Erstmals in 73 Jahren

Hannover Messe nun doch ganz abgesagt

26.03.2020 Erst verschoben, jetzt komplett abgesagt: Die Hannover Messe wird in diesem Jahr zum ersten Mal seit 73 Jahren nicht stattfinden können.

Ausschlaggebend für die Absage sind laut Deutscher Messe die umfassenden Einreisebeschränkungen und Kontaktverboten in Folge der Corona-Pandemie sowie letztendlich auch eine Untersagungsverfügung der Region Hannover. „Unsere Aussteller und Partner sowie das gesamte Team haben mit allen Kräften für die Durchführung gekämpft, sagt Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Messe. Letztlich habe man aber einsehen müssen, dass die Ausrichtung der Industriemesse in diesem Jahr nicht möglich sei. Es ist das erste Mal in der 73-jährigen Geschichte der Hannover Messe, dass die Veranstaltung nicht ausgerichtet wird. Auch in der Elektronikindustrie will man die Zeit bis zur nächsten Messe nutzen „um die erheblichen Folgen von Corona abzuarbeiten.“ Die nächste Hannover Messe soll dann regulär am 12. bis 16. April 2021 stattfinden.

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Industrie hat derzeit andere Sorgen

Auch ohne die Untersagung war fraglich, wie viele Unternehmen tatsächlich am verschobenen Termin der Industriemesse im Juli als Aussteller vertreten gewesen wären. Wie der Messebetreiber betonte, habe die produzierende Industrie und damit das Kernklientel der Hannover Messe schon jetzt mit gravierenden Folgen der Pandemie zu kämpfen und erlebe Nachfrage- und Umsatzrückgänge sowie Lieferengpässen, Produktionsstopps und Kurzarbeit. Das bestätigt auch etwa VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann: „Die Absage der Hannover Messe 2020 ist eine bedauerliche Entscheidung, aber es ist die einzig richtige. Die Maschinenbauindustrie muss sich jetzt darauf konzentrieren, die Folgen der Pandemie in den eigenen Betrieben abzufedern, um anschließend wieder durchstarten zu können.“

Webbasierte Alternative in Kürze

So ganz ausfallen lassen will der Betreiber die Messe dann aber doch nicht. „Der Bedarf an Orientierung und Austausch ist besonders in Krisenzeiten wichtig“, so Köckler. Deshalb arbeite man gerade mit Hochdruck an einer digitalen Informations- und Netzwerkplattform, die schon in Kürze geöffnet werden solle. Webbasiert soll es verschiedene Formate geben, mit denen sich Aussteller und Besucher über die jetzt anstehenden wirtschaftspolitischen Herausforderungen und technologische Lösungen austauschen können. Live-Streams sollen interaktive Experten-Interviews, Podiumsdiskussionen und Best-Case-Präsentationen in alle Welt transportieren. (jg)

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