Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen, Mitarbeiter vor Cracker

Die Unternehmen wollen durch chemisches Recycling Pyrolyseöl aus Kunststoffabfällen gewinnen. (Bild: BASF)

| von Nora Menzel

Remondis soll als Recycling-Dienstleister geeignete Kunststoffabfälle für die Anlage liefern. Quantafuel will die nötige Technologie beisteuern sowie die Anlage betreiben und BASF das entstehende Pyrolyseöl im Rahmen des Chemcycling-Projekts als Rohstoff im Produktionsverbund einsetzen. Quantafuel ist auf die Pyrolyse von gemischten Kunststoffabfällen und die Aufreinigung des entstehenden Pyrolyseöls spezialisiert; die Technologie wird gemeinsam mit BASF entwickelt und gehalten. Der Standort der Pyrolyseanlage wird gemeinsam geprüft.

Jährlich fallen in Europa knapp 20 Mio. t Kunststoffabfälle an, die noch nicht recycelt werden. Durch die Etablierung des chemischen Recyclings als eine zum mechanischen Recycling komplementäre Lösung wird es möglich, insgesamt mehr Kunststoffabfälle in den Stoffkreislauf zurückzuführen, die andernfalls energetisch verwertet werden. Mit der Pyrolysetechnologie können Kunststoffabfallströme verwertet werden, die zum Beispiel aus technologischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mechanisch recycelt werden.

Um die Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe auszubauen, wird gemeinsam geprüft, welche der von Remondis zur Verfügung gestellten Kunststoffabfälle künftig einem chemischen Recycling zugeführt werden könnten.

„BASF hat sich zum Ziel gesetzt, ab 2025 jährlich 250.000 t recycelte Rohstoffe zu verarbeiten. Dabei ist es wichtig, nur Rohstoffe einzusetzen, die aus Kunststoffabfällen gewonnen werden, welche sonst nicht recycelt worden wären“, sagt Dr. Lars Kissau, Leiter der globalen strategischen Geschäftsentwicklung im Bereich Petrochemikalien bei BASF. „Wir machen stetig Fortschritte beim Hochfahren unserer ersten Anlage in Skive und freuen uns, jetzt mit dem Roll-out der Technologie zu beginnen“, sagt Kjetil Bøhn, CEO von Quantafuel.

Jürgen Ephan, Geschäftsführer Remondis Recycling, wies auf die Bedeutung des gemeinsamen Projekts hin: „Um die Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, die sich die Europäische Union in ihrem visionären Green Deal gesetzt hat, ist es unerlässlich, die Recyclingquoten überall dort zu erhöhen, wo es technisch und wirtschaftlich machbar ist.“

Der rechtliche Rahmen auf EU- und nationaler Ebene wird entscheidend dafür sein, ob chemisches Recycling zukünftig zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe beitragen kann. Dazu gehört, dass Produkte, die auf chemisch recycelten Rohstoffen basieren, auf das Erreichen von Rezyklat-Einsatzquoten angerechnet werden können.

Einsatz 1:1 möglich

Das aus Kunststoffabfällen gewonnene Pyrolyseöl wird in die Verbundproduktion des Chemieunternehmens eingespeist, wobei die gleiche Menge an fossilen Ressourcen eingespart wird. Da das Pyrolyseöl direkt am Anfang der chemischen Wertschöpfungskette eingesetzt wird, haben die fertigen Verkaufsprodukte die gleichen Eigenschaften wie Produkte, die aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden. Der Anteil des recycelten Materials wird den Endprodukten nach einem von unabhängiger Stelle zertifizierten Massenbilanzansatz zugeordnet, wodurch der Rohstoffhersteller zertifizierte Produkte mit dem Namenszusatz Ccycled anbieten kann.

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