Im Schlürfbetrieb restentleert

Atex-konforme Drehkolbenpumpe fördert Chemieabwasser

In einer Chemieanlage übernimmt eine Atex-konforme Drehkolbenpumpe das Restentleeren von Prozessabwasserbecken. Ihre Bauweise reduziert durch das Maintenance-in-Place-Prinzip den Wartungsaufwand und erhöht die Betriebssicherheit.

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Modern urban wastewater treatment plant.
Das geförderte Medium enthält sowohl brennbare als auch nicht wasserlösliche Bestandteile.

Entscheider-Facts:

  • Eine Drehkolbenpumpe entleert Becken mit belastetem Prozesswasser. 
  • Die Pumpe arbeitet Atex-konform im explosionsgefährdeten Bereich. 
  • Überwachung und Maintenance-in-Place erleichtern Betrieb und Wartung. 

In einem Chemie- und Pharmaunternehmen übernimmt eine Börger-Blueline-Nova-Drehkolbenpumpe das Restentleeren von Prozesswasserbecken sowie zusätzliche Förderaufgaben im Umgang mit belastetem Prozessabwasser. An dem Standort wird belastetes Prozessabwasser aus verschiedenen Betrieben in zwei jeweils 1.000 m³ großen Becken gesammelt. Das Medium enthält sowohl brennbare als auch nicht wasserlösliche Bestandteile wie Lösemittel, Toluol und Pigmente.

Die Becken stehen in einem explosionsgefährdeten Bereich. Zum Entleeren der Becken werden zwei Tauchmotorpumpen eingesetzt, die allerdings nicht Atex-konform sind, weshalb sie die Becken nur zu 70 % entleeren, damit sie nicht trockenlaufen. Für die verbleibenden 30 % kommt die Drehkolbenpumpe ins Spiel. Sie ist ideal für diese Aufgabe geeignet, da sie im Schlürfbetrieb zuverlässig fördert und unempfindlich gegenüber Trockenlauf ist. Eines der Becken wird zusätzlich genutzt, um das anfallende, belastete Prozessabwasser aus einem der Betriebe aufzunehmen und es dann zur weiteren Verarbeitung in einen größeren Vorlagebehälter zu fördern. Auch diese Förderaufgabe übernimmt die Drehkolbenpumpe.

Die Pumpe ist oberhalb der Becken auf einem Plateau installiert und saugt das Prozesswasser aus 4 m Tiefe an. Für den Einsatz in der explosionsgefährdeten Zone ist die Drehkolbenpumpe Atex-konform gefertigt. Zudem entspricht sie den Anforderungen nach TA-Luft. Der Hersteller setzt hierfür auf hauseigene einfachwirkende FC-Gleitringdichtungen mit einem speziellen Ausgleichssystem ohne Druckbeaufschlagung. Eine Lösung, die Kosten reduziert und die Instandhaltung vereinfacht.

Jedes Bauteil passt zu Einsatzbedingungen

Für die konkrete Anwendung wurde die Prozesswasserpumpe individuell konfiguriert und gefertigt. Jedes Bauteil der Pumpe wurde so gewählt, dass es optimal zu den Einsatzbedingungen passt – für längste Standzeiten und geringste Ausfallraten. Das Pumpengehäuse in Blockbauweise ist aus Edelstahl 1.4409 gefertigt. Eine Gehäuseschutzauskleidung aus Edelstahl schützt das Gehäuse effektiv vor abrasiven Bestandteilen im Prozesswasser und lässt sich im Verschleißfall einfach und kostengünstig austauschen. Im Pumpenraum fördern zwei gewendelte NBR-Drehkolben das Prozesswasser nahezu pulsationsfrei.

System führt selbstständig Druckausgleich durch

Elektrische Industriepumpe mit Armaturen und Messgeräten vor großen Metallrohren
Werden definierte Grenzwerte überschritten, meldet die Steuerung den Zustand und schaltet die Pumpe ab.

Zum Schutz vor Trockenlauf, Übertemperatur und Überdruck verfügt die Pumpe über eine umfassende Überwachungstechnik. Eine elektronische Temperaturüberwachung im Pumpendeckel kontrolliert die thermische Belastung. Druckseitig ist ein elektronisches Plattenfederkontakt-Manometer installiert, saugseitig ein visuelles Rohrfedermanometer. Werden definierte Grenzwerte überschritten, meldet die Steuerung den Zustand und schaltet die Pumpe ab.

Ein zusätzlicher mechanischer Überdruckschutz wird durch den Variodeckel realisiert. Steigt der Druck im Pumpenraum über den definierten Maximalwert, öffnet sich der Deckel automatisch und ermöglicht einen internen Druckausgleich von der Druck- zur Saugseite. Nach Druckreduzierung schließt das System selbstständig wieder. Die Reversierbarkeit der Pumpe bleibt dabei erhalten.

Pumpe bleibt für Wartung in Rohrleitung

Aufgrund des Maintenance-in-Place-Prinzips (MIP) kann die Drehkolbenpumpe für Wartungsarbeiten einfach in der Rohrleitung verbleiben. Nach dem Entfernen des Variodeckels sind sämtliche Verschleißteile direkt zugänglich, ohne dass Rohrleitungen oder Antrieb demontiert werden müssen. Das spart wertvolle Zeit und macht Wartungsarbeiten deutlich einfacher.

Nach Angaben des Betreibers überzeugt die Drehkolbenpumpe insbesondere durch ihre Zuverlässigkeit, lange Standzeiten und den geringen Wartungsaufwand. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag zur sicheren und wirtschaftlichen Förderung von belastetem Prozessabwasser unter anspruchsvollen Betriebsbedingungen.

Mit der Atex-konformen Drehkolbenpumpe zeigt der Hersteller, wie sich sicherheitstechnische Anforderungen, individuelle Konfiguration und wartungsfreundliche Konstruktion in einer kompakten Pumpenlösung für die Chemie- und Pharmaindustrie verbinden lassen.