Biobasierte Grundchemikalien und Kunststoffe

Furanova verlagert Pilotanlage für FDCA nach Gendorf

Das Startup Furanova verlegt seine Pilotanlage in den Industriepark Gendorf. Das Unternehmen entwickelt ein Verfahren zur Herstellung biobasierter Grundstoffe für Kunststoffe und will seine Technologie in den industriellen Pilotmaßstab überführen.

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Auf der eigens vorbereiteten Ansiedlungsfläche Base One im Chemiepark Gendorf plant das Startup Furanova den Bau seiner Pilotanlage.
V.l.: ISG-Geschäftsleiter Dominik Gschwendtner, Ansiedlungsmanager Christian Eichner, Furanova-CEO Dr. Oliver Bolzern, Furanova-COO Dr. Christian Keck, ISG-Geschäftsleiter Dr. Christoph von Reden.
Auf der eigens vorbereiteten Ansiedlungsfläche Base One im Chemiepark Gendorf plant das Startup Furanova den Bau seiner Pilotanlage.V.l.: ISG-Geschäftsleiter Dominik Gschwendtner, Ansiedlungsmanager Christian Eichner, Furanova-CEO Dr. Oliver Bolzern, Furanova-COO Dr. Christian Keck, ISG-Geschäftsleiter Dr. Christoph von Reden.

Furanova entwickelt eine neue, hocheffiziente Technologie zur Herstellung biobasierter Grundstoffe für Kunststoffe der nächsten Generation. Gleichzeitig entsteht dabei grüner Wasserstoff. Damit verbindet das Unternehmen zwei wichtige Bausteine für eine Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und eine klimafreundlichere Industrie in einem Verfahren.

Mit dem Aufbau der Pilotanlage in Gendorf soll die Technologie erstmals im industriellen Maßstab erprobt werden. Im Zentrum des Verfahrens steht die Herstellung von FDCA (2,5-Furandicarbonsäure), einem wichtigen Ausgangsstoff für biobasierte Kunststoffe wie Polyethylenfuranoat (PEF). Als Rohstoffe dienen Zucker und erneuerbare Elektrizität. Die geplante Skalierung der Technologie soll neue Wertschöpfungsketten auf Basis nachwachsender Rohstoffe ermöglichen und die Entwicklung nachhaltiger sowie recycelbarer Materialien unterstützen. Langfristig plant Furanova den Aufbau von 60 bis 80 Arbeitsplätzen am Standort Gendorf. Das Marktpotential für FDCA ist groß: Furanova schätzt den adressierbaren Kunststoffmarkt auf 100 bis 200 Mio. t, darunter Anwendungen wie PEF-Flaschen, PEF-Fasern und PEF-Folien sowie weitere Kunststoffbereiche. PEF ist vollständig recycelbar und weist gegenüber PET unter anderem eine bessere Gasbarriere auf. Dadurch bleibt zum Beispiel Kohlensäure in PEF-Flaschen besser erhalten.

Bereits im Herbst 2026 wird Furanova Büroräume im Chemiepark Gendorf beziehen. Anschließend folgt die Verlagerung der Pilotanlage nach Gendorf, die auf der speziell für Deeptech-Startups konzipierten Ansiedlungsfläche „Base One“ errichtet werden soll. Die Inbetriebnahme ist für das erste Quartal 2027 vorgesehen. Perspektivisch plant Furanova den Aufbau einer Demonstrationsanlage sowie einer späteren Produktionsanlage im Chemiepark. 

Für Furanova stellt der Schritt vom Labor- in den Pilotmaßstab einen entscheidenden Meilenstein auf dem Weg zur industriellen Umsetzung der Technologie dar. Die vorhandene Infrastruktur des Chemieparks, die Verfügbarkeit technischer Dienstleistungen sowie die Unterstützung bei Themen wie Behördenmanagement, Planung und Projektumsetzung durch InfraServ Gendorf waren wesentliche Gründe für die Standortentscheidung. Zudem ermöglicht das Konzept von Base One einen schnellen und unkomplizierten Einstieg in den Chemiepark.

Die Ansiedlung von Furanova unterstreicht die Entwicklung des Chemieparks Gendorf zu einem Standort für industrielle Zukunftstechnologien. Mit Angeboten wie BASE ONE, einer speziell für Startups und Scaleups vorbereiteten Industriefläche, der Verfügbarkeit technischer Dienstleistungen sowie Unterstützung bei Themen wie Behördenmanagement, Planung und Projektumsetzung schafft Standortbetreiber InfraServ Gendorf gezielt Rahmenbedingungen für technologieorientierte Unternehmen, die den Schritt vom Labor in die industrielle Anwendung gehen. Damit etabliert sich der Standort zunehmend als Heimat für industrielle Deeptech-Innovationen in Bayern. „Für uns ist die Ansiedlung in Gendorf der nächste logische Schritt auf dem Weg zur industriellen Skalierung unserer Technologie“, sagt Furanova-Gründer und CEO Dr. Oliver Bolzern. „Hier finden wir die Infrastruktur, die Erfahrung und das industrielle Umfeld, um unsere Pilotanlage zügig in Betrieb zu nehmen und die Grundlage für die nächsten Ausbaustufen zu schaffen. Mit dem Büro in Gendorf und der Pilotanlage auf Base ONE setzen wir einen wichtigen Anker für eine langfristige Entwicklung am Standort.“