Zukunftssichere Kältetechnik im industriellen Fokus
Klimawandel stellt höhere Anforderungen an Kälteanlagen
Der Klimawandel hat schon jetzt konkrete Auswirkungen auf die Kältetechnik – für die Hersteller von Kälteanlagen und auch für deren Betreiber. Welcher Handlungsbedarf besteht dadurch und wie gestalten Anwender ihre Kälteversorgung zukunftssicher?
Der Klimawandel erfordert eine
Anpassung der Auslegungstemperaturen von Kälteanlagen, damit diese auch bei
künftigen extremen Hitzeperioden die notwendige Kühlleistung zuverlässig
erbringen können.
Durch den Einsatz effizienter
Regelungstechnologien wie Freikühler und drehzahlgeregelter Komponenten lassen
sich steigende Energiekosten sowie CO2 -Emissionen trotz höherer
Außentemperaturen signifikant reduzieren.
Die Umstellung auf natürliche
Kältemittel ist entscheidend, um gesetzliche Vorgaben der F-Gase-Verordnung zu
erfüllen, die Betriebssicherheit zu garantieren und staatliche Förderungen zu
erhalten.
Die höchste zu erwartende Umgebungstemperatur ist ein
entscheidender Faktor bei der Auslegung von Industrie-Kälteanlagen und auch von
Kaltwassersätzen und Rückkühlanlagen. Diese Temperatur bestimmt letztlich die
Anlagenhöchstleistung. Wird sie zu niedrig angesetzt, kann die Kälteanlage in
Hitzeperioden nicht ausreichend Kälte bereitstellen.
Dass dieser Faktor steigen wird, steht für die
Klimaforschung außer Frage. Wie hoch die Steigerungen konkret sein werden,
hängt von der realen Erderwärmung ab und damit auch von den Bemühungen um die
Reduzierung der CO2-Emissionen. Ein mögliches Szenario sieht so aus: Um das
Jahr 2050 wird es im Südwesten Deutschlands an 80 Tagen Temperaturen von über
25 °C geben. In den Jahren 1971 bis 2000 waren es im Schnitt nur dreißig Tage.
In Stuttgart wird es an 70 Tagen heißer als 30 °C sein, und die Spitzenwerte werden
bei kaum vorstellbaren (und bislang noch nie erreichten) 45 °C liegen.
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Auslegungstemperatur prüfen
Da die Zieltemperatur der Kälte, die eine Anlage zum Beispiel für
den Spritzgießprozess oder die Pharmaproduktion erzeugen soll, unverändert
bleibt, müssen die Anlagen in Zukunft eine größere Temperaturdifferenz
überbrücken und eine höhere Kälteleistung erzeugen beziehungsweise erbringen. Der Anwender
sollte somit prüfen, ob seine Anlage für das zu erwartende Temperaturniveau
ausgelegt ist.
Ist das nicht der Fall, kann der Temperaturbereich eventuell
durch Vergrößern der Wärmetauscher oder durch Integration zusätzlicher
Wärmetauscher in den Kältekreislauf erweitert werden. Ob das möglich und mit
welchem Aufwand es verbunden ist, hängt von den individuellen Gegebenheiten ab.
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Aber auch wenn die Anlage selbst bei einer Außentemperatur
von 45 °C die gewünschte Kältemenge problemlos bereitstellen kann, gibt es
Handlungsbedarf. Denn die Anlage wird in Zukunft, bei höheren
Umgebungstemperaturen, mehr beansprucht. Die Folgen sind höherer
Energieverbrauch und höhere CO2 -Emissionen. Außerdem werden die Energiekosten,
vorsichtig ausgedrückt, perspektivisch eher steigen als fallen, und durch die CO2 -Bepreisung sind weitere Kosten zu erwarten. Das sollte insbesondere bei der
Projektierung neuer Anlagen berücksichtigt werden. Denn mit der höheren
Leistung, die Kälteanlagen künftig erbringen müssen, steigt die Bedeutung und
auch die Wirksamkeit von energiesparenden Konstruktionsmaßnahmen.
Effizienz in allen Temperaturlagen
Eine zukunftssichere Kältemaschine muss somit auf die zu
erwartenden hohen Außentemperaturen ausgelegt und mit den entsprechenden
Techniken ausgerüstet sein. Dazu gehören auch geeignete Kältemittel, das heißt Niederdruckkältemittel und natürliche Kältemittel.
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Allerdings treten die außergewöhnlich hohen Temperaturen,
für die eine Kälteanlage ausgelegt sein muss, ja nun in extremen Wetterlagen,
sprich Hitzeperioden auf. In allen anderen Temperaturbereichen muss die Anlage
aber ebenfalls energieeffizient arbeiten. Das ist dann gegeben, wenn sie gut
regelbar ist und ihre Leistung an die jeweilige Außentemperatur anpasst. Das
wird durch bewährte Regelungs- und Energieeinspartechniken gewährleistet:
Freikühler erzeugen benötigte Kälte bei mittleren und niedrigen Umgebungstemperaturen zum Nulltarif aus der Umgebung.L&R Kältetechnik
Ein
Freikühler (Winterentlastung) erzeugt die für die Rückkühlung des Kühlwassers
benötigte Kälte bei mittleren und niedrigen Umgebungstemperaturen zum
Nulltarif aus der Umgebung.
Eine (in
Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur) gleitende
Kondensationstemperaturregelung kann den Energieverbrauch bei mittleren und
niedrigen Außentemperaturen erheblich senken.
Eine
weitere empfehlenswerte Maßnahme, die sich in einem vertretbaren Zeitraum
amortisiert, ist der Einsatz von drehzahlgeregelten, bedarfsabhängig
gesteuerten Pumpen und Kompressoren.
Diese vom Lösungsanbieter von L&R genutzten
Energiespartechniken sorgen dafür, dass im Vergleich mit einer „normalen“ bis
zu 80 % der Antriebsenergie eingespart werden können. Eine solche, in allen
Temperaturlagen effiziente Kühlanlage ist dann sogar bis zu 45 % förderfähig.
Der Anbieter kann für jede Anlage und für jede dieser Maßnahmen die Kosten
sowie die zu erwartenden Energieeinsparungen berechnen. Damit ist der
Amortisationszeitraum transparent, und der Anwender kann entscheiden, ob er
diese Maßnahme bei seiner neuen Kälteanlage umsetzen und integrieren möchte.
Neben diesen bewährten effizienzsteigernden Maßnahmen gibt
es auch neue Technologien, mit denen die Effizienz von Kälteanlagen gesteigert
werden kann. Beispiele sind adiabatische PAD-Freikühler, die auch bei hohen
Außentemperaturen eine Kühlung aus der Umgebung ermöglichen, und Wärmepumpen im
Rückkühlkreis. Letztere ermöglichen eine Wiederverwendung der Wärme, die in den
Prozess eingebracht wird. Mit beiden Technologien hat L&R umfassende und
durchweg positive Erfahrungen gesammelt.
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In jedem Fall gilt für die Betreiber von Kälteanlagen die
Empfehlung, sich beziehungsweise ihre Anlagen auf die prognostizierten höheren
Spitzen-Umgebungstemperaturen einzustellen. L&R hat jedenfalls die
Auslegungstemperatur schon mehrfach angepasst, auf der Basis der
Langfrist-Klimavorhersagen des Deutschen Wetterdienstes.
Zukunftssichere Kältetechnik mit natürlichen Kältemitteln
Ein weiterer Zukunftsaspekt, der bei der Planung neuer
Kälteanlagen und auch bei der Bewertung vorhandener Anlagen zu berücksichtigen
ist, betrifft das verwendete Kältemittel. Die F-Gase-Verordnung regelt den
schrittweisen Ausstieg aus dem Gebrauch von klimaschädigenden HFKW-Kältemittel,
die in vielen älteren Anlagen eingesetzt werden. Bei Anlagen mit diesen
Kältemitteln darf der Anwender ab einem definierten Zeitraum – in Abhängigkeit
unter anderem von der Füllmenge – nicht mehr in den Kältekreislauf eingreifen und Kältemittel nachfüllen. Die Lebensdauer dieser Anlagen ist somit begrenzt.
Alternativen stehen zur Verfügung: Mit natürlichen Kältemitteln wie Propan,
die ein extrem geringes „Global Warming Potential“ aufweisen, lassen sich sehr
energieeffiziente und zukunftssichere Kälteanlagen projektieren. Diese Anlagen
(und nur solche) sind zudem Bafa-förderfähig.