Silikone für Elektromobilität, Gesundheits- und Medizintechnik sowie Netzausbau

Wacker eröffnet Werk für Silikonspezialitäten in Karlsbad

Wacker hat nach zwei Jahren Bauzeit eine Silikon-Produktionsstätte im tschechischen Karlsbad fertiggestellt und eröffnet. Dort will der Chemiekonzern maßgeschneiderte Silikone für die Medizintechnik-, Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie für den Energiesektor herstellen.

Arbeiter in Warnweste steht vor einem Bedienpanel in einer Industrieanlage mit Tanks und Rohren.
In Karlsbad werden künftig raumtemperaturvernetzende Silikone und Festsilikonkautschuke hergestellt.

Update vom 18. Juni 2026: Mit der Inbetriebnahme des neuen Standorts ordnet Wacker seine Silikonaktivitäten in Europa neu. Kunden werden nun im Verbund mit den Standorten Pilsen, Nünchritz und Burghausen mit Silikonspezialitäten versorgt. Flüssigsilikonkautschuk-Produkte kommen künftig aus Burghausen, wärmeleitfähige Silikone und Vergussmassen für die Automobilindustrie sowie Silikongele für die Wundversorgung aus Pilsen. Raumtemperaturvernetzende Silikone und Festsilikonkautschuke werden in Karlsbad gebündelt.

Der neue Produktionsstandort befindet sich in einem 25.000 m2 großen Industrieareal im Norden Karlsbads. Eigentümer des Grundstücks und des Gebäudes ist die Investmentgruppe Accolade, die Baumaßnahmen wurden vom Immobilienentwickler Panattoni durchgeführt. Produktionsanlagen und Laboreinrichtungen hat der Chemiekonzern selbst konzipiert.

Ursprüngliche Meldung vom 26. Juni 2024: Laut Wacker ist die dank Elektromobilität, erneuerbaren Energien und dem Stromnetzausbau steigende Nachfrage nach Silikonen der Grund für das Bauprojekt, in das eine niedrige dreistellige Millionensumme fließt. Im ersten Ausbauschritt sollen in Karlsbad, das die deutschen Verbundstandorte Burghausen und Nünchritz ergänzt, bis zu 200 neue Arbeitsplätze entstehen.

„Die Nähe zu Burghausen und Pilsen, die vergleichsweise niedrigen Energiekosten in der Region und die gute Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern haben uns die Entscheidung am Ende sehr leicht gemacht“, so Wacker-Vorstandsmitglied Christian Kirsten.

Spezialsilicone und Siliconcompounds

Der Fokus des Karlsbader Werks wird auf der Herstellung raumtemperaturvernetzender Spezialsilicone liegen. Später sollen auch hochtemperaturvernetzende Siliconcompounds hier gefertigt werden. Im Vollbetrieb wird der Standort Wacker zufolge über 20.000 t maßgeschneiderter Silicone im Jahr ausliefern können.

In den kommenden Wochen und Monaten soll auf dem 23.000 m2 großen Areal das Produktionsgebäude samt Infrastruktur errichtet werden. Dabei kooperiert der Chemiekonzern mit dem US-amerikanischen Immobilienentwickler Panattoni, der die Baumaßnahmen koordiniert, und dem tschechischen Immobilienkonzern Accolade, dem das Grundstück und die Gebäudehülle gehören.