfilter enthalten. Die Empfehlungen für effizienten Filtereinsatz basieren zum einen auf der Feinstaubbelastung der Außenluft (Outdoor Air, ODA), gemessen in den drei Kategorien ODA 1 (geringe oder nur zeitweise Belastung) bis ODA 3 (hohe und anhaltende Belastung). Ebenfalls in die Bewertung fließt verständlicherweise die geforderte Qualität der bereitzustellenden Versorgungsluft (Supply Air, SUP) in den Kategorien SUP 1 (für Anwendungen mit hohen hygienischen Ansprüchen) bis SUP 5 (Anwendungen wie Produktionsbereiche in der Schwerindustrie). Eine tabellarische Übersicht empfiehlt die mindestens benötigte Effizienz der eingesetzten Filter in der jeweiligen Partikelfraktion.

Empfehlungen für mehr Energieeffizienz

„Die Empfehlung von Luftfilterklassen, die sowohl von der lokalen Außenluftqualität als auch von den spezifischen Anwendungen abhängen, liefert wichtige Erkenntnisse für viele Branchen sowie für unsere Kunden, die die Luftqualität in Innenräumen für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen verbessern und den Energieverbrauch von allgemeinen Lüftungssystemen sowie CO2-Emissionen senken wollen“, begrüßt Tobias Zimmer, VP of Global Product Management and International Standards beim Filterhersteller Camfil die Richtlinie. „Mit diesen aktualisierten Richtlinien, die mit den neuesten WHO-Luftqualitätsleitlinien übereinstimmen, können wir die Industrie dabei unterstützen, die Herausforderungen in Bezug auf den Schutz der Menschen, die Luftqualität in Innenräumen und den Energieverbrauch zu bewältigen“, so Zimmer.

Empfohlene Mindest-Effizienz nach ODA und SUP-Anforderung
Empfohlene Mindest-Effizienz nach ODA und SUP-Anforderung (Feinstaubkonzentrationen in µg/m3) (Bild: Eurovent)

Ergänzende Informationen betreffen das Berechnen der kumulierten Effizienz beim Einsatz mehrerer Filterstufen sowie das zunehmend wichtige Thema Energieeffizienz. Sind Filtersysteme aufwendiger ausgelegt, als es die jeweilige Anwendung erfordert, so kann der damit einhergehende Druckverlust den Energiebedarf einer Lüftungsanlage unnötig in die Höhe treiben. Ebenfalls eine erklärte Absicht der Richtlinie ist weiterhin der Vergleich der neuen Industrienorm EN ISO 16890 von 2016 mit der älteren EN 779. Letztere ist, nach einer Übergangszeit von 18 Monaten, seit Mitte 2017 abgelöst. Aus diesem Grund findet sich im Anhang des Dokuments eine Gegenüberstellung früherer Filterklassen nach EN 779 mit den entsprechenden Filtereffizienzen der Partikelklassen ePM1, ePM2,5 und ePM10 gemäß EN ISO 16890.

Die Eurovent-Richtlinie 4/23 „Auswahl von Luftfilterklassen nach EN ISO 16890 für allgemeine Lüftungsanwendungen“ ist als pdf-Dokument über die Website des Verbands www.eurovent.eu in mehreren Sprachen frei zugänglich.

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