Verrostetes, überwachsenes Ölfass

Die internationale Energieagentur fordert, dass zukünftig keine neuen Öl- und Gasfelder erschlossen werden. (Bild: www.hpunkt.de – Fotolia)

Laut dem Sonderbericht “Net Zero by 2050” der Internationalen Energieagentur (IEA) werden die bisherigen Maßnahmen der Regierungen weltweit nicht ausreichen, um dem Klimawandel zu begegnen. Selbst wenn alle Pläne vollständig erreicht würden, würde dies nicht dazu führen, die globalen CO2-Emissionen bis 2050 auf null zu bringen und den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 °C zu begrenzen. Doch der Bericht macht Hoffnung: Die nach eigenen Angaben weltweit erste umfassende Studie will einen Weg aufzeigen, wie sich die Netto-Null erreichen lassen könnte. Dabei verspricht sie gleichzeitig eine stabile und erschwingliche Energieversorgung, einen universellen Zugang zu Energie und ein robustes Wirtschaftswachstum. Die Studie untersucht auch Unwägbarkeiten wie die Rolle von Bioenergie, Kohlenstoff-Abscheidung und Verhaltensänderungen.

Keine Ölfelder ab sofort, keine Verbrenner ab 2035

Konkret rät die IEA unter anderem davon ab, von jetzt an in neue Projekte im Bereich fossile Brennstoffe zu investieren. Das schließt auch aus, neue Öl- und Gas-Felder zu erschließen. Außerdem sollen bis 2035 keine neuen Pkw mit Verbrennungsmotoren verkauft werden und bis 2040 soll der globale Stromsektor bereits die Netto-Null erreicht haben. Kurzfristig beschreibt der Bericht einen Netto-Null-Emissionspfad, der den sofortigen und massiven Einsatz aller verfügbaren erneuerbaren Energietechnologien erfordert, kombiniert mit einem großen globalen Schub zur Beschleunigung von Innovationen. Der Pfad sieht vor, dass der jährliche Zubau von Photovoltaik-Anlagen bis 2030 630 GW und der von Windkraft-Anlagen 390 GW erreichen soll. Zusammen ist dies das Vierfache des Rekordniveaus von 2020. Um die nötige Leistung der Photovoltaik-Anlagen bis 2030 zu erreichen, müsste in etwa der derzeit größte Solarpark der Welt täglich hinzugefügt werden.

Regierungen müssen in Forschung investieren

Der größte Teil der globalen CO2-Reduzierung bis 2030 lässt sich nach den Plänen der IEA mit heute verfügbaren Technologien bewerkstelligen. Aber im Jahr 2050 käme fast die Hälfte der Reduktionen von Verfahren, die sich derzeit erst in der Demonstrations- oder Prototypenphase befinden. Deshalb müssten die Regierungen ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung - sowie für die Demonstration und den Einsatz von sauberen Energietechnologien - zügig erhöhen und neu priorisieren und diese in den Mittelpunkt der Energie- und Klimapolitik stellen. Die Ausgaben im Energiesektor würden laut der Studie Millionen von Arbeitsplätzen in den Bereichen saubere Energie sowie in der Ingenieur-, Fertigungs- und Bauindustrie schaffen.

Weniger Energieverbrauch, fast nur Ökostrom

Bis 2050 stellt sich die IEA die Energiewelt wie folgt vor: die globale Energienachfrage ist rund 8 % geringer als heute, bedient aber eine mehr als doppelt so große Wirtschaft und eine Bevölkerung mit 2 Milliarden mehr Menschen. Fast 90 % der Stromerzeugung stammt aus erneuerbaren Quellen, wobei Wind und Solar zusammen fast 70 % ausmachen. Der Rest kommt aus der Kernkraft. Der Anteil fossiler Brennstoffe an der Gesamtenergieversorgung sinkt von heute fast 80 % auf etwas mehr als 20 %. Die verbleibenden fossilen Brennstoffe werden in Gütern verwendet, bei denen der Kohlenstoff im Produkt enthalten ist, wie bei Kunststoffen, in Anlagen, die mit Kohlenstoffabscheidung ausgestattet sind, und in Sektoren, in denen es nur wenige Optionen für emissionsarme Technologien gibt.

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