Abwasserbehandlung in Chemieanlagen
Lanxess testet PFAS-Selektivharz in Feldversuch
Lanxess hat ein Selektivharz zur PFAS-Entfernung getestet. Ein Feldversuch beim Fluorchemie-Unternehmen Chemours zeigte hohe Abscheideraten im industriellen Betrieb. Die Wasseraufbereitungsanlage in Dordrecht läuft nach dem Test- nun im Normalbetrieb.
Dreistufige Kaskade aus Ionenaustauscherharzbehältern zur Adsorption kurzkettiger PFAS.
Chemours Dordrecht, courtesy of Logisticon Water Treatment
Lanxess hat in einem Feldversuch bei Chemours in Dordrecht mit einem Selektivharz zum Entfernen von PFAS mehr als 99,9 % aller fluorhaltigen organischen Verbindungen aus dem Produktionsabwasser des Fluorchemie-Unternehmens entfernt. Das eingesetzte Harz hat der Chemiekonzern speziell für kurz- und ultrakurzkettige PFAS entwickelt, die mit konventionellen Verfahren wie Aktivkohlefiltern oder herkömmlichen Ionenaustauschern nur schwer gebunden werden können. Diese Stoffe zeichnen sich durch hohe Stabilität aus und stellen Klär- und Wasserwerke vor technische Herausforderungen.
Das Aufbereiten erfolgt in einem dreistufigen Verfahren. Zunächst trennt eine Umkehrosmose das Abwasser in ein PFAS-armes Permeat und ein konzentriertes Restvolumen. Anschließend entfernen Aktivkohlefilter langkettige PFAS aus dem Konzentrat. Im dritten Schritt adsorbiert eine Kaskade aus drei Harzbehältern die verbleibenden kurzkettigen Verbindungen. Die beladenen Harze werden anschließend thermisch behandelt, um die PFAS zu zerstören.
Das Selektivharz basiert auf monodispersen Harzperlen mit reduziertem Durchmesser. Dadurch erhöht sich die Kapazität, während die Austauschkinetik auch bei hohen Durchflussraten stabil bleibt.
Die Wasseraufbereitungsanlage wurde von Logisticon Water Treatment entwickelt und geliefert. Nach einem mehrmonatigen Testbetrieb wird sie seit Mitte 2025 in Dordrecht im Regelbetrieb eingesetzt, um Emissionen fluororganischer Verbindungen am Standort zu reduzieren und regulatorische Anforderungen zu erfüllen.