Ein Schmierstoffhersteller hat eine störanfällige Zahnradpumpe durch eine Drehkolbenpumpe ersetzt. Sie fördert Getriebeöl pulsationsfrei, reduziert Stillstände und verbessert die Prozesssicherheit in der Abfüllung.
Friederike WagnerFriederikeWagnerfreie Fachjournalistin aus köln
2 min
Industrielle Anwendungen stellen hohe Anforderungen an die Pumpentechnik.Vogelsang
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Entscheider-Facts:
Getriebeöl ist zähflüssig und stellt hohe Anforderungen an Pumpensysteme.
Ein Schmierstoffhersteller suchte eine Pumpe, die viskose Getriebeöle sicher fördert.
Ein gleichmäßiger Volumenstrom und geringe Pulsation verhindern Schaumbildung.
Getriebeöl kommt in zahlreichen Maschinen und Geräten zum Einsatz. Als Schmiermittel spielt es eine entscheidende Rolle für die Effizienz, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit von Maschinen und Fahrzeugen. In Produktions- und Verarbeitungsprozessen stellt das zähflüssige Medium hohe Anforderungen an Komponenten wie Pumpensysteme. Denn diese müssen die Flüssigkeit zuverlässig und konstant fördern und auch bei Temperatur- und Viskositätsschwankungen stabil laufen. Für einen sicheren Förderprozess kommt es zudem auf eine leckagefreie Konstruktion an. Erforderlich ist somit eine robuste, leistungsfähige Pumpenlösung, die je nach Einsatzbereich industriespezifische Vorgaben und Normen erfüllt.
Robuste Pumpentechnik für viskose Medien
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Um die Prozesssicherheit zu erhöhen und die Abläufe insgesamt wirtschaftlicher zu gestalten, stellte ein Hersteller von Schmierstoffen seine Pumpentechnik in der Abfülllinie neu auf. In diesem Bereich werden die Getriebe- und Kettenöle aus Lagertanks zum Abfüllen in Kanister oder Gebinde mit Volumengrößen von 5 bis 20 l für Großhändler gepumpt. Dafür setzte das mittelständische Unternehmen zuvor Zahnradpumpen ein. Durch Fremdkörper wie Schraubenmuttern im Lagertank kam es immer wieder zu Blockaden. Die Folge: kein durchgängiger Förderprozess sowie ungeplante Stillstandszeiten durch wiederkehrende Wartungsarbeiten. Die erforderlichen Reparaturen an der Zahnradpumpe erfolgten unter hohem Zeitaufwand.
Daher sah sich das Unternehmen nach einer neuen Pumpenlösung um, die robust und unempfindlich gegenüber Fremdkörpern ist und auch anspruchsvolle Medien gleichmäßig und zuverlässig fördert. Die Entscheidung fiel auf eine Drehkolbenpumpe der VY-Serie von Vogelsang.
Das Pumpengehäuse ist strömungsoptimiert und einteilig.Vogelsang
Die VY-Pumpe ist für den Einsatz in anspruchsvollen Industrieumgebungen ausgelegt. Sie ist aus einem strömungsoptimierten Gehäuse gefertigt, was für einen besonders hohen Wirkungsgrad sorgt. Die Drehkolbenpumpe ist selbstansaugend und lässt sich durch Umkehr der Förderrichtung flexibel einsetzen. Beim Abfüllen fördert die installierte VY-Pumpe rund 13.600 l/h Getriebeöl bei einem Druck von 3 bar und Temperaturen um 20 °C. Generell ist sie durch ihre robuste Bauweise in der Lage, Medien unterschiedlicher Viskositäten und mit Temperaturen von bis zu 200 °C zuverlässig zu transportieren.
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Das Pumpengehäuse besteht aus einem einzigen Gussteil, weshalb es sehr enge Toleranzen aufweist und die funktionale Zuverlässigkeit sicherstellt. Aufgrund der reduzierten Anzahl von Sicken, Schweißnähten und Rillen ist das Gehäuse nahezu totraumfrei, sodass sich das durchfließende Getriebeöl nirgendwo sammeln und oxidieren kann. Diese Konstruktion ermöglicht es auch, die VY-Pumpe leicht zu reinigen.
Schaumbildung vermeiden: pulsationsfreie und konstante Förderung
Ein weiteres Entscheidungskriterium für die VY-Pumpe war deren konstantes und pulsationsarmes Fördern: Im Förderprozess drehen sich die Kolben, ohne sich zu berühren. Das senkt den Geräuschpegel in der Abfüllhalle und verbessert zugleich den Arbeits- und Gesundheitsschutz der Mitarbeitenden. Zudem verringert die berührungslose Rotation Verschleißerscheinungen, macht die Pumpe unempfindlicher gegenüber Fremdstoffen und ermöglicht ein schonendes Fördern.
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Hinzu kommt, dass Getriebeöl beispielsweise bei Druck- und Temperaturschwankungen zu Schaumbildung neigt. Dies lässt sich durch einen gleichmäßigen Volumenstrom und geringe Pulsation vermeiden. Drehkolbenpumpen fördern pro Umdrehung ein definiertes Volumen. Damit erzeugen sie einen konstanten, druckstarken Volumenstrom, selbst bei zähflüssigen Medien und wechselnden Bedingungen.
Werkstoff- und Dichtungskonzept für stabile Förderprozesse
Für eine hohe Laufruhe und schonendes Fördern sorgen die Hiflo-Drehkolben des Pumpenherstellers, die in zahlreichen Materialausführungen verfügbar sind. Der Schmierstoffhersteller setzt eine VY-Pumpe mit Drehkolben aus Fluor-Kautschuk-Material (FKM) ein. Das Material ist temperatur-, öl- und chemikalienbeständig und auch unter extremen Bedingungen langlebig. Auf die industriespezifischen Normen und die Anforderungen des Unternehmens zugeschnitten ist auch das Dichtungssystem. Neben der Quality-Cartridge, einer komplett vormontierten Gleitringdichtung in Kassettenbauweise, stehen für die VY-Serie weitere spezielle Gleitringdichtungen zur Verfügung. Die passende Dichtung ist ein wichtiger Stellhebel für einen sicheren, leckagefreien Förderprozess.
Sind die Eigenschaften des zu fördernden Mediums, die Prozessanforderungen und Pumpentechnik passgenau aufeinander abgestimmt, ist ein stabiler und wirtschaftlicher Förderprozess sichergestellt. So läuft auch die Abfüllung des Getriebeöls bei dem Anwenderunternehmen der VY-Pumpe heute wie geschmiert.