US-Rechtsstreitigkeiten zum Herbizid-Wirkstoff Glyphosat
Monsanto vereinbart Sammelvergleich zu Roundup-Klagen
Monsanto hat in den USA einen Sammelvergleich zu durch das Herbizid Roundup bedingten Krebsfällen vereinbart. Die Regelung umfasst bis zu 7,25 Mrd. US-Dollar über 21 Jahre und soll anhängige sowie künftige Klagen abdecken.
Das Unternehmen betont, dass Regulierungsbehörden in den USA und der EU wiederholt festgestellt hätten, dass glyphosathaltige Herbizide bei sachgerechter Anwendung sicher sind.
Bayer
Monsanto hat
in den USA einen Sammelvergleich zur Beilegung der Rechtsstreitigkeiten um das
Herbizid Roundup geschlossen. Die Vereinbarung soll sowohl laufende als auch
mögliche künftige Klagen wegen Erkrankungen am Non-Hodgkin-Lymphom erfassen.
Klägerkanzleien haben dazu einen Antrag auf vorläufige Genehmigung beim Circuit
Court of the City of St. Louis im US-Bundesstaat Missouri eingereicht.
Der
Vergleich ist Teil einer mehrgleisigen Strategie zur Eindämmung der
Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten, zu der auch die Überprüfung des Falls „Durnell“
durch den US Supreme Court gehört. Laut Bayer-Konzernvorstand Bill Anderson
schaffe die Kombination beider Schritte einen klaren Weg, um rechtliche
Unsicherheiten zu reduzieren. Der Sammelvergleich bleibt unabhängig vom
Verfahren vor dem Supreme Court. Dieser Fall soll klären, ob bundesrechtliche
Zulassungen staatliche Warnhinweisklagen ausschließen. Eine Entscheidung
zugunsten des Unternehmens könnte weitreichende Auswirkungen auf laufende und
künftige Verfahren haben, insbesondere für Kläger, die sich gegen eine
Teilnahme am Vergleich entscheiden.
Nach
Genehmigung durch das Gericht soll das Unternehmen über einen Zeitraum von bis
zu 21 Jahren maximal 7,25 Mrd. US-Dollar auszahlen. Die jährlichen Zahlungen
würden abnehmen und sind gedeckelt. Damit sollen finanzielle Planungssicherheit
und eine kontrollierte Abwicklung der aktuellen und möglichen künftigen Fälle
erreicht werden. Zusätzlich wurden weitere vertrauliche Vergleiche zu
Glyphosat-Verfahren geschlossen. Bereits zu Jahresbeginn hatte das Unternehmen
auch die noch offenen Urteile zu polychlorierten Biphenylen (PCB) am Sky Valley
Education Center im US-Bundesstaat Washington sowie Klagen wegen
PCB-Umweltbelastungen in Illinois und West Virginia beigelegt.
Vorbehaltlich
der finalen Jahresabschlussprüfung erhöhen die geschlossenen Vereinbarungen die
Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten von 7,8 Mrd. Euro
Ende September 2025 (davon 6,5 Mrd. Euro für Glyphosat) auf 11,8 Mrd. Euro
(davon 9,6 Mrd. Euro für Glyphosat).
Das
Unternehmen betont, dass die Vergleiche kein Schuldeingeständnis darstellen.
Regulierungsbehörden in den USA und der EU hätten wiederholt festgestellt, dass
glyphosathaltige Herbizide bei sachgerechter Anwendung als sicher gelten.
Der Sammelvergleich soll alle Kläger abdecken, die vor
dem 17. Februar 2026 Roundup ausgesetzt waren und bereits eine ärztlich
bestätigte NHL-Diagnose haben oder innerhalb von 16 Jahren nach finaler
Genehmigung eine Diagnose erhalten. Ein professioneller Verwalter soll das
Programm umsetzen. Die Vereinbarung muss vom Gericht genehmigt werden. Kläger
können ablehnen; in diesem Fall könnte das Unternehmen die Vereinbarung
kündigen, wenn die Teilnahmequote nicht ausreicht.