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Chempark Dormagen: Großprojekte von Bayer und Currenta in den Startlöchern

16.03.2015 Bayer Cropscience und Currenta haben Großprojekte für den Chempark Dormagen angekündigt. Das war unter anderem Thema auf dem Frühjahrs-Pressegespräch des Parks. 2014 nahmen außerdem drei Produktionsanlagen, darunter das Mammut-TDI-Projekt von Bayer Materialscience, den Betrieb aufgenommen. Insgesamt investierten die Unternehmen im vergangenen Jahr rund 225 Millionen Euro am Standort.

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Chempark Dormagen: Großprojekte von Bayer und Currenta in den Startlöchern

Der Chempark Dormagen wächst: Großprojekte von Bayer Cropscience und vom Betreiber Currenta stehen in den Startlöchern (Bild: Currenta)

Für 2015 und 2016 kündigt nun Bayer Cropscience Investitionen über 80 Mio. Euro in seine Produktionsanlagen an. Das größte Einzelprojekt des Unternehmens ist der Ausbau der Kapazitäten für Prothioconazol, der 2017 abgeschlossen sein soll. Der Wirkstoff dient als Basis für Fungizide. Der bis 2016 geplante Ausbau der Produktion von Flupyradifurone aus der Insektizid-Wirkstoffklasse der Butenolide bildet einen weiteren Schwerpunkt.

Diese Investitionen führen auch beim Standort-Betreiber Currenta zu Projekten, die bis 2017 abgeschlossen sein sollen. Dazu gehören etwa der Ausbau der Kälte- und Kühlwasserversorgung sowie eine Anpassung der Entsorgungslogistik. Der Umfang der Investitionen soll sich auf insgesamt rund 70 Mio. Euro belaufen.
Für ein weiteres Großprojekt hatte Currenta bereits 2014 die Weichen gestellt: Das Unternehmen will die Dampfversorgung am Standort modernisieren und elf neue Kessel errichten. Diese sollen die Produktionsbetriebe immer dann mit Dampf versorgen, wenn das von RWE im Chempark betriebene Gas-und-Dampf-Kraftwerk nicht läuft. Zurzeit übernimmt die Dampfproduktion ein Kessel des RWE, der 2017 nach rund 40 Jahren Betrieb stillgelegt und durch mehrere kleinere Kessel von Currenta ersetzt wird.

Auch Materialscience hat ein neues Projekt vor Augen: Um Kohlendioxid als neuen Rohstoff nutzen zu können, plant die Bayer-Tochter in Dormagen eine auf rund 15 Mio. Euro veranschlagte Produktionsstraße. Hier soll mit Hilfe des CO2 eine Art von Polyolen für PU-Schäume hergestellt werden. Durch CO2 kann Erdöl als herkömmlicher Rohstoff für die Kunststoffproduktion teilweise eingespart werden. Die neue Produktionsstraße soll eine Kapazität von 6.000 t/a haben und 2016 in Betrieb gehen.

Park schließt 2014 positiv ab
Im Dezember 2014 konnte Materialscience seine Anlage zur Herstellung von Tolyulen-Diisocyanat (TDI) symbolisch in Betrieb nehmen – eines seiner größten Bauprojekte der letzten Jahre. Die Investitionen in die Großanlage beliefen sich auf rund 250 Millionen Euro.

Zusätzliche 100 Mio. Euro investierte Air Liquide 2014 in einen Steamreformer, der Wasserstoff und Kohlenmonoxid produziert – unter anderem für die TDI-Anlage. Der Reformer läuft seit Mitte Dezember 2014.
Bereits im Oktober 2014 hatte die finnische Firma Kemira nach knapp zwei Jahren Bauzeit die Produktion für Flockungsmittel, die bei der Wasseraufbereitung und Abwasserbehandlung eingesetzt werden, in Betrieb genommen. Ein zentrales Ausgangsprodukt ist dabei Salzsäure, die bei Materialscience unter anderem in der TDI-Produktion anfällt.

Beim Frühjahrspressegespräch zog Leiter Ernst Grigat demnach eine positive Bilanz für den Standort.
Allerdings fand er auch kritische Worte – vor allem bei den Themen Infrastruktur und Energie: Eine intakte Verkehrsinfrastruktur in NRW bleibe für den Chempark eines der dringlichsten Anliegen in Richtung Politik. Die für den Lastverkehr derzeit nicht mehr befahrbare Autobahnbrücke A1 bei Leverkusen sei nur ein Beispiel für den verbesserungswürdigen Gesamtzustand der hiesigen Verkehrsinfrastruktur. Beim Thema Energie forderte der Chempark-Leiter klare Verhältnisse und Planungssicherheit für Unternehmen.

Hier finden Sie einen CT-Artikel zur TDI-Anlage von Materialscience.

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