Industrielle Abwärme zum Heizen von Privathaushalten

Evonik und Uniper betreiben Hochtemperatur-Wärmepumpe

Uniper und Evonik haben am Standort des Chemiekonzerns in Herne eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb genommen. Diese speist bis zu 1,5 MW Abwärme aus der Chemieproduktion in das Fernwärmenetz im Ruhrgebiet ein.

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Hochtemperatur-Wärmepumpenanlage von Uniper und Evonik in Containerbauweise auf einem Industriegelände.
Die Wärmepumpe steht auf dem Gelände von Evonik in Herne.

Die Anlage verwendet Niedrigtemperatur-Abwärme aus der Chemieproduktion, die das Fernwärmeunternehmen Iqony in das regionale Netz einspeist. Damit lassen sich rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgen. Nach Angaben der Beteiligten handelt es sich um ein Pilotprojekt mit Blick auf eine mögliche Ausweitung. Perspektivisch könnten weitere rund 20 MW Abwärme in das Fernwärmenetz integriert werden. Nach Angaben von Uniper und Evonik können durch den Einsatz der Anlage bis zu 1.750 t/a CO2 eingespart werden.

Bisher wurde die anfallende Abwärme über Kühltürme abgeführt, was einen zusätzlichen Strombedarf für Ventilatoren verursachte. Durch das Einbinden der Wärme in das Fernwärmesystem entfällt dieser Schritt teilweise. Die Anlage hebt Kühlwasser mit Temperaturen von etwa 25 bis 30 °C auf bis zu 130 °C an und erreicht damit das erforderliche Vorlauftemperatur-Niveau bestehender Fernwärmenetze. Der dafür notwendige Temperatursprung von mehr als 100 °C im Megawatt-Maßstab stellt besondere technische Anforderungen.

Der Energiekonzern verantwortete Finanzierung, Planung, Installation und Betrieb der Wärmepumpe. Das Chemieunternehmen unterstützte das Umsetzen am Standort.