Marktkonsultation des Rotterdamer Hafen
Unsichere Nachfrage bremst Investitionen in H2-Terminals
In einer Marktkonsultation hat der Hafen Rotterdam Unternehmen, die Wasserstoff-Importterminals planen, zu Engpässen bei der Projektentwicklung befragt. Hauptsorge ist demnach die unsichere Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern.
Martens Multimedia
Mit einer
Marktkonsultation wollte der Hafen Rotterdam Unternehmen erreichen, die Stand Ende
2025 ein Importterminal für Wasserstoff oder dessen Derivate (Ammoniak,
Methanol, LOHC) im Hafen Rotterdam erweitern, entwickeln oder die Entwicklung
in Erwägung ziehen. Das schließt den Empfang von Wasserstoff per Schiff, dessen
Speicherung, eine mögliche Konvertierung beispielsweise mittels eines Crackers
oder einer Dehydrierungsanlage sowie den Transport zu Abnehmern per Pipeline,
Binnenschiff oder Bahn ein.
Ziel der
Hafenbehörde war, von den Marktteilnehmern zu erfahren, wo genau die Engpässe
beim Entwickeln von Importterminals für Wasserstoff(derivate) liegen. Denn mit
dem Verständnis der Marktdynamiken ist es möglich, die Projektentwicklung
gezielt mit (finanziellen) Förderinstrumenten zu beschleunigen.
Die Antworten
auf die Marktkonsultation ergaben, dass eines der Hauptrisiken die unsichere
Nachfrage nach erneuerbaren Energieträgern ist. Ein Umstand, der eng mit der
Unklarheit über das Umsetzen politischer Maßnahmen zur Nachfragestimulierung
verknüpft ist. Daneben sehen die Unternehmen weitere Risikofaktoren in der
Genehmigungspraxis, insbesondere im Hinblick auf Stickstoffemissionen und die
Unvorhersehbarkeit von Verfahrensdauern, in Engpässen des Stromnetzes sowie im
Mangel an Hinterlandanbindungen wie dem „Delta Rhine Corridor“ nach Deutschland.
Unternehmen fordern Investitionssicherheit
Mindestens
neun Unternehmen planen, Terminals im Hafen Rotterdam zu entwickeln, die für
den Umschlag von Ammoniak, Methanol, flüssigem Wasserstoff oder LOHC ausgelegt
sind – wahlweise mit oder ohne das direkte Umwandeln vor Ort in Wasserstoff mittels
Ammoniak-Cracking oder LOHC-Dehydrierungsanlagen. Die Kosten für ein solches
Terminal belaufen sich auf mehrere hundert Millionen Euro, weswegen die
Unternehmen ein gewisses Maß an Investitionssicherheit fordern, um die
Amortisation ihrer Ausgaben gewährleisten zu können. Die meisten gehen davon
aus, dass ihre potenziellen Terminals erst nach dem Jahr 2030 den Betrieb
aufnehmen werden.
Die von den Teilnehmern benannten Risiken wurden
priorisiert und werden nun von der Hafenbehörde Rotterdam gemeinsam mit ihren
öffentlichen und privaten Partnern angegangen.