Industrielle Dekarbonisierung

Elektrische Beheizung im industriellen Maßstab geht im Chemiepark Rheinland in Betrieb

Im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland wurde der europaweit erste elektrische Röhrenerhitzer im industriellen Maßstab installiert. Die Anlage ersetzt die konventionelle befeuerte Heizung in der Basisöldestillation.

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Shell Energie- und Chemiepark Rheinland

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts zur industriellen Dekarbonisierung haben die Unternehmen Shell, Schneider Electric und Axens die erfolgreiche Installation eines elektrischen Röhrenerhitzers im industriellen Maßstab bekannt gegeben. Die Anlage wurde am R3-Basisölprojekt im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland (Shell Rheinland) in Deutschland errichtet. Es handelt sich dabei um die europaweit erste Installation dieser Art im industriellen Maßstab.

Das Projekt ist Teil der strategischen Neuausrichtung von Shell Rheinland, die darauf abzielt, den CO₂-Fußabdruck des Standorts zu reduzieren. Shell baut derzeit die bestehende Rohölverarbeitung am Standort Wesseling in eine moderne Basisölanlage um (R3-Basisölprojekt). Am gesamten Standort Rheinland, der die Werke Köln-Godorf und Wesseling umfasst, sind rund 1.400 Shell-Mitarbeiter sowie Partnerunternehmen beschäftigt, um Kraftstoffe und chemische Produkte herzustellen. Neben dem R3-Projekt treibt Shell dort weitere Energiewendeprojekte voran, wie die Wasserstofferzeugung mittels erneuerbarem Strom sowie den Bau einer Bio-LNG-Anlage für emissionsärmere Lkw-Kraftstoffe.

Emissionsfreie Erhitzung für die Destillation

Der Kern der neuen Anlage basiert auf der Technologie „Heurtey Petrochem Solutions Electric Tubular Radiant Heater“ von Axens. Diese dient als emissionsfreie Alternative zu konventionellen, befeuerten Erhitzern und ist speziell für die verfahrenstechnischen Anforderungen der Basisöldestillation ausgelegt. Durch den rein elektrischen Betrieb entfallen die direkten CO₂- und NOx-Emissionen, die sonst bei der Beheizung von Raffinerieprozessen entstehen, vollständig.

Die Realisierung des Projekts beruht auf einer engen technischen Zusammenarbeit der drei beteiligten Partner. Shell lieferte das operative Fachwissen für den Raffineriebetrieb und definierte die Anforderungen des Standorts. Axens brachte die Prozesstechnologie und das verfahrenstechnische Know-how für elektrische Erhitzungssysteme ein. Schneider Electric zeichnete für die Elektrifizierung, die Energieverteilung und die Steuerungsarchitektur verantwortlich.

Für die Stromversorgung lieferte Schneider Electric eine modulare, vorgefertigte Systemlösung. Diese umfasst die elektrischen Mittel- bzw. Niederspannungsschaltanlagen, Transformatoren sowie ein Leistungssteuerungssystem, das direkt mit dem Prozessleitsystem von Axens kommuniziert. Die gesamte Einheit wurde vollständig in die bestehende Infrastruktur von Shell integriert, um einen sicheren und optimierten Betrieb zu gewährleisten.

Durch die enge Verknüpfung von Energie- und Prozesstechnik („integrated Power and Process approach“) ermöglicht das System eine schnelle und präzise Anpassung der elektrischen Leistung. Dies erlaubt eine feinstufige Temperaturregelung und sorgt für eine hohe Betriebsbereitschaft, während gleichzeitig die spezifischen Anforderungen von Shell an die Spannungsqualität und das Anlagendesign eingehalten werden. Das Projekt soll demonstrieren, dass die technischen Lösungen zur Dekarbonisierung komplexer, thermischer Prozesse in der Raffinerieindustrie bereits heute verfügbar und einsatzbereit sind.