Portfolio-Erweiterung bei erneuerbaren Energiequellen

MOL-Gruppe nimmt erste Biomethananlage in Ungarn in Betrieb

Die ungarische MOL-Gruppe hat in Szarvas ihre erste Anlage zur Produktion von netzfähigem Biomethan eingeweiht. Mit der Investition von mehr als 2,7 Milliarden Forint (HUF) speist der Energiekonzern künftig Biogas in das nationale Erdgasnetz ein.

1 min
Industrieanlage mit weißen Lagertanks, Rohrleitungen und technischen Anlagen auf trockenem Gelände.
default

Durch die hochgradige Aufbereitung des erzeugten Biogases können künftig jährlich über 7 Millionen Kubikmeter fossiles Erdgas durch erneuerbare Energie ersetzt werden. Diese Gasmenge entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von rund 8.500 Haushalten. Das erzeugte Biomethan ist mit einem ISCC-Grünzertifikat versehen und bietet damit eine deutlich höhere Wertschöpfung als fossile Energieträger.

Neben der Einspeisung in das Erdgasnetz kann der erneuerbare Energieträger als BioCNG oder BioLNG direkt im öffentlichen Nahverkehr sowie im Güterkraftverkehr zur Dekarbonisierung der Mobilität genutzt werden. Es handelt sich um die erste Biomethananlage der MOL-Gruppe sowie die dritte Einrichtung dieser Art in Ungarn. Die technologische Ausrüstung für die Biogasaufbereitung lieferte der italienische Spezialist Gruppo AB.

Nutzung regionaler Abfälle und Reststoffe

MOL hatte die Biogasanlage in Szarvas im Jahr 2023 erworben. In den vergangenen Jahren wurden aus den jährlich erzeugten 11 bis 12 Millionen Kubikmetern Biogas mittels Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) knapp 24 GWh Ökostrom sowie Wärme produziert. Das aktuelle Upgrade erweitert das Nutzungsspektrum nun um die direkte Aufbereitung zu netzkonformem Biomethan. Für den Betrieb verarbeitet die Anlage jährlich umfangreiche organische Reststoffe aus der Region, darunter ober 40.000 t Abfälle aus der regionalen Fleischindustrie, 53.000 t Reststoffe (wie Gülle und Putenmist) aus benachbarten Viehhaltungs- und Verarbeitungsbetrieben sowie rund 18.000 t landwirtschaftliches Substrat. Diese Integration lokaler Stoffströme nutzt das ausgeprägte Agrarpotenzial Mitteleuropas und verbindet es mit der bestehenden Gasinfrastruktur.

Langfristig strebt der Energiekonzern an, Biomethan über seine kommerziellen und finanziellen Kapazitäten zu einem großflächigen, handelbaren Gasgeschäft auszubauen. Die im Werk Szarvas gewonnenen Betriebserfahrungen sollen zudem als Grundlage für künftige Akquisitionen und Greenfield-Investitionen im Bereich der erneuerbaren Energien dienen.