Zellmontage ab 2028

Nucera baut eigenes Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa auf

Mit dem Assembly Hub in Portugal stärkt Thyssenkrupp Nucera seine europäische Wertschöpfungskette und bündelt die Montage von Elektrolysezellen an einem zentralen eigenen Standort. Die dortige Zellmontage soll 2028 beginnen.

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Stahlgerüst mit Rohrleitungen und großem zylindrischem Behälter in einer Industrieanlage.
Zellen für die alkalische Wasserelektrolyse montiert Nucera ab 2028 in Portugal.

Thyssenkrupp Nucera baut im VGP-Park im portugiesischen Vila Nova de Gaia, südlich von Porto, erstmals ein selbst betriebenes zentrales Montagezentrum für Elektrolysezellen auf. Mit dem sogenannten Assembly Hub stärkt der Anbieter von Elektrolyseanlagen seine europäische Wertschöpfungskette und treibt zugleich die Automatisierung der Zellmontage voran. Der Assembly Hub soll eine schnellere und effizientere Zellmontage ermöglichen und die Kapazität signifikant steigern. Zunächst werden dort Zellen für die alkalische Wasserelektrolyse montiert. Das Unternehmen hat nun den Mietvertrag für die mehr als 7.500 Quadratmeter große Halle unterschrieben. „Der Assembly Hub ist für uns ein Meilenstein für Automatisierung und Montageeffizienz“, sagt Dr. Werner Ponikwar, CEO von Thyssenkrupp Nucera. „Durch die zentrale und teilautomatisierte Zellmontage erhöhen wir unsere Kapazität und verzahnen Montage und Service eng miteinander. Die Investition in den Assembly Hub ist zudem ein klares Bekenntnis zum Standort Europa und ein weiterer Beitrag zur Stärkung der europäischen Wasserstoffwirtschaft.“

Der Bau der Halle beginnt im Winter 2026. Nach Abschluss wird Nucera eine Montagelinie aufbauen. Die Zellmontage im Assembly Hub soll 2028 starten. Der Assembly Hub wird europäische und europanahe Elektrolyseprojekte bedienen. Ab 2028 werden hier zunächst Zellen für das „Onuba“-Projekt von Moeve montiert. Für den Assembly Hub investiert der Anlagenbauer 10 bis 14 Mio. Euro. Das Projekt wird im Rahmen des Compete2030-Programms von der portugiesischen Regierung mit rund 3,7 Mio. Euro gefördert.

Der Assembly Hub vereinfacht die Zellmontage auch auf Kundenseite. Kunden benötigen künftig keine eigene Montageinfrastruktur mehr. Das reduziert ihren Planungs-, Personal- und Ressourcenaufwand. Montagefertige Zellpakete verringern zudem die Komplexität auf der Baustelle – und schaffen mehr Flexibilität sowie eine höhere Betriebsbereitschaft. Auch beim Service profitieren Kunden von den Vorteilen des Assembly Hub. Das gilt sowohl für den laufenden Betrieb als auch für den Austausch von Zellen.

Bislang werden die einzelnen Zellelemente für Scalum, die standardisierte 20-Megawatt-Einheit der alkalischen Wasserelektrolyse, in dezentralen Kundenwerkstätten montiert und anschließend am jeweiligen Projektstandort installiert. Die manuelle und dezentrale Montage führt zu mitunter langen Montagezeiten pro Zelle und begrenzt damit die verfügbare Kapazität. Mit dem Assembly Hub bündelt Thyssenkrupp Nucera diese Montageschritte künftig an einem eigenen zentralen Standort. Dank der Linienstruktur und Automatisierung können mehrere Zellen parallel bearbeitet und die Durchlaufzeiten verkürzt werden.