Bottles of cold and fresh beer with ice

(Bild: fotofabrika – Fotolia)

Dass die Unordnung auf einem Schreibtisch immer ein Maximum anstrebt, lässt sich auf den gleichen physikalischen Grundsatz zurückführen, dem auch die Wärmelehre folgt: Jeder Versuch, Ordnung zu schaffen, kostet Energie. Und ohne diese strebt die Unordnung immer ein Maximum an. Obwohl schon dem Neandertaler klar war, dass beim Braten von Mammutkeulen das Feuer nicht heißer wird, weil die Keule darüber einfriert, hat erst der Physiker Rudolf  Clausius im Jahr 1850 im 2. Hauptsatz der Wärmelehre (Thermodynamik) erklärt, warum das so ist: Wärme geht nicht von einem kalten auf einen wärmeren Körper über, weil die Richtung, in der Wärmeenergie fließt, unumkehrbar ist. Der Physiker definierte dafür den Begriff der Entropie.

Ohne Entropie nur warmes Bier

Insofern müssen wir unseren angelsächsisch geprägten Ingenieurskollegen aus England und den USA einen überzogenen Optimismus unterstellen, weil diese für Apparate, die zum Kühlen und Beheizen von Chemieanlagen eingesetzt werden, den Begriff „Heat Exchanger“ nutzen. Denn wenn der Wärmeübergang per Entropie eine Einbahnstraße ist, dann kann Wärme nicht getauscht werden. Entweder gab es also auch schon vor Google Translator Übersetzungsfehler, oder die Erkenntnis des deutschen Physikers wurde jenseits von Ärmelkanal und Atlantik einfach ignoriert. Für Letzteres spricht im Falle von Großbritannien auch die Vorliebe der Inselbewohner für lauwarmes Bier: Ohne Entropie werden Ale und Stout sogar im Kühlschrank warm. Andererseits erklärt das nicht, weshalb Amerikaner ihre bierähnlichen Getränke nur frosttot zu sich nehmen. Und selbst in der Heimat von Rudolf Clausius verweigern sich sogar Apparatehersteller dessen Erkenntnis, wenn Sie ihr Produkt „Wärmetauscher“ nennen. Egal, solange sie dabei helfen, dass der Gerstensaft ordentlich Stammwürze hat und mit 7 °C ins Glas kommt. Prost!

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