VCI-Schlaglicht: Wirtschaftliche Lage der Branche leicht verbessert

Bessere Stimmung, aber noch lange kein Jubel

Die Stimmung in der Chemieindustrie hat sich im September weiter verbessert. Zum zweiten Mal in Folge bewerten die Unternehmen ihre Geschäftslage mehrheitlich positiv. "Die Stimmung hellt sich auf, aber Erholung bleibt fragil", beschreibt der VCI.

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Investitionsstau blockiert Standortpotenzial: Der VCI sieht zwar eine kurze Erholung in der Wirtschaftslage der Chemieindustrie, eine nachhaltige Trendwende sei aber nur mit umfassenden und vor allem schnellen Maßnahmen möglich.

Auch die Erwartungen hellten sich auf und drehten seit mehr als einem Jahr wieder ins Plus. Konkret heißt das: Die Unternehmen rechnen mit einer Belebung des Exportgeschäfts und blicken insgesamt etwas zuversichtlicher auf die kommenden Monate. Damit folgt die Chemie dem gesamtwirtschaftlichen Trend: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Wachstumsprognosen für Deutschland zuletzt nach oben korrigiert. Klar ist aber auch: Von einem eigenständigen und nachhaltigen Aufschwung kann noch keine Rede sein. Die wirtschaftliche Belebung wird vor allem durch staatliche Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung gestützt. Bei den privaten Investitionen und der industriellen Nachfrage gibt es zwar erste Anzeichen für eine Stabilisierung, diese bleibt aber insgesamt noch auf niedrigem Niveau.

"In der Chemie bricht noch lange kein Jubel aus"

Auch die jüngsten Branchendaten zeigen keine nachhaltige Trendwende. Auftragseingänge aus dem In- und Ausland gingen bereits im Sommer wieder zurück. Für die deutschen Chemieunternehmen ist das belastend: Rund 40 Prozent nennen den Auftragsmangel als gravierendes Geschäftshemmnis. Zudem verloren Produktion und Umsatz zuletzt an Schwung. Und temporäre Impulse durch den Irankrieg wie Lageraufbau, Vorsichtsbestellungen und Produktionsausfälle asiatischer Wettbewerber liefen aus. Gleichzeitig leidet die Branche weiterhin unter den bekannten strukturellen Belastungen. Hohe Kosten, Bürokratiewahn und Regulierung bremsen Investitionen und die industrielle Nachfrage. Die Folge: Aufgrund der Kostennachteile am Standort Deutschland können die Unternehmen auch von einer anziehenden Auslandsnachfrage nur begrenzt profitieren.

VCI-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Große Entrup kommentiert: „Nur weil die Stimmung nicht mehr komplett im Keller ist, bricht in der Chemie noch lange kein Jubel aus. Wir sehen keinen nachhaltigen Aufschwung. Die jüngste Erholung bleibt fragil. Zuversicht allein reicht nicht, um Produktion und Investitionen wieder anzukurbeln. Die Politik muss die Wachstumsbremsen – hohe Kosten und eine lähmende Bürokratie – endlich lösen.“