Industrielle Abwärme zum Heizen von Privathaushalten
Evonik und Uniper betreiben Hochtemperatur-Wärmepumpe
Uniper und Evonik haben am Standort des Chemiekonzerns in Herne eine Hochtemperatur-Wärmepumpe in Betrieb genommen. Diese speist bis zu 1,5 MW Abwärme aus der Chemieproduktion in das Fernwärmenetz im Ruhrgebiet ein.
Die Wärmepumpe steht auf dem Gelände von Evonik in Herne.
KARSTEN BOOTMANN
Die Anlage
verwendet Niedrigtemperatur-Abwärme aus der Chemieproduktion, die das
Fernwärmeunternehmen Iqony in das regionale Netz einspeist. Damit lassen sich
rund 1.000 Haushalte im Ruhrgebiet versorgen. Nach Angaben der Beteiligten
handelt es sich um ein Pilotprojekt mit Blick auf eine mögliche Ausweitung.
Perspektivisch könnten weitere rund 20 MW Abwärme in das Fernwärmenetz
integriert werden. Nach Angaben von Uniper und Evonik können durch den Einsatz
der Anlage bis zu 1.750 t/a CO2 eingespart werden.
Bisher wurde
die anfallende Abwärme über Kühltürme abgeführt, was einen zusätzlichen
Strombedarf für Ventilatoren verursachte. Durch das Einbinden der Wärme in das
Fernwärmesystem entfällt dieser Schritt teilweise. Die Anlage hebt Kühlwasser
mit Temperaturen von etwa 25 bis 30 °C auf bis zu 130 °C an und erreicht damit
das erforderliche Vorlauftemperatur-Niveau bestehender Fernwärmenetze. Der
dafür notwendige Temperatursprung von mehr als 100 °C im Megawatt-Maßstab
stellt besondere technische Anforderungen.
Der Energiekonzern verantwortete Finanzierung,
Planung, Installation und Betrieb der Wärmepumpe. Das Chemieunternehmen
unterstützte das Umsetzen am Standort.