Automatisierte Silan-Abfüllung für Evonik Antwerpen
Mit einer automatischen Abfüllanlage und anpassungsfähiger Steuerung optimiert Evonik Advanced Technologies am Standort Antwerpen die Abfüllung von Hochleistungs-Silanen.
Ansgar KretschmerAnsgarKretschmerRedakteur der Fachmagazine CHEMIE TECHNIK und Pharma+Food
2 min
Automatisierte Abfüllanlage mit Wägeterminal füllt Silan bei Evonik Antwerpen präzise in IBC-Gebinde.Systec
Anzeige
Evonik Antwerpen ist einer der größten Multi-User-Standorte
von Evonik Industries und gehört mit neun Produktionseinheiten zum Segment
Advanced Technologies. Der Produktionsstandort befindet sich im Chemiepark
Lillo im Hafen von Antwerpen, einem der größten Chemie- und Industriegebiete
Europas. Der Chemiekonzern produziert dort in der Smart Effects Business Line unter
anderem hochfunktionelle Silan-Flüssigstoffe. Diese verbinden Silica mit
Kautschuk und schaffen so eine chemische Brücke, die bei der Produktion von
„grünen Reifen“ wichtig ist, um geringe Rollwiderstände, optimierte Nasshaftung
und Langlebigkeit zu erzielen.
Zur effizienten Abfüllung von Silan in verschiedene Gebinde nutzt
das Unternehmen unter anderem automatisierte Abfüllanlagen des Waagenherstellers
Kestermann, die mit IT8000E-Wägeterminals von Systec und der anpassungsfähigen Applikationssoftware
Fill E ausgestattet sind. Die zu befüllenden Gebinde werden auf die Rollenbahn
der Abfüllanlage gefahren. Nachdem der Bediener die Produktnummer des
jeweiligen Silans sowie das Sollgewicht eingegeben hat, übernimmt das Wägeterminal
im Verbund mit der übergeordneten SPS die Steuerung der automatischen Abfüllung
im Unterspiegelverfahren.
Anzeige
Die Abfüllung ist in verschiedene Gebinde wie IBCs, Kanister oder Fässer möglich.Systec
Die Gebinde werden zunächst per Sensor auf dem Rollenband
erfasst und zum Abfüll- und Wägeplatz transportiert. Die Erkennung des
Spundlochs erfolgt mit einem optischen Kamerasystem. Die Koordinaten der
Öffnung werden via SPS an die Abfülllanze geschickt, die dann in das Spundloch
einfährt, um das Silan abzufüllen.
Dabei regelt das auch auf Dauerbetrieb ausgelegte Wägeterminal
die Durchflussrate in mehreren Stufen: Zunächst erfolgt die Grobfüllung mit
hohem Durchfluss, um das Sollgewicht zügig zu erreichen, anschließend wird
automatisch in den Feinstrom umgeschaltet, um die Restmenge präzise innerhalb
der vorgegebenen Toleranz zu dosieren. Während des gesamten Zyklus überwacht
das eichfähige Terminal sowohl das Gewicht als auch Durchfluss‑ und
Toleranzgrenzen und steuert Ventile sowie die Abfülllanze. Die gravimetrische
Abfüllmethode ermöglicht rasche und genaue Abfüllung von großen Mengen und vermeidet
Über- oder Unterfüllung der Gebinde.
Die selbsttätige Waage kann automatisiert Flüssigkeiten in
unterschiedliche Gebinde wie IBCs, Kanister und Fässer via Rollenbahn abfüllen.
Der Durchsatz der Anlage beträgt 15 IBCs oder 60 Kanister pro Stunde und die
Abfüllgenauigkeit liegt bei bis zu 0,5 % für 1.000-l-IBCs. Der Wartungs- und
Reinigungsaufwand der modularen Anlage aus Edelstahl ist gering. Via Profinet-Schnittstelle werden die Wäge- und
Prozess-Daten an ein übergeordnetes Leitsystem übertragen. Dort werden die
Daten gespeichert, zur Chargendokumentation protokolliert und für Qualitäts-
sowie Auditzwecke ausgewertet, wobei die Integrität und Rückverfolgbarkeit
jederzeit gesichert bleiben.
Anzeige
Das Wägeterminal überwacht die automatische Silan-Abfüllung.Systec
Das Wägeterminal und die Steuerung zeichnen sich durch eine
einfache, mehrsprachige Nutzerführung
sowie ein leuchtstarkes 5,7“-TFT-Farbdisplay
mit weitem Betrachtungswinkel und großer Gewichtsanzeige aus, welches über eine
alphanumerische Tastatur bedient wird. Das Gerät ist für den eichfähigen Einsatz als
nichtselbsttätige und selbsttätige Waage konzipiert und bietet neben
zahlreichen Standard-Applikationsprogrammen auch eine freie Programmierbarkeit. Das robuste Edelstahlgehäuse erfüllt die Schutzart IP69K, wobei spezifische Varianten für die Ex-Zonen 2/22 und 1/21 sowie verschiedene Montageoptionen für
Wand, Tisch oder den Schaltschrankeinbau verfügbar sind. Während für Fill-E-Applikationen ein bis zwei Waagen unterschiedlicher Bauart angeschlossen werden
können, unterstützt das System generell zwei
interne und bis zu 16 externe Waagenanschlüsse mit NMi-Zulassung. Die
Integration in PC-Netzwerke erfolgt flexibel über Ethernet oder Wlan, ergänzt durch Schnittstellen für Labeldrucker
und eine SPS-Anbindung über Feldbus.
Für eine hohe Datensicherheit und Wartungsfreundlichkeit sorgen zudem netzausfallsichere Daten, ein
Passwort-Schutz, eine batteriegepufferte Echtzeit-Uhr sowie die Möglichkeit zur
Ferndiagnose via Internet.