Sondermonomer-Anlage von Wacker Chemie (Bild: Wacker)

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| von Redaktion

Der Umsatz ging durch Auswirkungen der Corona-Pandemie im 2. Quartal 2020 besonders stark zurück. Robusten Nachfrage aus der Bauindustrie sowie bei Polysilicium im 3. Und 4. Quartal konnten diesen Einbruch teilweise aufholen, aber nicht vollständig ausgleichen. Neben den im Jahresvergleich insgesamt etwas niedrigeren Absatzmengen haben auch Preisveränderungen und Währungseffekte die Umsatzentwicklung gebremst.

„Gemessen an Pandemie-Auswirkungen sehr gut geschlagen“

„Gemessen an den gravierenden Auswirkungen, die die COVID-19-Pandemie auf die Weltwirtschaft hatte, hat sich Wacker im abgelaufenen Geschäftsjahr sehr gut geschlagen“, sagte Konzernchef Rudolf Staudigl. „Die Aufstellung unseres Portfolios, mit der wir Schwächen in einzelnen Branchen zumindest zum Teil kompensieren konnten, hat sich in der gegenwärtigen Krise einmal mehr bewährt. Hinzu kommt unser erfolgreich angelaufenes Effizienz-programm, das uns 2020 bereits eine Ergebnisverbesserung von mehr als 50 Mio. Euro gebracht hat.“

Das Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des Geschäftsjahres 2020 belief sich nach den vorläufigen Zahlen auf 665 Mio. Euro (2019: 783 Mio. Euro), 15 % weniger als vor einem Jahr. Maßgeblich für diesen Rückgang ist ein Sonderertrag aus dem Vorjahr. Wacker hat 2019 in den Herstellungskosten Versicherungsleistungen in Höhe von 112,5 Mio. Euro aus dem Schadensfall verbucht, der sich 2017 am Standort Charleston in den USA ereignet hatte. Bereinigt um diesen Betrag ist das Ebitda im Jahresvergleich um 1 % zurückgegangen.

Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) beläuft sich auf 260 Mio. Euro (2019: -536 Mio. Euro). Der starke Anstieg ist vor allem eine Konsequenz der Sonderabschreibung von 760 Mio. Euro, die Wacker 2019 auf den Bilanzwert seiner Anlagen zur Herstellung von Polysilicium vorgenommen hat. Im Geschäftsjahr 2020 belaufen sich die Abschreibungen auf rund 400 Mio. Euro (2019: 1,32 Mrd. Euro). Das Jahresergebnis 2020 liegt bei 200 Mio. Euro (2019: -630 Mio. Euro).

Hygienegeschäft solide, Silicones schwächelt

Das Chemiegeschäft von Wacker hat sich im Geschäftsjahr 2020 je nach Marktsegment unterschiedlich entwickelt. Auf Grund der Auswirkungen der Corona-Pandemie gingen die Absatzmengen vor allem bei Siliconen für die Segmente Automobil und Textil deutlich zurück. Im Baubereich ist die Nachfrage dagegen vergleichsweise stabil geblieben. Sehr solide gestaltete sich das Geschäft mit Produkten für Anwendungen rund um die Themen Medizin, Gesundheit und Hygiene.

Wacker Silicones erzielte einen Jahresumsatz von 2,24 Mrd. Euro (2019: 2,45 Mrd. Euro) und blieb damit um 9 % unter dem Wert des Vorjahres. Wacker Polymers erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 1,30 Mrd. Euro (2019: 1,32 Mrd. Euro). Das ist ein Minus von 2 %. Der Umsatz von Wacker Biosolutions wuchs im vergangenen Geschäftsjahr um 1 % auf 245 Mio. Euro (2019: 243 Mio. Euro).

Das Ebitda der Chemiebereiche ist 2020 in der Summe um 2 % zurückgegangen. Ursächlich dafür waren in erster Linie die geringere Nachfrage und die niedrigeren Preise für Standardsilicone. Dagegen hat Wacker im Geschäft mit Dispersionen, Dispersions-pulvern und biotechnologisch hergestellten Produkten das Ebitda kräftig ausgebaut. Kosteneinsparungen aus dem laufenden Effizienzprogramm des Konzerns haben das Ebitda ebenfalls positiv beeinflusst.

Wacker Silicones erzielte 2020 ein Ebitda von 385 Mio. Euro (2019: 479 Mio. Euro). Das ist ein mengen- und preisbedingter Rückgang um 20 %. Spezialitäten zeigten sich in der Pandemie robuster als Standardprodukte. Das Ebitda von Wacker POLYMERS belief sich auf 270 Mio. Euro (2019: 194 Mio. Euro). Ausschlaggebend für diesen Anstieg um 39 % waren die im Jah-resvergleich höheren Absatzmengen und die gute Kostenstruktur des Geschäftsbereichs. Wacker Biosolutions erwirtschaftete im vergangenen Geschäftsjahr ein Ebitda von 35 Mio. Euro (2019: 31 Mio. Euro). Das ist ein Plus von 13 %. Neben den Zuwächsen bei Cyclodextrinen und biopharmazeutischen Produkten hat auch die gute Kostenstruktur die Ertragsentwicklung positiv beeinflusst.

Wacker Polysilicon hat im Geschäftsjahr 2020 von der guten Nachfrage nach Solarsilicium im 2. Halbjahr profitiert. Der Geschäftsbereich steigerte seinen Umsatz um 1 % auf 790 Mio. Euro (2019: 780 Mio. Euro). Das Ebitda summierte sich 2020 auf 5 Mio. Euro (2019: 57 Mio. Euro). Bereinigt um den Sonderertrag des Vorjahres aus Versicherungsleistungen für den Schadensfall in Charleston in Höhe von 112,5 Mio. Euro hat der Geschäftsbereich sein Ebitda um rund 60 Mio. Euro gesteigert. Hier machten sich vor allem weitere Verbesserungen bei den Herstellungskosten positiv bemerkbar.

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