Partner und Pilot-Anwender gesucht
Start-up entwickelt klimafreundliche Prozesswärme-Quelle
Das aus dem Forschungszentrum Jülich ausgegründete Start-up Hyca Heat will einen neuen, hybriden und klimafreundlicheren Weg zeigen, um Prozesswärme bereitzustellen.
Das Hyca-Heat-Gründerteam: Dr. Simon Hahn, Dr. Richard Büssow, Henning Hatje (v.l.n.r.)
Forschungszentrum Jülich
Die von Hyca Heat entwickelte Anlage bietet zwei Wege, um
Prozesswärme bereitzustellen: Die auf speziell beschichteten Heizdrähten
basierende Anlage kann die Wärme wahlweise über das elektrische Erhitzen der
Drähte bereitstellen. Dann funktioniert die Anlage im Prinzip wie ein großer
Föhn. Oder sie nutzt die Vorteile der sogenannten katalytischen Verbrennung.
Dabei reagiert das Brenngas an der katalytischen Beschichtung der Drähte mit
Sauerstoff und verbrennt ohne Flamme.
Die katalytische Verbrennung ist schadstoffärmer, weil sie
im Vergleich zur Flamme gänzlich ohne Stickstoff-Emissionen abläuft. Kommt ein
klimafreundlich gewonnenes Brenngas wie grüner Wasserstoff zum Einsatz, dann
ist der Prozess CO2-neutral. Das gilt auch für den Einsatz von grünem Strom bei
der elektrischen Erhitzung. Als ersten Schritt plant Hyca Heat den Aufbau einer
Anlage, die als Demonstrator in der regionalen Papierindustrie zum Einsatz
kommen soll.
"Flexibilität und Versorgungssicherheit bei minimalen Kosten"
„Damit wollen wir den Kunden auf dem Weg in Richtung einer
klimafreundlichen Prozesswärme maximale Flexibilität und Versorgungssicherheit
bei minimalen Kosten bieten“, sagt der Chemieingenieur Dr. Simon Hahn, einer
der drei Hyca Heat-Gründer, der sich schon während seiner Promotion am
Institute for a sustainable Hydrogen Economy (IHE) am Forschungszentrum Jülich
mit dem Thema Prozesswärme beschäftigt hat. Flexibel ist die Technologie, weil
der Anwender zwischen mehreren Formen der Wärmegewinnung wählen kann. Eine
eigens entwickelte Software hilft, die aktuell günstige Energieform zu nutzen.
Zuerst wird das häufig der Wechsel zwischen Strom und Erdgas sein. Ein Wechsel
auf Brenngase wie grünen Wasserstoff, der im Gegensatz zu Erdgas ohne
CO2-Emissionen katalytisch verbrennt, ist jederzeit ohne Umrüstung möglich.
Der von Hyca Heat abgedeckte Temperaturbereich erstreckt
sich von rund 30 bis zu 1000 Grad Celsius. Damit kommen Anwendungen
beispielsweise von der Lebensmittel- und Textilindustrie über Papier und große
Chemieanlagen bis hin zur Metallverarbeitung infrage. Neben dem Potenzial, die
klimawirksamen Emissionen deutlich zu reduzieren, bietet die Hyca
Heat-Technologie einen weiteren Vorteil. Der Anwender kann das gewünschte
Temperaturniveau gezielt ansteuern, was bei der Verbrennung mit Flamme nicht
möglich ist.
Das Gründerteam von Hyca Heat, dem neben Dr. Simon Hahn auch
der Physikingenieur und Softwareentwickler Dr. Richard Büssow sowie der
Management- und Marketing-Experte Henning Hatje angehört, plant zeitnah den
Aufbau eines Kernteams. Gesucht werden Ingenieure für die Bereiche
Software-Entwicklung und Verfahrenstechnik. Das erste große Projekt ist der
Aufbau der Demonstrationsanlage, die in einem Unternehmen der Papierindustrie
betrieben werden soll. Die grobe Planung dafür steht, die Feinplanung folgt. Das
Start-up sucht außerdem Partner und Pilotkunden.