Bioöl für Drop-in-Rohstoffe

Cemvita und Radix planen Anlage für Biokraftstoff-Vorprodukt

Cemvita und Radix treiben in Brasilien die Vorplanung für eine Anlage voran, die Rohglycerin zu Öl für Biokraftstoffe verarbeitet. Die endgültige Investitionsentscheidung wollen die Partner noch 2026 treffen.

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Rohglycerin ist ein traditionell geringwertiges Nebenprodukt der Biodieselproduktion.

Der Kraftstoffproduzent Cemvita und das Technologieunternehmen Radix arbeiten am Frontend-Engineering-and-Design (Feed) eines Projekts in Brasilien, das Rohglycerin aus der Biodieselproduktion zu Bioöl umwandeln soll. Dieses dient als Einsatzstoff für nachhaltigen Flugkraftstoff (SAF) und andere Biokraftstoffe. Das Vorhaben basiert auf einem Verfahren, das Rohglycerin in ein Öl überführt, das unter anderem in bestehenden Raffinerien mitverarbeitet oder zu SAF auf Basis von hydroverarbeiteten Estern und Fettsäuren weiterverarbeitet werden kann.

Die Partner arbeiten insbesondere daran, das biobasierte Verfahren hochzuskalieren. Dafür definieren sie Betriebsgrenzen, überprüfen Annahmen und passen die Biologie an die realen industriellen Gegebenheiten an. Im Rahmen des Projekts soll Rohglycerin, ein traditionell geringwertiges Nebenprodukt der Biodieselproduktion, zu einem strategischen Input für Kraftstoffe mit niedriger Kohlenstoffintensität gemacht werden.

Luciano Zamberlan, VP of Operations and Engineering beim Kraftstoffproduzenten, berichtet, dass sie gemeinsam mit dem Technologieunternehmen ein ursprünglich für die USA konzipiertes Projekt erfolgreich tropentauglich gemacht haben. Das schloss ein, die Auswahl der Ausrüstung, die Versorgungseinrichtungen, das Layout und die Integrationsstrategien an Brasilien anzupassen. Dieser Ansatz ermöglichte, die Kosten pro Tonne produziertem Bioöl um fast 40 % zu reduzieren und gleichzeitig Synergien mit bestehenden industriellen Anlagen und lokalen Kapazitäten zu nutzen.