Strategischer Ausbau der europäischen Biokraftstoff-Wertschöpfungskette
Varopreem übernimmt Raffinerie Sunpine
Das Energieunternehmen Varopreem hat die Übernahme sämtlicher Anteile an dem vormaligen Joint Venture Sunpine, der weltweit größten Bioraffinerie für Roh-Tallöl (Raw Tall Oil, RTO), abgeschlossen.
Raffinerie, Symbolbild
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Die Anlage in Piteå, Schweden, verfügt über eine
Verarbeitungskapazität von rund 400.000
t/a Roh-Tallöl. Sunpine nutzt dabei ein Nebenprodukt der
Zellstoff- und Papierindustrie, um einen hochwertigen erneuerbaren Rohstoff für
die Produktion von fortschrittlichen Biokraftstoffen wie HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) und SAF (Sustainable Aviation Fuel) herzustellen. Das schwedische Unternehmen wird künftig unter dem Namen Varopreem Sunpine firmieren und
vollständig in das europäische Geschäft für erneuerbare Kraftstoffe von Varopreem
integriert.
Ein wesentliches Merkmal der Übernahme ist der Zugang zu
fast zwei Jahrzehnten proprietärer Forschung und Entwicklung sowie einem
umfangreichen Portfolio an geistigem Eigentum. Das Verfahren ermöglicht
die Produktion von Kraftstoffen, die im Vergleich zu fossilen Brennstoffen eine
Treibhausgasreduktion bis 99,7 %
erzielen können, ohne dabei in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion oder
landwirtschaftlichen Flächen zu stehen. Mit der vollständigen Übernahme sichert sich Varopreem den
direkten Zugriff auf einen knappen und rückverfolgbaren Rohstoff. Zuvor wurde
Sunpine als Joint Venture zwischen Varopreem (25,1 %), Sveaskog, Södra und
Lawter betrieben. Die vollständige Inhaberschaft ermöglicht nun eine
Optimierung der gesamten Wertschöpfungskette, von der Rohstoffverarbeitung bis
hin zur Veredelung in den eigenen Raffinerien von Varopreem.
Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund steigender
regulatorischer Anforderungen in der EU, wie etwa RED III, Refuel EU Aviation und Fuel EU Maritime, die die Nachfrage
nach fortschrittlichen Biokraftstoffen im Straßen-, Luft- und Seeverkehr weiter
antreiben dürften.
Varopreem plant, weiterhin in den Standort zu investieren,
um die betriebliche Flexibilität zu erhöhen und künftige Wachstumspotenziale
auszuschöpfen. Neben den Kraftstoffkomponenten liefert Sunpine zudem
Überschusswärme für lokale Fernwärmenetze, was den zirkulären Ansatz des
Geschäftsmodells unterstreicht.